App-Test

Shoppen immer & überall: Shopping-Apps auf dem Prüfstand

19. August 2014
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Schöne neue Welt: Sie können vom Sofa oder aus der Bahn heraus Kleidung bestellen, Ihre Lebensmittel-Abos verwalten oder Ihr Zuhause neu einrichten – Shopping-Apps machen es möglich. Aber je größer die Freiheiten sind, die wir genießen, umso größer sind auch die Möglichkeiten, Ihre Daten anderweitig zu benutzen – was nicht immer im Sinne des Verbrauchers ist. Wir haben uns mit Zalando, eBay und Amazon drei der beliebtesten Shopping-Apps genauer angesehen.

Unsere Erwartungen: Kaufrausch ja, aber nicht mit unseren Daten

Wir setzen eine leichte Bedienung der Apps voraus, damit das Shoppen dem Laien genauso zugänglich wird wie dem Profi. Eine eindeutige Aufklärung über sämtliche Konditionen und Zahlungsmethoden ist uns genauso wichtig wie ein angenehm breites Sortiment. Wir möchten einkaufen, aber ohne zu viel von uns preisgeben zu müssen. Und wir möchten, dass unsere Daten in Sicherheit sind. Die Übertragung unseres Einkaufs soll SSL-verschlüsselt stattfinden und der Rückversand soll genauso eindeutig sein wie AGB und Datenschutzvereinbarungen.

Zalando im Test

Die Zalando-App ist ausschließlich für Smartphones optimiert; Tablet-User können sie nicht verwenden – es sei denn, Sie nutzen das iPad. Mindestens iOS 7.0 beziehungsweise Android 2.3.3 ist notwendig, um die Shopping-App aus dem Hause Zalando SE zu verwenden. Mit der Installation gewähren Sie der App folgende Zugriffe: Identität, Fotos/ Medien/ Dateien, Kamera/ Mikrofon und WLAN-Verbindungsinformationen. Weiter ist die App in der Lage, Daten aus dem Internet abzurufen, auf alle Netzwerke zuzugreifen, den Vibrationsalarm zu steuern, den Ruhezustand zu deaktivieren und Netzwerkverbindungen abzurufen. Seit 2012 existiert die iOS-Zalando-App, im April 2013 zog Zalando für Android nach. Ziel des Versandriesen war es, die App genauso aufzubauen wie die Desktop-Version – und genau das ist gelungen, so viel können wir bereits verraten.

Nach der Installation können wir uns umschauen: Neben dem Angebot für Damen, Herren und Kinder existieren zahlreiche Zusatzfeatures. So dient der „Styleshaker“ als Inspiration für jene, die etwas unschlüssig sind. Schütteln Sie einfach Ihr Smartphone und schon können Sie individuelle Kombinationen betrachten und zusammenstellen. Sie haben die Möglichkeit, diese direkt zu kaufen oder aber mit Freunden zu teilen. Möchten Sie unterwegs Preise vergleichen, können Sie dies mit dem Barcode-Scanner in der App machen. In der Sales-Kategorie kommen Schnäppchenjäger auf ihre Kosten und ein Magazin informiert interessierte Online-Shopper über neueste Trends und Entwicklungen der Modebranche. Die App synchronisiert Ihre App-Details automatisiert mit Ihrem Online-Account, sodass Sie jederzeit sehen, wann Sie was geshoppt haben und welche Artikel auf Ihrem Wunschzettel vermerkt sind. Mit den gängigen Merk-, Such- und Kauffunktionen wartet die App ebenfalls auf. Produkte und Outfits lassen sich in den sozialen Netzwerken teilen und in unserem Test konnten wir einfach filtern, Produkte ansehen und bestellen, ohne dass es Schwierigkeiten gab. Einzig eine Tatsache ist uns aufgefallen: Verwenden wir den Styleshaker, liegt die Summe des Outfits locker bei 400 – 600 Euro. Es wäre großartig, könnte man hier noch ein Preislimit festlegen.

Die Navigation haben Sie schnell verinnerlicht: Mittels Wischgesten navigieren Sie zwischen dem Home-Bildschirm und den drei Hauptkategorien (Damen/ Herren/ Kinder). In den einzelnen Hauptkategorien finden Sie Unterkategorien und die Anzahl der dahinterliegenden Produkte – eine schöne Übersichtlichkeit ist hier gegeben. Ein weiteres Filtern nach weiteren Unterkategorien ist genauso möglich wie das Sortieren nach auf- oder absteigenden Preisen oder anderen Parametern. Unten ist es möglich, den Filter noch weiter einzugrenzen: Geben Sie eine Preisspanne an, entscheiden Sie sich für bestimmte Marken oder Farben und die App filtert alles weitere heraus. Aufgrund des gigantisch großen Angebots bei Zalando macht die Filterfunktion definitiv Sinn! Möchten Sie sich ein bestimmtes Teil genauer anschauen, nutzen Sie die Lupenfunktion zur Vergrößerung. Artikelbeschreibungen sowie Kundenbewertungen geben einen sehr guten Überblick über die Produkte. Die Shopping-App Zalando lief in unserem stabilen WLAN-Netz immer flüssig, während die Tester, die die App mit einer mobilen Datenverbindung genutzt haben, öfter darüber klagten, dass das Laden der Bilder sehr lange dauert. Wir haben uns jederzeit bestens über die Konditionen aufgeklärt gefühlt.

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen finden wir schnell, einfach und in deutscher Sprache auf der Website von Zalando. Wir erfahren, dass es drei verschiedene Verkaufsmodelle gibt, die jeweils unterschiedliche AGB-Teile inkludieren: Zalando-Artikel, Zalando-Partnerartikel und Zalando-Lounge-Artikel. Letzteres ist eine „exklusive Shopping-Community“, bei der Markenartikel stark reduziert angeboten werden. Weiter werden uns Kontaktdaten für Fragen und/ oder Anmerkungen genannt: Die Deutschland-Hotline 0800 240 10 20 ist täglich zwischen 8 – 22 Uhr (auch sonntags) erreichbar, an die E-Mail-Adresse info@zalando.de können Sie sich jederzeit wenden. Zalando gehört zu den „Trusted Shops“; um diese Auszeichnung zu erhalten, müssen Shops diverse Anforderungen erfüllen, die Trusted Shops an dieser Stelle zusammenträgt. Dank dieser Zertifizierung erhalten Verbraucher einen Käuferschutz bis 2.500 Euro. Kurz zusammengefasst bedeutet dies, dass Ihre Einkäufe bei Zalando bis zu dieser Höhe von einer Garantie für 30 Tage vor Verlust geschützt sind. Die konkreten Bedingungen können Sie bei Trusted Shops nachlesen.

