Testberichte

Messenger-Test 2021: Wir starten eine neue Testrunde!

28. September 2021 von Bianca Wellbrock

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© canva - canva.com

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Es hatte schon fast Tradition bei uns: Seit 2014 haben wir alljährlich aktuelle Messenger getestet. Nun ist unsere letzte Testrunde aus 2016 tatsächlich schon fünf Jahre her – Zeit, unsere Test-Tradition wieder aufleben zu lassen und den großen Messenger-Test 2021 zu starten! Im heutigen Beitrag erfahren Sie, welche Testkandidaten in den Vorrunden angetreten waren, welche Messenger wir uns dieses Jahr für Sie anschauen und welche Kriterien wir testen.

Messenger-Test 2021: Es ist wieder an der Zeit

Fünf Jahre liegt sie zurück, unsere letzte Messenger-Testrunde. Seither hat sich einiges getan: Neue Spionage-Skandale, aber auch neue gesetzliche Richtlinien wie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sorgen für geänderte Anforderungen, die Nutzende an Messenger stellen. Sicherheit und Datenschutz haben noch mal massiv an Bedeutung gewonnen; der einstige Erfolgsfaktor „Usability“, also Nutzerfreundlichkeit, bleibt zwar relevant, ist jedoch bei modernen Messengern der Normalfall. Deshalb wird unser Fokus im Messenger-Test 2021 auf den Bereichen Sicherheit und Datenschutz liegen, vernachlässigen werden wir die Usability aber selbstredend auch nicht.

Bevor wir auf unseren Messenger-Test 2021 zu sprechen kommen, möchten wir gern unsere alten Testreihen noch mal aufleben lassen.

Messenger-Revival: Testkandidaten der Vorrunden

Den Ausschlag für unseren ersten großen Messenger-Test gaben WhatsApp und Facebook: Wir schrieben das Jahr 2014 und der Messenger wurde gerade von dem sozialen Netzwerk gekauft. Ein Sturm der Entrüstung machte sich breit: Nutzende fragten sich, ob WhatsApp und Facebook nun Daten teilen würden. Sieben Jahre später hat sich an der Brisanz der Thematik nichts geändert – noch immer versucht der Facebook-Konzern, an WhatsApp-Daten zu kommen, noch immer regen sich Nutzende darüber auf, noch immer ist die Wechselbereitschaft zu Alternativen eher klein. Neu ist jedoch die DSGVO, die diesem Datenaustausch in Europa den Riegel vorschob. Doch von vorn – reisen Sie mit uns ein paar Jahre zurück:

Erster Messenger-Test: Threema gewinnt, WhatsApp verliert

Schon beim ersten Messenger-Test im Jahre 2014 hatten wir unseren Fokus auf Sicherheit und Datenschutz gelegt. Kein Wunder also, dass Messenger wie WhatsApp, Line und WeChat auf dem letzten Platz landeten. Threema, Cryptocat und surespot hatten hingegen im Bereich Sicherheit überzeugt und waren unsere Empfehlung für all jene Nutzenden, die Nachrichten sicher versenden wollten. Tatsächlich verschlüsselte WhatsApp zu dieser Zeit Nachrichten noch nicht, während Datensparsamkeit und Verschlüsselung bei den drei Siegern überzeugt hatten. Den ersten Testbericht dieser Reihe einschließlich Verlinkungen zu allen Einzel-Testberichten finden Sie hier. Unser Fazit aus 2014 enthielt eine Übersicht, sodass Sie leicht Ihren Favoriten finden konnten.

Messenger-Test 2015: Unsere zweite Testrunde

Mit Threema, Telegram, Line, WeChat, MyEnigma, TextSecure (heute Signal) und WhatsApp begegneten uns in der zweiten Testrunde aus 2015 einige Messenger aus der ersten Testrunde. Diese ergänzten wir mit den Messengern SIMSme, Mailbox.org und Sicher. WhatsApp hatte sich etwas gemausert: Man führte die Ende-zu-Ende-Verschlüsslung ein und konnte die Sichtbarkeit von Daten einschränken. Gereicht hat das jedoch nicht für einen Sieg, denn nach wie vor mussten Nutzende zahlreiche Datenschutzrisiken in Kauf nehmen.

