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Posteo aus Berlin möchte Sicherheitsimpulse setzen

28. Oktober 2014
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Posteo
ist der erste E-Mail-Anbieter unserer Testserie, der ein kostenpflichtiges Angebot offeriert. Versprochen wird ein „Impuls für mehr Sicherheit, Datenschutz und Nachhaltigkeit im Internet“ – wir sind gespannt, wie Posteo dies umsetzt, und starten unseren Test.

Posteo: über das Unternehmen

Posteo ist ein junges Unternehmen aus Berlin: 2009 gegründet, erlebt der Anbieter seit der Snowden-Ära einen Aufschwung. Zahlreiche Medien berichten seither über die Sicherheit, die Posteo bewirbt. Das werbefreie Angebot wird komplett eigenfinanziert. Neben Sicherheit und Datenschutz ist dem Unternehmen die Umwelt ein Anliegen: Ökostrom, effizient arbeitende Hardware, Recyclingpapier und ein Konto bei einer Umweltschutzbank sind einige Punkte, die der E-Mail-Anbieter umsetzt, um seinen Teil zum Umweltschutz beizutragen. Die Nachhaltigkeitsseite des Anbieters verrät weitere Details.

Datenschutz & AGB bei Posteo

Mit Posteo prüfen wir erstmals in unserer Testreihe einen Anbieter, der sich den Schutz Ihrer Privatsphäre auf die Fahnen geschrieben hat. Wir sind gespannt auf die Transparenz bei den Allgemeinen Geschäftsbedingungen und der Datenschutzerklärung – beides finden wir problemlos in der Fußzeile der Website. Die AGB erklären zunächst den Geltungsbereich. Posteo unterrichtet seine Kunden von etwaigen Änderungen in den Nutzungsbedingungen, den Leistungsbeschreibungen oder den Preisen; fallen diese Änderungen zu Ihren Ungunsten aus, können Sie fristlos kündigen. Weiter erfahren wir, dass der Vertrag zustandekommt, indem Sie die Online-Registrierung durchführen. Nachdem die Leistungen erklärt werden, informiert Posteo über seine Verfügbarkeit – hier sind keine Besonderheiten feststellbar. Die Nutzungsentgelte können per Überweisung oder PayPal für 12 Monate im Voraus entrichtet werden. Dem Privatsphäre-Gedanken von Posteo entsprechend, ist sogar das Zahlen per Bargeld über einen Brief möglich, dann allerdings müssen Sie gleich 15 Monate buchen, da nur Scheine akzeptiert werden. Sie zahlen auch Entgelte, „die durch befugte oder unbefugte Nutzung“ Ihres Accounts durch Dritte zustandekommen – es sei denn, Sie haben diese Nutzung nicht zu vertreten. Die Beweispflicht liegt dann bei Ihnen. Geraten Sie mit der Zahlung zwei Monate in Rückstand, wird Ihr Postfach gesperrt und das Vertragsverhältnis von Posteo beendet.

Punkt fünf klärt Ihre Pflichten: Sie haben Ihr Zugangspasswort geheim zu halten und unverzüglich zu ändern, wenn Ihr Passwort unbefugten Dritten zugänglich sein könnte. Sie haften für das befugte oder unbefugte Nutzen Ihres Accounts durch Dritte, es sei denn, Sie haben dies nicht zu verantworten (Beweispflicht lastet auf Ihnen). Sie dürfen Ihren Account nicht für den Werbeversand nutzen, außerdem keine Spammails versenden („nicht mehr als 500 E-Mails pro Stunde und nicht mehr als 1000 E-Mails pro Tag versenden“). Weiter dürfen Sie nicht gegen geltende Gesetze oder den Jugendschutz verstoßen. Entstehen aus Verstößen gegen diese Verbote Schäden, sind Sie haftbar und Ihr Postfach kann ohne vorherige Ankündigung gesperrt werden. Kündigen können Sie Ihren Account monatlich mit einer 14-tägigen Frist.