Weiter kann sich Zalando damit rühmen, TÜV-zertifiziert zu sein: „Mit geprüfter Qualität, Sicherheit und Transparenz sind zalando.de, zalando.at, zalando.ch in hohem Maße vertrauenswürdig„, erklärt das TÜV-Zertifikat. Untersucht werden über 100 Kriterien, darunter „z. B. die Fähigkeit, die versprochenen Leistungen tatsächlich zu erfüllen, sowie ein gutes Datenschutzniveau, insbesondere zum Schutz von personenbezogenen und anderen sensiblen Daten. Darüber hinaus wird die Transparenz des kompletten Online-Einkaufsvorgangs untersucht – von der Recherche und Auswahl bis zur Bestellung und deren Abwicklung.“ Die AGB informieren uns darüber, dass Sie für selbst eingestellte Inhalte alleine verantwortlich sind; Zalando ist weder zur Speicherung noch zur Veröffentlichung Ihrer Inhalte, beispielsweise Kommentare oder Produktbewertungen, verpflichtet. Unter Punkt 4.1 sehen wir, dass Produkte nur dann von Minderjährigen gekauft werden können, wenn die Erziehungsberechtigten ihr Einverständnis geben. Sehr eindeutig formuliert Zalando, wie ein verbindlicher Kauf vonstattengeht. Die Auslieferung der bestellten Ware erfolgt nach der Gutschrift der vollständigen Rechnungssumme auf Zalandos Konto. Wird die Rechnung nicht binnen sieben Tagen beglichen, tritt Zalando vom Kaufvertrag zurück, die Bestellung ist hinfällig und es erlischt die Lieferpflicht seitens Zalando. Die Lieferpflicht erlischt ebenfalls bei Nichtverfügbarkeit; eventuelle Vorauszahlungen werden in diesem Fall „unverzüglich erstattet“. Wird die Lieferzeit durch höhere Gewalt verzögert, gilt: „Dauert das Leistungshindernis in den vorgenannten Fällen über einen Zeitraum von mehr als 4 Wochen nach den ursprünglich geltenden Lieferzeiten an, so sind Sie zum Rücktritt vom Vertrag berechtigt. Weitergehende Ansprüche, insbesondere auf Schadensersatz, bestehen nicht.“ Die vorgenannten Fälle sind jene höherer Gewalt wie beispielsweise Streik, Rohstoffknappheit, Maschinenschäden „und alle sonstigen Behinderungen, die bei objektiver Betrachtungsweise nicht von uns schuldhaft herbeigeführt worden sind.“

Änderungen in den AGB können jederzeit stattfinden; Zalando informiert seine Kunden rechtzeitig und teilt die konkreten Änderungen mit. Nun geht es speziell um Bestellungen bei Zalando: Gezahlt werden können Ihre Bestellungen mittels Vorkasse, Kreditkarte, PayPal oder per Rechnung. Der Shop behält sich vor, „bestimmte Zahlarten nicht anzubieten und auf andere Zahlarten zu verweisen.“ Wir erfahren, wann Kreditkarten belastet werden, wie Rechnungen und Gutschriften funktionieren und was im Falle von Zahlungsverzug geschieht. Auch den Widerruf erklärt Zalando: Retoureaufkleber sind den Paketen beigelegt, online abrufbar und per E-Mail oder telefonisch anzufordern. Die Widerrufsbelehrung gilt ausschließlich für den Kauf von Zalando-Artikeln, nicht für Partner- oder Lounge-Artikel. Binnen 14 Tagen können Sie ohne Begründung vom Vertrag zurücktreten. Die 14-Tagefrist beginnt mit dem Erhalt Ihrer Artikel. Reichen Sie Ihren Widerruf postalisch, per Telefax oder E-Mail ein. Dafür können Sie auch das Widerrufsformular nutzen, das Sie unter „Mein Benutzerkonto“ finden. Über dieses gesetzliche Widerrufsrecht hinaus ermöglicht Ihnen Zalando ein 100-tägiges Rückgaberecht: Fristbeginn ist wieder der Tag des Warenerhalts. 100 Tage später können Sie Ihre Waren an Zalando zurücksenden, wenn Sie die Ware ausschließlich zur Anprobe getragen haben, zudem die Ware „unversehrt und ohne Beschädigung in der Originalverpackung zurückschicken.“ Ihre eventuell schon getätigten Zahlungen gehen über den Zahlungsweg an Sie zurück, den Sie zur Bestellung gewählt haben, beispielsweise zahlen Sie per Kreditkarte und Zalando sendet die Rückzahlung ans Kreditkartenkonto. Bestellen Sie Zalando-Partner-Artikel, wird dies entsprechend gekennzeichnet. Verlinkt auf der Artikelseite finden Sie Informationen zur Identität des Partners. Für diese Artikel gelten im Wesentlichen dieselben Bedingungen wie für Zalando-Artikel; dies gilt auch für das gesetzliche und freiwillige Widerrufs-/ Rückgaberecht. Es folgen die AGB zu den Lounge-Artikeln, denen wir wieder Details zu den Konditionen und Zahlungsmethoden entnehmen und zudem erfahren, dass hier ausschließlich das 14-tägige gesetzliche Widerrufsrecht gilt.

Auch die Datenschutzvereinbarung finden wir schnell, einfach und in deutscher Sprache. Wir erfahren, dass unser Einverständnis zu diesen Vereinbarungen dadurch gegeben wird, dass wir eine Bestellung oder Registrierung tätigen. Bei Fragen rund um den Datenschutz stehen uns telefonisch, postalisch und per E-Mail (datenschutz@zalando.de) Ansprechpartner zur Verfügung. Personenbezogene Daten werden erfasst, wenn Sie sich registrieren und die Angaben in Ihrem Kundenkonto ausfüllen, zudem wenn Sie anderweitig mit Zalando in Kontakt treten. Zalando bittet um Vorsicht und Vertraulichkeit aller Daten, insbesondere des Passworts, denn: „Wir können keine Haftung für missbräuchlich verwendete Passwörter übernehmen, es sei denn, wir hätten den Missbrauch zu vertreten.“ Sehr konkret und eindeutig erfahren wir, wozu Ihre persönlichen Daten verwendet werden: „für die gesamte Abwicklung Ihres Kaufs, einschließlich eventuell späterer Gewährleistungen, für unsere Servicedienste, die technische Administration sowie eigene Marketingzwecke.“ Dritte erhalten Ihre persönliche Daten ausschließlich, „wenn dies zum Zweck der Vertragsabwicklung oder Abrechnung erforderlich ist oder Sie zuvor eingewilligt haben.“ Näher bestimmt wird leider nicht, wie diese Einwilligung auszusehen hat. Zalando verpflichtet seine Partner allerdings, Ihre Daten ausschließlich für den jeweiligen Zweck zu verwenden. So erhält der Logistikpartner DHL beispielsweise Ihre Adresse und darf diese ausschließlich zur Auslieferung der bestellten Waren verwenden. Gelöscht werden Ihre personenbezogenen Daten, wenn Sie um Löschung gebeten haben, dies mit den gesetzlichen Aufbewahrungsfristen vereinbart werden kann oder die Speicherung aus gesetzlichen Gründen unzulässig ist.