Die beiden Testrunden-Sieger waren Schweizer Produkte: Threema gewann auch die zweite Testrunde und teilte sich sein Siegertreppchen mit myENIGMA. Mit SIMSme konnte auch ein deutsches Produkt überzeugen, jedoch war der ungefragte Adressbuchzugriff ein Minuspunkt. Einige uns bekannte Messenger wie Telegram konnten sich zum Vorjahr verbessern, überzeugten dann aber letztlich nicht so wie die Schweizer Messenger. Die gesamte Auswertung einschließlich einer übersichtlichen Grafik mit allen Bewertungen fanden Sie auch 2015 in unserem Fazit.

Messenger-Revival 2016: Threema ungeschlagen, Telegram überzeugt nicht

Auch im Jahr 2016 begegneten wir wieder alten Bekannten (WhatsApp, Threema, Telegram, Line, WeChat, MyENIGMA, TextSecure/ Signal, SIMSme) und ergänzten diese mit bislang von uns ungetesteten Messengern (Wire, ChatSecure). Dabei mussten wir feststellen, dass mit myENIGMA einer unserer Vorjahressieger nicht mehr weiterentwickelt wurde. TextSecure war in der Zwischenzeit zu Signal geworden und konnte sich mit dem vierten Platz vier Ränge vor WhatsApp einordnen.

Erfreut konnten wir feststellen, dass die Deutsche Post SIMSme verbessern konnte. Weniger erfreulich war das weitere Schicksal des guten Messengers: 2019 trennte sich die Deutsche Post AG von SIMSme und verkaufte den Messenger an die Brabbler AG. Diese benannte den Messenger noch im Juni 2019 in ginlo um, musste jedoch zum Ende des Jahres 2019 Insolvenz anmelden, sodass auch der Messenger eine Zeit lang nicht mehr existierte. Seit Februar 2020 wird ginlo jedoch durch die neu gegründete ginlo.net GmbH weiterbetrieben.

Überzeugen konnte uns auch die Sicherheit des Messengers ChatSecure – einer unserer Neulinge im Testjahr 2016. Weniger überzeugend war jedoch die Usability: Weniger versierte Nutzende könnten bei der Einrichtung des Messengers an ihre Grenzen stoßen, sodass sie das sichere Versenden von Nachrichten nicht nutzen können.

Im Jahr 2016 musste der erneut Erstplatzierte, nämlich der Schweizer Messenger Threema, das Siegertreppchen teilen: Mit mailbox.org – ebenfalls einer Selbstbau-Messenger-Variante, jedoch einfacher einzurichten als ChatSecure. Bei beiden – Threema und mailbox.org – überzeugte die Sicherheit, die Rechtstexte waren verständlich verfasst und auch, wenn die Feature-Liste nicht ganz an die der Spaß-Messenger wie WhatsApp oder WeChat heranreicht, so war sie doch ausreichend für einen Messenger. Im Fazit des Messenger-Revival 2016 können Sie alles detailliert nachlesen – einschließlich einer übersichtlichen Grafik.