In der Datenschutzerklärung verweist Posteo zunächst auf die E-Mail-Adresse datenschutz@posteo.de, unter der Ihnen Fragen bezüglich des Datenschutzes beantwortet werden. Nachdem Posteo die rechtlichen Grundlagen seiner Datenschutzvereinbarung erläutert hat, erfahren wir, wie mit Bestandsdaten umgegangen wird: Sie können mit Posteo ein Vertragsverhältnis eingehen, ohne Bestandsdaten (Adresse, Geburtsdatum, Name, etc.) angeben zu müssen. Auch Ihre Mobilfunknummer geben Sie freiwillig an; sie dient dazu, dass Ihnen geholfen werden kann, falls Sie Ihr Zugangspasswort vergessen haben. Mobilfunknummern hinterlegt Posteo verschlüsselt in der Datenbank und nur die letzten drei Ziffern können von dem Anbieter gelesen werden. Ihre Rechnung ist selbst dann voll steuerabzugsfähig, wenn Ihr Name nicht darauf steht, erklärt Posteo. Zahlen Sie per Überweisung oder PayPal, werden Name und Adresse (Adresse nur bei PayPal) an Posteo gesendet. Ihre Daten werden nicht mit Ihrem Account verknüpft, sondern dienen lediglich der Information, ob Sie bereits bezahlt haben. Ein Zufallszahlencode zeigt sich dafür zuständig, den Zahlungsvorgang mit dem Postfach zu verknüpfen – sobald Sie Guthaben aufgeladen haben, wird dieser Zahlencode wieder gelöscht. Seiner gesetzlichen Verpflichtung, Zahlungsbelege über zehn Jahre aufzubewahren, kommt Posteo laut Datenschutzvereinbarung nach.

Als Nutzungsdaten versteht Posteo jene Daten, die beim Nutzen des Services anfallen. Postfachbezogen wird das Versenden und Empfangen von E-Mails protokolliert, daneben Postfach-, Webmailer- sowie Kundenoberfläche-Zugriffe. Technische Störungen und Fehler möchte Posteo auf diese Weise zügig erkennen und beheben können. Binnen sieben Tagen löscht Posteo diese Daten automatisiert. Auch anonyme Nutzungsstatistiken erstellt der Anbieter, verzichtet dabei allerdings wieder auf Postfachbezug sowie auf IP-Adressen. Beim Punkt „Ihre E-Mails, Adress- und Kalenderdaten“ gibt sich Posteo transparent: Technisch sei es möglich, all diese Daten von Ihnen einzusehen, wenn Sie aufs Verschlüsseln verzichten. „Ihre E-Mails sind aber durch das Briefgeheimnis geschützt und das – rein technisch mögliche – Einsehen würde einen Straftatbestand darstellen“, erklärt der Anbieter. Somit sichert Posteo zu, „Ihre Daten zu keinem Zeitpunkt einzusehen oder zu verwenden.“ Sie haben die Option, Ihre Adressbuch- und Kalenderdaten AES-verschlüsselt auf den Posteo-Servern zu speichern. Um Datenverlust für Sie zu vermeiden, sichert Posteo sämtliche E-Mails, Kalender- und Adressbuchdaten täglich, bittet aber darum, dass Sie sich „jedoch zusätzlich selbst regelmäßig Kopien“ anlegen. Dies ist ein Punkt, an dem sich Posteo von bisher getesteten Anbietern unterscheidet: Viele Freemail-Anbieter verweisen darauf, dass kein Backup stattfindet und dass Kunden mit etwaigen Datenverlusten selbst zurechtkommen müssen. GMX verpflichtet seine Kundschaft in den AGB sogar zu mindestens einem Backup täglich.