Sehr gut: Möchten Sie nicht, dass Ihre personenbezogenen Daten für Werbezwecke eingesetzt werden, können Sie sich an den Datenschutzbeauftragten wenden und dem widersprechen. Ihre Newslettereinstellungen können Sie selbstständig in Ihrem Account vornehmen. Alternativ verwenden Sie den Abmeldelink im Newsletter oder wenden sich an den Datenschutzbeauftragten. Unabhängig vom Newsletter erhalten Sie Produktempfehlungen. Basis dieser Empfehlungen sind Ihre letzten Zalando-Einkäufe. Möchten Sie keine Produktempfehlungen erhalten, wenden Sie sich wieder an den Datenschutzbeauftragten. In anonymisierter Form werden weitere Daten, darunter Betriebssystem und Plattform, Bestellhistorie, Datum und Zeit des Webseitenbesuchs, Empfangs- und Lesebestätigungen von E-Mails usw., genutzt, um „Ihr Einkaufserlebnis permanent zu verbessern und für Sie kundenfreundlich und individuell zu gestalten.“ Auch dem können Sie widersprechen, indem Sie sich an den Datenschutzbeauftragten wenden. Nehmen Sie an Gewinnspielen, Markt- und Meinungsforschungen teil, werden die Daten ausschließlich anonymisiert genutzt. Sämtliche Antworten werden zu keiner Zeit mit Ihren personenbezogenen Daten in Verbindung gebracht. Zalando sendet persönliche Daten inklusive Anschrift zur Bonitätsprüfung an die Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG in Hamburg. Auch dem können Sie widersprechen, indem Sie den Datenschutzbeauftragten kontaktieren, müssen dann aber damit leben, dass Sie ausschließlich per Vorkasse zahlen können. Zalando setzt zur statistischen Auswertung auf Google Analytics und Webtrekk. Weiter macht Zalando auf die Nutzung von Social Plugins aufmerksam und rät, sich aus den jeweiligen Netzwerken auszuloggen, wenn Sie nicht möchten, dass die sozialen Netzwerke beim Besuch auf Zalando Infos von Ihnen sammeln. Zalando arbeitet mit einer 256-bit-AES-Verschlüsselung und verspricht, alle eigenen Seiten und Systeme „durch technische und organisatorische Maßnahmen gegen Verlust, Zerstörung, Zugriff, Veränderung oder Verbreitung Ihrer Daten durch unbefugte Personen“ abzusichern.

Zalando gefällt uns! Die Navigation ist einfach und intuitiv gestaltet, die Auswahl so riesig, dass die Filteroptionen zwingend notwendig sind, um den Überblick nicht zu verlieren. Haben wir die App im WLAN-Netz verwendet, verlief der Bestellablauf problemlos, wir fühlen uns bestens über Konditionen und Zahlungsmethoden informiert. Etwas schwerfälliger ist es im mobilen Datennetz: Bilder laden wesentlich langsamer und Sie müssen etwas Geduld mitbringen. Die CPU unserer Testgeräte ist nur geringfügig ausgelastet und sowohl die Auffindbarkeit als auch die Deutlichkeit der AGB und Datenschutzvereinbarungen sind vorbildlich. Dass Sicherheit und Datenschutz tatsächlich im Sinne des Verbrauchers sind, zeigt die Selbstbestimmung des Verbrauchers, der nur aktiv werden muss: Bei Zalando ist es möglich, so zu shoppen, dass persönliche Daten nur jenen Dritten mitgeteilt werden, die dem Zweck der Bestellung dienen (Logistik- und Zahlungspartner). Wenn Sie das so möchten, dann widersprechen Sie der sonstigen Nutzung. Apropos widersprechen: Die freiwillige 100-tägige Rückgabefrist macht den Shop noch attraktiver!

Zusammenfassung Zalando

  • ZalandoWiderruf: gesetzlich (binnen 14 Tagen) und freiwillig (binnen 100 Tagen)
  • Datenzugriff: Identität, Fotos/ Medien/ Dateien, Kamera/ Mikrofon, WLAN-Verbindungsinformationen, Daten aus dem Internet abrufen, Zugriff auf alle Netzwerke, Vibrationsalarm steuern, Ruhezustand deaktivieren, Netzwerkverbindungen abrufen
  • Entwickler: Zalando SE
  • Finanzierung: Querfinanzierung mit Zalando-Produkten
  • Land: Deutschland
  • AGB & Datenschutzvereinbarungen: Deutlichkeit und Auffindbarkeit sehr gut, transparent, eindeutig formuliert, inhaltlich sehr gut durch viele Möglichkeiten der Selbstbestimmung
  • Weitergabe persönlicher Daten: ja, Widerspruch dagegen möglich
  • Aufklärung über Konditionen: eindeutig
  • Individuelle Bestimmung des Datenzugriffs: nein
  • Altersbeschränkung: in den AGB vermerkt
  • Verbindungen soziale Medien: zur Empfehlung
  • Speicherung persönlicher Daten: ja, auf Servern in Deutschland
  • Anleitungen, Foren, Support: kostenlose Telefon-Hotline, Kontaktformular und Online-Hilfe
  • vorhandene Funktionen: sehr umfangreiches Mode- & Accessoires-Angebot, Features wie Trend-Magazin, Styleshaker, Barcode-Scanner, Suchfunktion, Synchronisierung des Warenkorbs und Wunschzettels mit Kundenkonto
  • optionale Kauffunktionen: keine
  • CPU: geringe Auslastung
  • Kosten: kostenlos
  • sinnvoll in der Gratisversion: ja

Download Android
Download iOS

eBay im Test

Mit der kostenlosen eBay-App wird das Versteigern und Ersteigern mobil: iOS-User können die App ab Version 6.0 nutzen, unter Android variiert die erforderliche Version je nach Gerät. Verwenden können Sie die App sowohl auf Smartphones als auch auf Tablets – das ist schon mal ein Vorteil gegenüber der Zalando-App. Sie gestatten eBay Zugriff auf Ihre Identität, auf Ihren Standort, auf Fotos/ Medien/ Dateien und auf Kamera/ Mikrofon. Weiter kann die App Daten aus dem Internet abrufen, die Nahfeldkommunikation steuern, die Servicekonfiguration lesen, sie kann beim Start ausgeführt werden, auf alle Netzwerke zugreifen, den Vibrationsalarm steuern, Netzwerkverbindungen abrufen und den Ruhezustand deaktivieren. Das sind verhältnismäßig umfangreiche Berechtigungen, die größtenteils sinnvoll sind – Ihren Standort benötigt die App beispielsweise, wenn Sie sich Artikel in Ihrer Nähe anschauen möchten, auf Ihre Kamera und Ihre Dateien greift die App zu, damit Sie Artikelbilder erstellen und nutzen können.