Messenger-Test 2021: Unsere diesjährige Auswahl

In diesem Jahr werden vier Testrunden mit acht Kandidaten gestartet – wieder haben wir bereits getestete, aber auch noch ungetestete Messenger in die Auswahl genommen. Konkret testen wir für Sie die folgenden Anbietenden:

  • WhatsApp und Threema: Das dürfte spannend werden, steht doch WhatsApp für die Massen und Threema für Schweizer Sicherheit.
  • Signal und Telegram: Signal konnte in den letzten Jahren etliche Nutzende gewinnen. Das gilt aber auch für Telegram – wer macht das Rennen?
  • Wire und ginlo: ginlo ist der Nachfolger von SIMSme. Kann der Messenger genauso überzeugen? Wire landete 2016 auf Platz 5 – was hat sich seither getan?
  • ICQ und WeChat: Ältere Nutzende wissen es: ICQ war der erste Instant-Messaging-Dienst im World Wide Web – und tatsächlich soll es Nutzende geben, die ihre Login-Daten von 1996, als der Dienst startete, noch haben. Wir testen also einen Pionier auf dem Gebiet des Messagings. Bei WeChat stand bislang der Spaß vor der Sicherheit – und wir sind gespannt, ob dies so geblieben ist.

Messenger-Test 2021: Die Wertung

Wie eingangs bereits erwähnt, liegt unser Fokus beim Messenger-Test 2021 wieder bei Sicherheit und Datenschutz, jedoch fließen auch andere Punkte in die Bewertung ein. Diese Bewertung dient dazu, einen Sieger zu bestimmen und eine gute Vergleichbarkeit zu realisieren. Da dies in der Vergangenheit gut funktionierte, bleiben wir bei den bereits bewährten Kategorien:

  • Einstieg: Wie leicht oder schwer ist es für Nutzende, den Messenger zu verwenden? Dafür blicken wir auf die Kosten, die Kompatibilität, darauf, wie Kontakte in den Messenger kommen, sowie auf die Feature-Liste.
  • Usability: Wie bedienfreundlich zeigen sich die verschiedenen Messenger? Um das herauszufinden, vergeben wir Punkte für die Bedienung, die Zuverlässigkeit und die Berechtigungen, die der Messenger haben möchte.
  • Sicherheit & Datenschutz: Da hier unser Fokus liegen wird, gehen wir bei diesem Testpunkt in die Tiefe: Mit welchen Schutzmechanismen sind die Messenger ausgestattet? Wie und was wird verschlüsselt? Sind die Rechtsdokumente, also AGB und Datenschutzerklärung, in verständlicher, transparenter und eindeutiger Sprache gehalten? Welche Daten speichern die Messenger-Anbietenden aus welchem Grund, wo und wie? Und wo stehen die Server?

Wie schon von unseren vorigen Tests bekannt, werten wir mit einem Sterne-System. Beispielhaft seien hier zum Verständnis die Kosten und Berechtigungen von WhatsApp und Threema genannt: Threema ist kostenpflichtig, sodass es lediglich einen Stern in dieser Kategorie geben kann. WhatsApp ist kostenfrei, sodass WhatsApp hier volle Punktzahl (3 Sterne) erhält. Während Threema eher weniger Berechtigungen einfordert und damit drei Sterne in diesem Bereich verdient, vergreift sich WhatsApp mitunter am Adressbuch, sodass es hier nur einen Stern geben kann. Am Ende unserer Tests stellen wir Ihnen wieder eine Grafik zusammen, aus der Sie die Bewertungen der einzelnen Parameter zu jedem Messenger einsehen können.

Messenger-Test 2021: Freuen Sie sich auf spannende Vergleiche!

Fünf Jahre liegt unser letzter Messenger-Test zurück – fünf Jahre, in denen sich sehr viel getan hat. Sämtliche Messenger haben sich weiterentwickelt: So liegt für Threema nun endlich nach Jahren der Kritik daran der Quellcode vor. Signal und Threema sind die großen Gewinner von WhatsApps desaströsem Vorstoß, Daten aus WhatsApp und Facebook zusammenzuführen. Doch auch bei WhatsApp selbst hat sich viel getan: Selbstlöschende Nachrichten sollen etwa die Sicherheit erhöhen. Ob das reicht, um unsere Testenden zu überzeugen, lesen Sie in den kommenden Wochen in unserem Blog.

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