Posteo betont die Verschlüsselung der eigenen Mailserver-Festplatten erneut und erwähnt: „Sollten Server gestohlen oder beschlagnahmt werden, sind Ihre Daten nach dem Stand der Technik sicher.“ Sämtliche E-Mails durchlaufen automatisch einen Viren- und Spamfilter. In Ihren Einstellungen haben Sie die Möglichkeit, Ausnahmeregeln für den Spamfilter anzulegen. Haben Sie Ihren Posteo-Account gekündigt, werden all Ihre Daten und Einstellungen gelöscht; ein Backup sichert Ihre Daten allerdings noch für sieben weitere Tage, bevor sie restlos gelöscht werden. Sie können jederzeit verlangen, dass Ihre Daten gelöscht werden, dann sind sie nur noch während der Backup-Phase für sieben Tage gespeichert. Posteo setzt für die Authentifizierung im Kundenmenü und im Webmailer auf Session-Cookies. Diese dienen ausschließlich der Authentifizierung, es werden keinesfalls Nutzerprofile angelegt. Nach dem Ende Ihrer Sitzung werden diese Cookies wieder gelöscht. Posteo gibt Ihre Daten zu keinem Zeitpunkt freiwillig an Dritte weiter. Freiwillig heißt: Wird der Anbieter beispielsweise aufgrund einer richterlichen Anordnung zur Datenweitergabe gezwungen, da eine Strafverfolgung stattfindet, muss Posteo handeln. Zuletzt verweist Posteo darauf, auf Schufa-Abfragen oder sonstige Inanspruchnahmen von Inkassounternehmen zu verzichten.

Die preisliche Gestaltung von Posteo

Die Preisgestaltung von Posteo basiert auf Einfachheit: Für die Basisleistungen zahlen Sie 1 €/ Monat, also 12 Euro pro Jahr bzw. bei Barzahlung per Postbrief 15 Euro für 15 Monate. Möchten Sie Speicher hinzubuchen, zahlen Sie 0,25 € pro GB pro Monat. Reichen Ihnen die zwei Inklusiv-Aliase nicht, buchen Sie für 0,10 €/ Monat weitere hinzu. Drei Kalender sind ebenfalls inklusive, möchten Sie darüber hinaus planen, buchen Sie für 0,10 € weitere Kalender je Monat. Die Preisliste können Sie auf der Posteo-Website einsehen.

Der Registrierungsprozess bei Posteo

Persönliche Daten sind bei Posteo nicht nötig. Sie geben Ihre Wunschadresse (endet mit @posteo.de) ein, prüfen die Verfügbarkeit, ergänzen ein Passwort, wiederholen dies und geben optional Ihre Mobilfunknummer an. Die Passwortprüfung fällt nicht so schlimm aus wie bei vielen Freemail-Anbietern: Ihr Passwort muss aus mindestens acht Zeichen bestehen, eine Zahl oder ein Sonderzeichen enthalten. Umlaute funktionieren nicht. Damit fallen „Passwort“ und „12345678“ aus dem Raster, „Passwort123“ geht leider durch. Auf eine Sicherheitsampel verzichtet Posteo, wir sehen nur an einem grünen Häkchen, dass wir dieses Passwort verwenden dürfen. Schritt zwei der Registrierung zeigt die Möglichkeiten des Aufladens von Guthaben: Barzahlung, Überweisung oder PayPal stehen zur Auswahl. Wählen Sie PayPal, werden Sie im Anschluss des dritten Schrittes zu dem Bezahldienst weitergeleitet. In diesem Schritt erhalten Sie eine Zusammenfassung Ihrer Buchung, erklären sich mit den AGB einverstanden, Sie lesen die Widerrufbelehrung (innerhalb von zwei Wochen können Sie ohne Angabe von Gründen per E-Mail an widerruf@posteo.de kündigen; bereits bezahltes Entgelt wird zurückerstattet) und beantworten eine Sicherheitsfrage. Posteo lässt Sie nun in Ihr Postfach, in dem bereits eine E-Mail von Posteo wartet: Sie werden willkommen geheißen und Sie erhalten erste Tipps. Schön, praktisch und vor allem werbefrei!