Nach dem Öffnen der eBay-Shopping-App können wir bereits Artikel suchen, uns einloggen, einen Account anlegen und Einstellungen vornehmen. Unter den Einstellungen können wir nicht viel bewirken, bevor wir uns nicht eingeloggt haben, allerdings finden wir Erklärungen zum eBay-Käuferschutz, wir können den Kundenservice nutzen und auf die Nutzungsbedingungen sowie rechtliche Informationen zugreifen. Nachdem wir uns eingeloggt haben, erhalten wir eine tolle Übersicht: Mein eBay, Kategorien, verkaufen, Erinnerungen, Nachrichten, gespeicherte Suchanfragen, gespeicherte Verkäufer, zuletzt aufgerufene Artikel, ein eigener Interessen-Feed, der auf bisherigen Käufen und Suchanfragen basiert, WOW! Angebote sowie Top-Preis-Artikel werden uns angezeigt, bevor wir ganz unten auf unser Bewertungsprofil zugreifen und nun im eingeloggten Zustand auch Einstellungen vornehmen können. Diese Einstellungen sind nicht sonderlich umfangreich: Benachrichtigungen, Land/ Region, Verlauf löschen (aktuelle Suchanfragen auf diesem Gerät löschen) und zuletzt angesehene Artikel auf der Startseite anzeigen. Auf dem Reiter „Mein eBay“ finden Sie, was Sie auch von der eBay-Website kennen: Die Listen „beobachten“, „kaufen“ und „verkaufen“ mit der Option, sich Details anzusehen. Aber die App kann auch mit Funktionen aufwarten, die in der Webseitenversion sinnlos wären: Gehen Sie auf „Bei eBay finden“, können Sie Barcodes scannen, gespeicherte Suchanfragen erneut aufrufen oder aber einen neuen Suchbegriff eingeben. Schön: Wenn Sie etwas suchen, finden Sie oben rechts den direkten Weg zurück zur Startseite, zu „Mein eBay“ oder Sie können die Ergebnisliste aktualisieren.

Ergebnisse zu Ihrer Suche können Sie sortieren, die Ansicht ändern oder nach Kategorie, Stil, Marke, Farbe, Angebotsformat, Artikelzustand und Preis filtern. Picken Sie sich ein Produkt heraus, können Sie sich oben die Bilder ansehen und unten der Artikelbeschreibung folgen. Auch bereits bestehende Bieteraktivitäten können Sie sehen, außerdem Details zu den Konditionen und zum Verkäufer. Sie können andere Artikel des Verkäufers oder ähnliche Artikel aufrufen, alternativ einen solchen Artikel selbst verkaufen. Sämtliche Artikel können Sie per E-Mail oder in den sozialen Netzwerken teilen. Die Funktionalität und das Handling der App gefallen uns: Genau das haben wir von eBay mobil erwartet. Gespannt sind wir, ob eBay auch unsere Erwartungen bezüglich der AGB und Datenschutzvereinbarungen erfüllt.

Wir finden die Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen für die eBay-App direkt in der Anwendung unter Einstellungen – Hilfe – Mehr zum Thema. Nutzen Sie die App, erklären Sie sich gleichzeitig mit diesen Bedingungen einverstanden. Zuständig für Nutzer aus der EU ist die eBay Europe S.à.r.l. in Luxemburg. Einige oder alle der folgenden Informationen erfasst und speichert eBay, um Ihnen mehr Nutzerfreundlichkeit zu bieten:

  • Anmeldedaten Ihres Geräts einschließlich Geräte-ID
  • Standortdaten, wenn Sie dies in den Einstellungen Ihres Geräts nicht unterbinden,
  • Ihre persönlichen Informationen aus Ihrer Anmeldung,
  • eine verschlüsselte Kopie Ihres Mitgliedsnamens und Passworts,
  • Ihre Spracheinstellungen sowie Ihre bevorzugte eBay-Seite,
  • Ihre E-Mail-Adresse sowie sämtliche Inhalte der Korrespondenzen, die Sie über die App senden,
  • Informationen über Ihre Interaktionen mit der App und entsprechenden eBay-Websites.

Nicht nur eBay, sondern auch seine Servicepartner nutzen all diese Informationen, „um Anwendungen, Websites, Dienste und Tools von eBay zu betreiben und zu verbessern.“ Nutzen Sie die App im Zusammenhang mit Sharing-Funktionen, etwa über soziale Netzwerke, übernimmt eBay keinerlei Haftung für Schäden, die sich aus dieser Austauschfunktion ergeben. eBay erlaubt sich, Informationen über Sie mit der Konzernfamilie zu teilen, „um gemeinsame Inhalte und Dienste bereitzustellen […], die Aufdeckung und Prävention illegaler Handlungen und Verstöße gegen unsere Grundsätze zu unterstützen und eine Hilfestellung für Entscheidungen zu deren Produkten, Dienstleistungen und Kommunikation zu bieten.“ eBay verspricht, dass Mitglieder der Konzernfamilie Ihre Informationen ausschließlich dann zu Werbezwecken nutzen dürfen, wenn Sie diese angefordert haben. Eventuell werden eBays Dienstleistungen durch Dritte erbracht oder unterstützt. In diesen Fällen und um Analysedaten zur Nutzung der Anwendung zu erhalten, werden Trackingmittel wie Cookies eingesetzt, um Nutzungsdaten anonym zu erfassen und die Ergebnisse an eBay weiterzuleiten. eBay stellt klar, dass dem Konzern Ihre Sicherheit wichtig ist, dass aber die von der App erfassten Informationen lokal auf Ihrem Gerät oder auch an eBays Server in den Vereinigten Staaten und/ oder Europa gesendet werden können. Man setze „zum Schutz Ihrer persönlichen Daten allgemein anerkannte Industriestandards“ ein, heißt es in der Erklärung, jedoch eine Garantie für die Sicherheit Ihrer Daten übernimmt das Auktionshaus nicht. Die Datenschutz- und Nutzungsbedingungen können sich von Zeit zu Zeit ändern. eBay informiert seine Mitglieder darüber und setzt Änderungen 30 Tage nach Ankündigung in Kraft. Sind Sie mit diesen Neuerungen nicht einverstanden, ist der Fall für eBay klar: „deinstallieren Sie die Anwendung und verwenden Sie sie nicht länger.“ Entstehen Ihnen Fragen zu den Datenschutzvereinbarungen, können Sie sich an mobileprivacy@ebay.com wenden.