Posteo: Produktdetails

Posteo muss sich mit seinen Produktdetails wahrlich nicht verstecken:

  • Speicherplatz: 2 GB, erweiterbar auf max. 20 GB (Kosten s. o.)
  • max. Anhanggröße: 50 MB
  • Speicherdauer für E-Mails: unbegrenzt
  • IMAP-/POP3-Abruf: ja
  • Ordner: unbegrenzt
  • zusätzliche E-Mail-Adressen: zwei, erweiterbar auf max. 20 Stück (Kosten s. o.)
  • Sammeldienst für weitere E-Mail-Accounts: ja, unbegrenzt
  • Versenden mit alternativer E-Mail-Adresse möglich: ja
  • Spamschutz: ja, für ein- und ausgehende E-Mails
  • Adressbuch & Kalender: ja
  • E-Mail-Apps: keine nativen Apps, aber Posteo-E-Mail-Adresse kann in E-Mail-Apps eingepflegt werden
  • weitere Features: individuelle Filter, Umzugshilfe, Weiterleitungen, Abwesenheitsnotizen, verschiedene Länderkennungen für Aliase (.at, .ch, .net, .org und weitere), individualisierbare Ansichten, Signaturen, Multidateien-Upload, Drag&Drop zur Nachrichtensortierung, HTML-E-Mails, vielfältige Einstellungen

Usability bei Posteo: Vielfältig und intuitiv

Weiß-grau-grün: Das sind die Farben, mit denen das Interface im Backend von Posteo aufgehübscht wurde. Sehr gelungen ist nicht nur die Optik, sondern auch die Haptik: Oben sehen wir mit den Punkten E-Mail, Adressbuch, Kalender, Einstellungen, Hilfe und Abmelden die Hauptnavigation. Je nachdem, wo Sie sich dort befinden, finden Sie darunter eine Nebennavigation. Bei „E-Mail“ finden sich hier die üblichen Verdächtigen: Aktualisieren, Schreiben, Antworten und so weiter. Links haben Sie den Überblick über Ihre Ordner, die Sie unten links verwalten, während Ihnen rechts daneben ein Prozentzeichen anzeigt, wie viel Prozent von Ihrem Postfachspeicher belegt sind. Möchten Sie eine E-Mail schreiben, geht alles ganz einfach: Suchen Sie Ihre Absenderadresse aus, geben Sie den Empfänger an und legen Sie los. Optional können Sie Ihre E-Mail im Text- oder HTML-Format versenden. Wir bringen eine Test-E-Mail auf den Versandweg und gehen beim Punkt „Verschlüsselung“ genauer darauf ein.

Nachdem Versenden der Test-E-Mail  ist unser Adressbuch um einen Eintrag reicher: Posteo hat automatisch den Empfänger ins Adressbuch übernommen. Im Adressbuch können Sie zu jedem Kontakt ein Profilbild hochladen und optional ergänzen, was Sie möchten – die Möglichkeiten sind extrem vielfältig. Von gängigen Feldern wie „Name“ über Felder wie „Spitzname“ bis hin zu Notizen kann jeder Adressbucheintrag einfach bis komplex sein. Ihr Kalender ist auf Wochenansicht voreingestellt, hier haben Sie die Möglichkeit, zur Tages- oder Monatsansicht zu wechseln. Voreingestellt sind zudem die drei Kalender „Standardkategorie“, „Privat“ und „Arbeit“. Diese können Sie bearbeiten oder neue Kalender zu oben erwähnten Preisen ergänzen.

Vielfältig zeigt sich auch der Hauptmenüpunkt „Einstellungen“, der die Unterpunkte „Mein Konto“, „Einstellungen“, „Ordner“, „Identitäten“ und „Filter“ enthält. Unter „Mein Konto“ fallen alle generellen Einstellungen: Passen Sie Ihr Passwort an, zahlen Sie, nutzen Sie den Umzugsservice, richten Sie Aliase und automatische Antworten ein, buchen Sie Speicherplatz hinzu oder kündigen Sie Ihren Account (hier ist binnen 14 Tagen nach dem Eröffnen Ihres Accounts auch die Möglichkeit des Widerrufs gegeben). Unter der Spamfilter-Konfiguration richten Sie eine Whitelist ein, im Menüpunkt „Verschlüsselung“ aktivieren Sie die Adressbuch- und Kalender-Verschlüsselung. Dazu gibt Posteo den Hinweis, dass Ihr Passwort zum Verschlüsseln verwendet wird. Falls Sie Ihr Passwort verlieren sollten, hat niemand – auch nicht Posteo – Zugriff darauf und all Ihre Kalender- sowie Adressbuchdaten sind schlimmstenfalls verloren. Das Sichern Ihrer Daten wird Ihnen allerdings im Menüpunkt „Nutzerdaten-Verwaltung“ sehr einfach gemacht: Exportieren Sie Ihre Adressbuch- und Kalenderdaten in regelmäßigen Abstand und sichern Sie Ihr Passwort, sollte der mögliche Passwortverlust kein Kriterium dafür sein, dass Sie auf Verschlüsselung verzichten. Auch Newsletter-Einstellungen können Sie vornehmen: Optional können Sie sich über neue Blogpostings informieren lassen und Ankündigungen rund um den Service erhalten.

Posteo möchte Ihnen darüber hinaus Service bieten: Auf einen telefonischen Support müssen Sie bei dem Anbieter leider verzichten. Ein Hilfebereich informiert in deutscher oder englischer Sprache über gängige Fragen und Antworten. Sie erreichen Posteo wahlweise über ein Kontaktformular oder über die E-Mail-Adresse support@posteo.de.

Posteo verschlüsselt von A bis Z

Die Posteo-Server kommunizieren ausschließlich über verschlüsselte TLS-Verbindungen, die zusätzlich mit PFS sowie DANE/TLSA abgesichert sind. Posteo ist der erste Provider, der DANE zum Schutz einsetzt, berichtete Heise im Mai 2014 und auch Posteo selbst erklärte in einem Blogbeitrag die Nutzung von DANE/TLSA. DANE wird zur Echtheitsverifizierung des Posteo-Servers eingesetzt, sodass Sie sicher sein können, dass Ihr Netzwerkverkehr weder belauscht noch mitgelesen oder Ihre Daten entwendet werden können. TLS wird ausschließlich in den Versionen 1.0-1.2 genutzt und der als unsicher geltende Algorithmus RC4 wird nur noch unter Windows XP für den Internet Explorer 8 eingesetzt, der PFS leider nicht unterstützt. Verschlüsselt wird der Zugriff sowohl via Webmailer als auch über lokale E-Mail-Clients und mobile Geräte.

Dass Posteo Transparenz großschreibt, erkennen Sie unter anderem daran, dass die Fingerprints der eigenen Sicherheitszertifikate im Impressum zu finden sind, damit Sie manuell abgleichen können. Ein Extended Validation-Zertifikat sichert die Website hochgradig und komplett ab, sodass Sie durch die grüne Adressleiste immer wissen, dass Sie auf keine gefälschte Phishing-Seite reinfallen, sondern tatsächlich beim Anbieter landen. Ihre E-Mails und Metadaten sind transportverschlüsselt und mit PFS gesichert. Unsere Testmail fördert folgende Verschlüsselungsparameter zutage: TLSv1:DHE-RSA-AES256-SHA:256 – TLS wird in der Version 1 genutzt, Posteo setzt auf PFS (DHE) und ersetzt das unsichere RC4, was wir bei vielen Freemail-Anbietern fanden, durch das sichere RSA. Eine Länge von 256 Bit gefällt uns ebenfalls.

Kommunizieren Sie mit anderen Posteo-Nutzern, verlassen Ihre E-Mails zu keinem Zeitpunkt die verschlüsselten Anbieterserver. Welche weiteren Provider TLS und/ oder DANE unterstützen, sodass Sie sicher mailen können, sehen Sie unter diesem Link auf der rechten Seite. Diese Liste aktualisiert der Anbieter regelmäßig. Der wesentliche Unterschied zu den Freemail-Anbietern, die wir in den vergangenen Wochen getestet haben, liegt nicht nur in der Verwendung einer sicheren Transportverschlüsselung, sondern auch darin, dass die Server verschlüsselt werden: Die Linux-Server befinden sich in einem Rechenzentrum in Frankfurt/ Main. Zur Festplattenverschlüsselung setzt Posteo auf dm-crypt/LUKS, sodass die Verschlüsselung auch die Metadaten im Header trifft.