In den der Datenschutzerklärung anschließenden Nutzungsbedingungen erfahren wir, dass eBay „jegliche Haftung für beliebige infolge Ihrer Nutzung dieser Anwendung entstehende Schäden“ ausschließt. Nach den gesetzlichen Vorschriften allerdings haftet eBay für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit seitens eBay und seiner Erfüllungsgehilfen, außerdem bei schuldhafter Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit, die durch eBay und seinen Erfüllungshilfen entstandene „einfach fahrlässige Verletzungen wesentlicher Vertragspflichten“. Der eBay-Käuferschutz entspricht dem des Partnerunternehmens PayPal: Wird ein Artikel nicht geliefert oder weicht erheblich von der Beschreibung ab, werden Sie darum gebeten, den Verkäufer binnen 45 Tagen über „Probleme klären“ auf der eBay-Site (oben rechts unter „Kundenservice“) zu kontaktieren. Hat der Verkäufer Ihr Problem nicht innerhalb von 10 Tagen gelöst, übernimmt eBay die weitere Kommunikation mit dem Verkäufer; wieder gehen Sie auf „Probleme klären“ und übergeben eBay die Angelegenheit. Innerhalb von 48 Stunden werden Sie von eBay kontaktiert, um die Details zu klären. Sind Sie im Recht, erstattet eBay Ihnen den Kaufpreis und die Versandkosten. Dies gilt ausschließlich bei Käufen, die mit PayPal gezahlt werden. Weitere Details entnehmen Sie der PayPal-Käuferschutzseite.

Das Support-Angebot bei eBay ist ebenfalls schön umfangreich: Neben den Hilfeseiten auf der eBay-Website können Sie eBay per Formular kontaktieren. Die eBay-App hat uns gefallen: Sie macht das Auktionshaus aus der Webversion mobil und shoppen ziemlich einfach. Dass Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen aus der App heraus aufrufbar sind, finden wir gut, um Transparenz zu wahren. Weniger gut finden wir den recht offenherzigen Umgang mit Ihren Daten, die gerne mal über den Globus in die Staaten wandern können. Wenn Sie PayPal als Zahlungsmittel Ihrer Wahl nutzen, besteht für Ihre Bestellungen Käuferschutz. Bei eBay ist der Vorteil, dass Sie gebraucht und damit günstig alle möglichen und unmöglichen Sachen kaufen oder ersteigern können, während Sie bei Zalando eher eingeschränkt shoppen. Dafür stammt Zalando aus Deutschland und kann mit einem entsprechenden Datenschutzniveau aufwarten.

Zusammenfassung eBay

  • eBayWiderruf: unnötig, da kostenfrei
  • Datenzugriff: Identität, Standort, Fotos/ Medien/ Dateien, Kamera/ Mikrofon, Daten aus dem Internet abrufen, Nahfeldkommunikation steuern, Servicekonfiguration lesen, beim Start ausführen, auf alle Netzwerke zugreifen, Vibrationsalarm steuern, Netzwerkverbindungen abrufen, Ruhezustand deaktivieren
  • Entwickler: eBay Mobile
  • Finanzierung: Querfinanzierung
  • Land: USA (Mutter), Deutschland (Zweigniederlassung) und Luxemburg (verantwortlich für die App)
  • AGB & Datenschutzvereinbarungen: Auffindbarkeit und Deutlichkeit sehr gut, stellenweise kritikwürdig
  • Weitergabe persönlicher Daten: ja, an Partner und Muttergesellschaft, die auch außerhalb der EU sitzen können
  • Aufklärung über Konditionen: eindeutig
  • Individuelle Bestimmung des Datenzugriffs: nein
  • Altersbeschränkung: nein
  • Verbindungen soziale Medien: ja
  • Speicherung persönlicher Daten: ja, auf Servern in Europa und den USA
  • Anleitungen, Foren, Support: eigene Support-Seite mit FAQ & Kontaktmöglichkeiten
  • vorhandene Funktionen: ersteigern/ kaufen oder verkaufen/ versteigern von Artikeln jedweder Art, Barcode-Scanner, Accountverwaltung
  • optionale Kauffunktionen: keine
  • CPU: geringe Auslastung
  • Kosten: kostenlos
  • sinnvoll in der Gratisversion: ja

Download Android
Download iOS

Amazon im Test

Während Amazon unter iOS ab Version 6.0 mit dem iPhone oder iPod touch genauso verwendet werden kann wie fürs iPad, gestaltet es sich unter Android schwerer, aber immerhin gibt es auch eine Lösung für Tablet-User: Die für Smartphones optimierte App kann ab Android 2.3 geladen werden, die für Tablets konzipierte App ab Android 4.0.3. Mit der Installation berechtigen Sie die App, auf Ihre Identität, Ihren Standort, Fotos/ Medien/ Dateien, auf WLAN-Verbindungsinformationen, Geräte-ID & Anrufinformationen zuzugreifen. Daneben gestatten Sie der App, Einstellungen und Verknüpfungen auf dem Startbildschirm zu lesen, Daten aus dem Internet abzurufen, Verknüpfungen zu installieren, den Zugriff auf alle Netzwerke, Netzwerkverbindungen abzurufen, den Vibrationsalarm zu steuern, den Ruhezustand zu deaktivieren, Konten auf dem Gerät zu verwenden, Konten zu erstellen und Passwörter festzulegen. Das sind mit Abstand die umfangreichsten Berechtigungen in unserem Shopping-App-Test.

Nach dem Öffnen der App sehen wir einen Überblick über aktuelle Kundeninteressen und Bestsellern in verschiedenen Kategorien. Haben wir uns eingeloggt, erhalten wir individuelle Produktempfehlungen, wie wir es von der Amazon-Website kennen. Ein Fingertipp in die linke Navigation gibt uns einen tollen Überblick: Wir können zur Startseite wechseln, Angebote aufrufen, Bestellungen, Account, Wunschzettel und Empfehlungen einsehen, unser Land wählen, rechtliche Hinweise einsehen, Hilfe aufrufen oder uns ausloggen. Klicken wir die Kategorien an, bleibt die Navigation angenehm übersichtlich: Rufen wir beispielsweise „Bücher“ auf, können wir anschließend weiter filtern. Entscheiden wir uns nun beispielsweise für „Belletristik“, erlaubt uns die Navigation weitere Eingrenzungen. Mit einem erneuten Fingertipp auf „Alle Kategorien“ verlassen wir unsere Auswahl wieder. Rufen wir einen Artikel auf, erinnert das Handling an die Internetseite des Versandriesen: Wir erfahren Produktdetails, können den Artikel in den Einkaufswagen legen oder per 1-Click kaufen (wenn aktiviert), erhalten weitere Einkaufsoptionen von anderen Händlern, es folgt eine ausführliche Erklärung, Artikel, die andere Kunden bereits kauften, werden uns angezeigt, anschließend können wir die Rezensionen einsehen. Auf jeder Artikelseite finden wir ganz unten Links zu den AGB, der Datenschutzerklärung und zum Impressum. Diese Punkte sind auch durchs linke Navigationsmenü unter „rechtliche Hinweise“ aufrufbar – das ist angenehm transparent.