Neben dem E-Mail-Transportweg sind auch Ihre Kalender- und Adressbucheinträge verschlüsselt, wenn Sie dies in Ihren Einstellungen aktiviert haben. Ihr Passwort wird zum Verschlüsseln genutzt; zum Tragen kommt eine AES-Verschlüsselung in der Datenbank. Daraus folgend sind Ihre Daten selbst für Posteo nicht lesbar. Möchten Sie Ihr Passwort ändern, brauchen Sie nichts weiter zu tun – der Schlüssel wird automatisch durch Ihr neues Passwort geschützt. Posteo kündigt an, Ihre E-Mails künftig Ende-zu-Ende-verschlüsseln zu wollen. Ihre E-Mails lagern nämlich verschlüsselt auf den Servern und ihr Transportweg ist verschlüsselt, die Inhalte selbst allerdings noch nicht (sie sind es aber, wenn sie auf den Posteo-Servern liegen). Um eine saubere Lösung zu entwickeln, benötigt Posteo allerdings noch Zeit, wie es auf der Website neben den Anleitungen zur Verschlüsselung via S/MIME und PGP heißt. Wir dürfen uns also auf weitere Optimierungen freuen, sind allerdings schon jetzt wesentlich begeisterter als bei den bereits getesteten Freemail-Anbietern.

Posteo: Fazit & Zusammenfassung

In unseren vergangenen Tests, in denen wir ausschließlich Freemail-Anbieter untersucht haben, wurden wir nicht zufriedengestellt: Die stimmige Usability kann nicht darüber hinwegtrösten, dass die Sicherheit bei vielen Anbietern kritisch zu betrachten ist. Posteo begeistert auf beiden Seiten: Wir haben uns im aufgeräumten Backend wohlgefühlt, sind mit der Funktionalität und den Möglichkeiten, Einstellungen sowie Individualisierungen vorzunehmen, sehr zufrieden. Und endlich stimmen auch die Sicherheitsfeatures: Mit PFS und DANE setzt Posteo auf zukunftsfähige Verschlüsselungs-Features, die die ohnehin sehr guten Verschlüsselungsparameter wirkungsvoll unterstützen. Dass Posteo plant, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ohne Aufpreis zu ergänzen, finden wir genauso unterstützenswert wie die Tatsache, dass der Anbieter bereits jetzt seine Serverfestplatten verschlüsselt. Veraltete Technologien finden wir nur dort, wo es notwendig ist – nämlich für XP-Anwender, die den IE8 nutzen. Als Beweis für die wirksame Verschlüsselung bei Posteo möchten wir gerne auf den SSL-Test von Qualys SSL Labs verweisen, der Posteo ein A+ ausstellt. Wenn es Sie interessiert, welche Kriterien dieser Test berücksichtigt, können Sie dies in unserem Artikel „SSL-Check-Tool von Qualys SSL Labs“ nachlesen. Sie werden sehen: Ein A+ zu erhalten, zeugt von glänzenden Verschlüsselungsparametern.

Zu einem Anbieter, der von sich behauptet, transparent zu agieren, gehören klar verständliche AGB und Datenschutzvereinbarungen. Auch dies ist Posteo gelungen: Bei uns sind keine Fragen offen geblieben und wir fühlen uns sicher. Anleitungen und Support sind schriftlich gegeben und dass Sie sich ohne die Angabe persönlicher Daten registrieren können, ist ein weiterer Pluspunkt. Auch die preisliche Gestaltung zeigt sich human: Für 12 Euro pro Jahr erhalten Sie ein Sicherheits-E-Mail-Paket, dem Sie vertrauen können. Unser einziger Kritikpunkt ist die Passwortkontrolle: Wenn „Passwort123“ zugelassen wird, muss hier noch etwas nachgebessert werden.