Die AGB und Datenschutzerklärung nehmen Sie im Zuge Ihrer Registrierung durch einen Klick des entsprechenden Feldes an. Sie gelten für sämtliche Amazon-Auftritte für Käufer und Verkäufer gleichermaßen. Die AGB, die Sie auch online abrufen können, geben Amazon das Recht, mit Ihnen per E-Mail oder durch Veröffentlichungen auf der Website zu kommunizieren. Sie stimmen dieser elektronischen Kommunikation zu. Stellen Sie selbst Inhalte ein, beispielsweise Rezensionen oder Produktbilder, werden Urheberpersönlichkeitsrechte nicht übertragen, aber Amazon und seine Unterlizenznehmer sowie Übertragungsempfänger dürfen den Namen, mit dem Sie Inhalte einsenden, sowie die Inhalte selbst nutzen, vervielfältigen, ändern, bearbeiten, veröffentlichen, übersetzen, abgeleitete Werke herstellen, verbreiten und weltweit in allen Medien wiedergeben. Dafür stimmen Sie zu, Inhaber sämtlicher Rechte zu sein, die mit Ihren Inhalten einhergehen. Der Versandriese erklärt seine eigene Rolle: Amazon stellt lediglich eine Plattform zum Handeln dar und steht in keinster Weise dazwischen, wenn Käufer und Verkäufer handeln. Amazon ist weder Vertreter des Käufers noch des Verkäufers; letzterer ist alleinverantwortlich für die ordnungsgemäße Transaktion inklusive etwaiger Reklamationen oder anderer Angelegenheiten. Nichtsdestotrotz bietet Amazon mit der A-bis-Z-Garantie eine Schlichtungsmöglichkeit: Diese Garantie gilt für sämtliche Bestellungen, die Sie über amazon.de oder die App tätigen. Ein Käuferschutz besteht für bis zu 2.500 Euro; Voraussetzungen, Einschränkungen sowie den Garantieantrag und weitere Informationen finden Sie auf diesen Seiten. Haben Amazon, Vertreter oder Erfüllungshilfen von Amazon einen vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Fehler verursacht, haftet der Online-Händler uneingeschränkt. Auch für leicht fahrlässige Verletzungen, die das Erreichen des Vertragszwecks gefährden, sowie für Pflichtverletzungen, die das ordentliche Durchführen des Vertrags unmöglich machen, haftet Amazon, allerdings „nur für den vorhersehbaren, vertragstypischen Schaden“.

Wir erfahren in den Verkaufsbedingungen, dass Personen, die Amazon nutzen, mindestens 18 Jahre alt sein oder einen gesetzlichen Vertreter beauftragen müssen. So weit, so gut, jetzt wird es speziell: „Die Teilnehmer berechtigen Amazon, jegliche Information, die bei der Registrierung abgefragt wurde, zu benutzen, um die Richtigkeit dieser Angaben zu überprüfen (einschließlich deren Aktualisierungen) sowie von Zeit zu Zeit und solange der Teilnehmer für Amazon.de Marketplace angemeldet ist, Berichte über deren Kreditwürdigkeit einzuholen (einschließlich Anfragen in Bezug auf den Ehepartner).“ Dass finanzielle Information über Ehepartner eingeholt werden, ist schon ziemlich befremdlich! Während Sie bei anderen Plattformen über etwaige Änderungen informiert werden, bittet Amazon darum, gelegentlich selbst aktiv zu werden und die Bedingungen regelmäßig zu prüfen. Nehmen Sie die AGB an, stimmen Sie ausdrücklich der „Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten“ zu. Amazon und seine Partner sind zum Kontakt mit Ihnen berechtigt – unabhängig davon, welche Präferenzen Sie eventuell unter „Mein Konto“ angegeben haben.

Verkäufer und andere Amazon-Nutzer verpflichten sich, ihnen bekannt gewordene Informationen ausschließlich zum Zwecke der Abwicklung zu nutzen. „Insbesondere ist es verboten, solche Informationen für Werbung, unerbetene E-Mails, andere unerwünschte Kontaktaufnahmen oder für andere unzulässige Zwecke zu verwenden“, erklärt der Versandriese genauer. Eine lobenswerte und eindeutige Formulierung, denn wenn Sie Artikel erwerben, die nicht direkt über Amazon zu Ihnen kommen, erhält der Händler Ihre Kontaktdaten. Besteht der Verdacht auf strafbare Handlungen, ist Amazon berechtigt, Ihre persönlichen Daten inklusive Kontaktdaten, IP-Adresse, Surf-Informationen und selbst veröffentlichten Inhalten offenzulegen. Amazon erklärt sich für nicht zuständig bei etwaigen Verkäufer- oder Artikelbewertungen und ist nicht verpflichtet, Beurteilungen zu überprüfen. Teilnehmer, die durch „unwahre, beleidigende, wettbewerbswidrige, strafbare oder sonst rechtswidrige Inhalte“ auffallen, dürfen allerdings ausgeschlossen werden. In den AGB finden wir die Widerrufsbelehrung: Binnen 14 Tagen, nachdem der Käufer seine komplette oder nur Teile der bestellten Ware in Empfang genommen hat, oder bei digitalen Inhalten ab dem Tag des Vertragsabschlusses, kann der Kauf widerrufen werden. Amazon ist sehr gut auf Rücksendungen vorbereitet: Nutzen Sie das Rücksendezentrum, in dem Sie Anleitungen und Etiketten, außerdem ein Formular für den Rückversand finden. All das können Sie auch in der App aufrufen – theoretisch, denn in unserem Test klappte das leider nicht; wir konnten nur eine weiße Seite sehen. Bis Sie Ihr Geld zurück erhalten, können 14 Tage ab Eingang Ihres Widerrufs vergehen.

Dieses gesetzliche Widerrufsrecht ergänzt Amazon mit einer freiwilligen Rückgabegarantie: Binnen 30 Tagen ab Erhalt der Ware können Sie diese zurücksenden, „sofern die Ware vollständig ist und sich in ungebrauchtem und unbeschädigtem Zustand befindet.“ Amazon nennt Beispiele: Verschweißte/ versiegelte Waren wie PC-Spiele können nur im ungeöffneten Zustand zurückgegeben werden, digitale Inhalte, die nicht auf physischen Datenträgern geliefert werden, also Downloads, sind von dieser Garantie gänzlich ausgenommen. Der Kaufpreis, nicht jedoch die Versandkosten werden zurückerstattet. Eine Ausnahme bilden Kleidung und Schuhe aus dem Amazon-Shop; hierbei werden auch Versandkosten zurückerstattet. Details und Beispiele hat Amazon auf dieser Seite zusammengestellt. Ihre Waren sind innerhalb der EU für zwei Jahre ab Lieferung mit einer Gewährleistung versehen: Sie haben Anspruch auf Reparatur oder Ersatz, wenn sich die bei Amazon gekauften Produkte „als mangelhaft oder nicht wie beschrieben erweisen“. Können die Mängel nicht beseitigt oder kein Ersatz beschafft werden, „können Sie die Rückerstattung oder Minderung des Kaufpreises verlangen“. Bei gebrauchten Waren kann sich diese Gewährleistung verkürzen.

Auch die Datenschutzvereinbarungen lassen sich sowohl aus der App als auch online aufrufen. Verantwortlich für die Umsetzung aller Datenschutzgesetze sind vier Amazon-Unternehmen (Amazon Europe Core S.à.r.l., die Amazon EU S.à.r.l, die Amazon Services Europe S.à.r.l. und die Amazon Media EU S.à.r.l.) mit Sitz in Luxemburg sowie die LOVEFiLM Deutschland GmbH mit Sitz in München. Amazon nimmt am Safe Harbor-Programm teil. Das bedeutet: Selbst wenn Ihre Daten auf europäischen Servern liegen, dürfen sämtliche Daten zu den US-Müttern, in dem Fall Amazon.com, Inc., transferiert werden. Dass das dortige Datenschutzniveau nicht mit dem EU-weiten mithalten kann, ist Hauptkritikpunkt an diesem Programm; weitere Informationen finden Sie auf Wikipedia. Informationen, die Sie durch Ihre Registrierung, Nutzung oder anderweitigen Kontakt mit Amazon an den Händler weitergeben, werden genutzt, um „Ihr Einkaufserlebnis bei Amazon.de individuell zu gestalten und stetig zu verbessern“, außerdem zur Abwicklung, Lieferung und Erbringung von Waren/ Dienstleistungen, zur Mitteilung über Bestellungen, Produkte, Dienstleistungen und für Marketinginformationen, zur Aktualisierung von Amazons Datensätzen und Ihrem Account sowie dazu, Inhalte, Produkte und Dienstleistungen empfehlen zu können, um die Plattform zu optimieren, Missbrauch „vorzubeugen oder aufzudecken oder Dritten die Durchführung technischer, logistischer oder anderer Dienstleistungen in unserem Auftrag zu ermöglichen.“ Erfasst und gespeichert werden sämtliche Informationen, die Sie auf der Website oder in der App eingeben. Möchten Sie bestimmte Informationen nicht an Amazon geben, so kann es passieren, dass Sie bestimmte Angebote nicht nutzen können.

Hinzu kommen automatisch gesammelte Informationen, die über Cookies und Flash-Cookies gesammelt werden. Welche dies im Detail sind, erfahren Sie hier. Mobile Nutzer übermitteln den Aufenthaltsort sowie eine dem Endgerät eindeutig zuzuordnende Kennnummer. Diese Informationen nutzt Amazon, um Ihnen standortbezogene Dienste anzubieten. An Ihrem Mobilgerät können Sie in den Einstellungen ausschalten, dass Apps Ihren Standort nutzen dürfen. Amazon wertet auch die Kommunikation per E-Mail aus: Unterstützt Ihr Computer diese Funktion, erhält Amazon Bestätigungen darüber, ob und welche E-Mails Sie öffnen. Welche E-Mails Sie von Amazon erhalten, können Sie in Ihrem Account festlegen – Sie können sich auch gegen sämtliche E-Mails entscheiden; ausgenommen sind Mails, die Ihre Transaktionen und Käufe betreffen. Zur Informationsbeschaffung kann sich Amazon auch an Dritte wenden: Auskünfte über Ihr Zahlungsverhalten können bei anderen Versandhändlern oder Kreditauskunfteien eingeholt werden, Logistikunternehmen können Informationen über die Bestell- und Lieferadresse aktualisieren, weitere Beispiele stellt Amazon hier zusammen. So viel zum Einholen von Informationen – wie steht es um das Herausgeben Ihrer Daten? Amazon formuliert schön eindeutig: „Es gehört jedoch nicht zu unserem Geschäft, diese Kundeninformationen zu verkaufen.“ Nichtsdestotrotz können Informationen im folgenden Umfang an Dritte gelangen:

  • Sämtliche mit Amazon.com, Inc. verbundenen Unternehmen und deren Tochtergesellschaften können Ihre Daten erhalten, „wenn diese entweder dieser Datenschutzerklärung unterliegen oder Richtlinien befolgen, die mindestens ebenso viel Schutz bieten wie diese Datenschutzerklärung.“
  • Partnerunternehmen, die zwar nicht direkt mit Amazon verbunden sind, aber einen eigenen Amazon-Shop unterhalten sowie Verkäufer bei Marketplace, wenn die Daten zur Abwicklung vonnöten sind.
  • Externe Dienstleister zur Erfüllung spezieller Aufgaben, beispielsweise Logistikpartner, die Ihre Adressdaten zur Auslieferung erhalten müssen, oder Finanzdienstleister, die den Zahlungsvorgang ermöglichen, aber auch für Werbemaßnahmen (inklusive dem Verfügbar-machen von Suchergebnissen und Links). Diese Partner dürfen Ihre Daten ausschließlich zum jeweiligen Zweck verwenden und Sie darüber hinaus nicht kontaktieren.
  • Zu Promotionzwecken kann Amazon Angebote anderer Unternehmen an ausgewählte Kundengruppen versenden. In solchen Fällen erfährt dieses Unternehmen keinerlei Daten, die Sie persönlich identifizieren können.
  • Werden Teile des Unternehmens oder der gesamte Versandriese veräußert, können Ihre Daten an den neuen Inhaber übergehen.
  • Bei gesetzlichen Verpflichtungen kann Amazon Kundenkonten und die persönlichen Daten eines Kunden offenlegen, beispielsweise bei einer strafrechtlichen Angelegenheit.

Amazon verpflichtet sich bei der Weitergabe Ihrer Daten in Länder außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums, dass die Übergabe der Informationen in Übereinstimmung mit der Datenschutzrichtlinie und deutschen Datenschutzgesetzen erfolgt. Um Ihre Informationen sicher zu übertragen, verschlüsselt Amazon sämtliche Kommunikationen. Ausnahmen bilden Aktivitäten außerhalb der Amazon-Website/ -App, beispielsweise wenn Sie sich per E-Mail an den Versandhändler wenden und selbst nicht verschlüsseln. Interessant ist auch der Punkt, dass Amazon Kopien Ihrer ursprünglichen Angaben aufbewahrt, wenn Sie Ihre Angaben unter „Mein Konto“ ändern. Möchten Sie vermeiden, dass Werbung von Dritten durch Ihre persönlichen Daten personalisiert wird, können Sie dies in Ihrem Profil vermerken. Besuchen Sie dafür die Seite „Amazon Einstellungen für Werbung„. Diese Selbstbestimmung ist einerseits löblich und vorbildlich, andererseits relativ nutzlos, wenn Ihre Daten dennoch auf US-Servern landen dürfen und durch das Safe Harbor-Programm den Datenschutzrichtlinien der USA unterliegen.