  • Sitz des Unternehmens: Berlin
  • AGB & Datenschutz: beides gut auffindbar, klar und eindeutig formuliert, inhaltlich sehr gut
  • Werbeversand: nein
  • Registrierung: einfach
  • Registrierungsdaten: keine notwendig
  • Passwortsicherheitskontrollen: unzureichend
  • E-Mail-Speicher: 2 GB, erweiterbar auf 20 GB
  • max. Größe für Dateianhänge: 50 MB
  • sonstige Features: IMAP-/POP3-Abruf, unbegrenzte Ordner, zwei zusätzliche E-Mail-Adressen inklusive, bis zu 20 zubuchbar, Sammeldienst für weitere E-Mail-Accounts, Spam- und Virenschutz, Adressbuch & Kalender, Verschlüsselung von allen Geräten aus, Filter, Umzugshilfe, Weiterleitungen, Abwesenheitsnotizen, verschiedene Länderkennungen für Aliase (.at, .ch, .net, .org und weitere), individualisierbare Ansichten, Signaturen, Multidateien-Upload, Drag&Drop zur Nachrichtensortierung, HTML-E-Mails, vielfältige Einstellungen
  • Support/ Hilfe: kostenfreie Hilfeseiten, E-Mail-Support
  • Abofallen bekannt: nein
  • Handling/ Usability: intuitiv, werbefrei, vielfältige Einstellungsmöglichkeiten
  • Webseitenverschlüsselung: stark
  • Backend-Verschlüsselung: stark
  • E-Mail-Verschlüsselung: transportverschlüsselt (sehr gut), Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in Planung
  • PFS: ja
  • Serverstandort: Frankfurt/ Main



5 Kommentar(e)

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Auf dieses Thema gibt es 5 Reaktionen

  1. frank | 10. Dezember 2014

    hi,
    posteo meinerseits getestet, für mih einziger nachteil ist der fehlende onlinepsiecher im vergleich zu anderen abietern.

    lg
    frank

    10. Dezember 2014 @ 20:41 Antworten
  2. Simono | 15. Dezember 2014

    grün, sicher und transparent. Was will ich mehr? Wer mein Email Postfach kennt weiß fast alles über mich! Ich kenne keinen anderen Anbieter, der diesen Prämissen ansatzweise so nahe kommt wie Posteo. Oft werden die Kosten als Argument gegen derartige Konzepte genannt. Das kann ich nicht verstehen denn Qualität und Leistung gibt es nicht umsonst. Nirgendwo, wieso auch, sind Sie bereit für umsonst gute Arbeit machen? Ein Umsonst-Postfach muss gleichzeitig bedeuten, dass mein Profil ausgewertet wird um gezielt Werbung schalten zu können, ein Umsonst-Bankkonto ist für den Anbieter nur finanzierbar, wenn die Kosten dafür an anderer Stelle wieder reingeholt werden, usw. Die immer-mehr-für-umsonst-haben-wollen Mentalität ist Gift.

    Ich war sehr froh zu sehen, dass kleine Startups wie posteo so viel Aufwind bekommen und gönne den Betreibern ihren Erfolg von Herzen. Ich nutze es seit > 2 Jahren. Hat bisher einwandfrei funktioniert. Selbst support anfragen wurden binnen kürzester Zeit beantwortet. Wärmsten zu empfehlen!

    15. Dezember 2014 @ 10:58 Antworten
  3. Marc | 19. August 2015

    Hallo,
    verstehe ich das richtig? Posteo verschlüsselt seine Server und mailbox.org tut das nicht? In dem Film bei mailbox.org darüber heißt es doch dies ginge im laufenden Betrieb nicht.
    Verwirrte Grüße 😉

    19. August 2015 @ 06:42 Antworten
    • Bianca Wellbrock | 24. August 2015

      Hallo Marc,

      beide Anbieter verschlüsseln ihre Server: Mailbox.org hatte Mitte/ Ende Februar noch mal nachkonfiguriert. Die Server-Zertifikate von mailbox.org sind via DANE/DNSSEC gesichert. Bei xmpp.net kannst du das genau betrachten: https://xmpp.net/result.php?id=147321

      (Hoffentlich) entwirrende Grüße vom
      PSW GROUP-Redaktionsteam

      24. August 2015 @ 10:50 Antworten