Die Amazon-Shopping-App liefert Ihnen das, was Sie bereits aus der Webvariante kennen, aufs Smartphone oder Tablet. Durch die aufgeräumte Menüführung zeigt sich die App einfach in der Bedienung und die CPU wird kaum spürbar belastet. Vorbildlich zeigt sich Amazon bei den Rückgabe-/Gewährleistungsbedingungen: Sie haben gesetzlich 14 Tage und freiwillig 30 Tage Zeit, sich für oder gegen einen Kauf zu entscheiden, und darüber hinaus zweijährige Garantieansprüche bei Neuwaren. Dass Amazon unter Android eine Smartphone- und eine Tablet-App herausbringt, ist eine bessere Alternative als ganz auf Tablets zu verzichten wie es bei Zalando der Fall ist. Das Support-Angebot von Amazon ist umfangreich: Eine Hilfeseite beantwortet bereits etwaige Fragen, Hilfevideos geben genaue Anleitungen und darüber hinaus können Sie mit dem Supportteam in Kontakt treten, um individuelle Fragestellungen zu beantworten. All das begeistert uns sehr, kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die Datenschutzregelungen nicht im Sinne des Verbrauchers sind. Das Safe Harbor-Programm sorgt dafür, dass Ihre Daten in die USA transferiert werden können – auch Ihre persönlichen Daten. Amazon ist bekannt dafür, Sie zum gläsernen Kunden werden zu lassen. Rechnen Sie damit, dass Ihr Kaufverhalten umfassend dokumentiert und protokolliert wird, dass es für Produktempfehlungen und Promotion genutzt wird. Amazon weiß genau, was Sie sich wünschen, was Sie brauchen und auch, was Sie sich leisten können. Wenn nicht, holt sich Amazon diese Informationen. Sogar Informationen über die finanzielle Situation Ihres Ehegatten darf Amazon einholen, wenn Sie die Plattform zum Verkaufen nutzen. Sehen Sie Amazon nicht als netten Buchhändler, sondern seien Sie sich gewiss, es mit einer Datenkrake zu tun zu haben. Amazon kennt Sie und Ihre Familie wahrscheinlich besser als Sie selbst. Machen Sie sich das bewusst, wenn Sie den Versandriesen trotzdem nutzen möchten.

Zusammenfassung Amazon

  • AmazonWiderruf: gesetzlich (binnen 14 Tagen) und freiwillig (binnen 30 Tagen)
  • Datenzugriff: Identität, Standort, Fotos/ Medien/ Dateien, WLAN-Verbindungsinformationen, Geräte-ID & Anrufinformationen, Einstellungen und Verknüpfungen auf dem Startbildschirm lesen, Daten aus dem Internet abrufen, Verknüpfungen installieren, Zugriff auf alle Netzwerke, Netzwerkverbindungen abrufen, Vibrationsalarm steuern, Ruhezustand deaktivieren, Konten auf dem Gerät verwenden, Konten erstellen und Passwörter festlegen
  • Entwickler: Amazon Mobile LLC, Tochter der Amazon.com, Inc.
  • Finanzierung: Querfinanzierung mit anderen Produkten/ Diensten
  • Land: Luxemburg und Deutschland, Mutter in den USA
  • AGB & Datenschutzvereinbarungen: beides sehr gut auffindbar, Deutlichkeit sehr gut, Inhalte kritikwürdig
  • Weitergabe persönlicher Daten: ja, an die Mutter, Partnerunternehmen und Dritte
  • Aufklärung über Konditionen: ja
  • Individuelle Bestimmung des Datenzugriffs: nein
  • Altersbeschränkung: ja, in den AGB erwähnt
  • Verbindungen soziale Medien: ja
  • Speicherung persönlicher Daten: ja, inkl. möglichem Transfer in die USA
  • Anleitungen, Foren, Support: umfangreiche Hilfeseiten, How-To-Videos und persönlicher Support
  • vorhandene Funktionen: sehr umfangreiches Shopping-Angebot, Zugriff aufs Konto, Wunschzettel und Empfehlungen
  • optionale Kauffunktionen: keine
  • CPU: geringe Auslastung
  • Kosten: kostenlos
  • sinnvoll in der Gratisversion: ja

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Unterwegs im Kaufrausch: Das macht unseren Testsieger aus

Unser Fokus liegt immer auf Sicherheit. Hier ist eine App den anderen beiden getesteten deutlich voraus: Zalando. Der Entwickler stammt aus Deutschland und unterhält auch seine Server hier. Die TÜV-geprüfte Sicherheit verstärkt die Glaubwürdigkeit des Händlers. Nutzer haben die Möglichkeit, sehr selbstbestimmend mit ihren Daten umzugehen. Klar: Möchten Sie bei Zalando einkaufen, müssen Sie persönliche Daten inklusive sensibler Zahlungsdaten angeben, das bleibt nicht aus. Partnerunternehmen wie Logistik- oder Zahlungsdienstleister müssen zur Abwicklung Ihre persönlichen Daten erhalten. Zalando erlaubt es Ihnen, soweit selbst zu bestimmen, dass Sie über Ihre Daten entscheiden können. Nutzen Sie diese Möglichkeiten! Zalando ist daneben auch die App, die die wenigsten Berechtigungen benötigt; auf Ihre Geräte-ID oder Ihre Gerätekonten greift diese App nicht zu. Wenngleich Zalando „nur“ Kleidung und Accessoires verkauft, ist diese App eindeutig Testsieger geworden. Es wäre für die Zukunft wünschenswert, würde Zalando seine App auch für Tablet-Nutzer verfügbar machen.

eBay und Amazon bieten zwar eine wesentlich größere Auswahl an Produkten, sind aber als Datenkraken bekannt und gefürchtet. Zu Recht, wenn man sich die Datenschutzvereinbarungen anschaut: Mit Muttergesellschaften, die ihren Sitz in den USA haben, werden Ihre Daten auch außerhalb der EU transferiert, widersprechen können Sie dem nicht. Bleibt nur eines: Sich bei beiden Plattformen abzumelden und sie nie wieder zu nutzen. Aber unter uns: Können oder möchten Sie auf Amazon und eBay verzichten? Wohl kaum. Für die App-Nutzung können wir Ihnen nur ans Herz legen, Ihre Datenschutzeinstellungen bestmöglich anzupassen. Und wenn Sie doch verzichten können, klopfen Sie sich auf die Schulter – Sie sind einer von sehr wenigen.



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  1. Shopping-Apps auf dem Prüfstand – Zalando-App hat die Nase vorn | onlinemarktplatz.de | 22. September 2014

    […] GROUP hat sich die bekanntesten und beliebtesten Shopping-Applikationen Zalando, eBay und Amazon genauer angesehen. Alle drei Apps sind kostenfrei und sowohl für Apples iOS als auch Android verfügbar. Die […]

    22. September 2014 @ 08:26