Shopsysteme-Test

Sicheres Weihnachts-Shopping: so kaufen Sie sicher ein

15. Dezember 2015
  • Shopsysteme-Test

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Haben wir uns unserer Serie „Basisschutz für Online-Shops“ von der Seite der Online-Händler genähert, sind nun die Verbraucher dran: wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Ihr Weihnachts-Shopping online sicher abwickeln.

Online-Shopping gegen Fußgängerzonen-Gedrängel

Es ist schon deutlich bequemer, entspannt mit dem Tablet auf dem Sofa oder auch vor dem Rechner zu sitzen und von Zuhause aus die Weihnachtseinkäufe zu erledigen – Sie ersparen sich das Gedrängel, das in den Fußgängerzonen herrscht, und fangen nichts von der zeitweilig schlechten Stimmung anderer einkaufswütiger Passanten auf. Praktisch, dass man sich die besinnliche Adventszeit nicht durch Gehetze durch Läden versauen lassen muss.

Jedoch gibt es auch die Schattenseite: Einkaufstouren im Internet können durch Betrüger und Cyberkriminelle alles andere als entspannt werden. Ein geräumtes Konto ist genauso unweihnachtlich wie das Abfangen sensibler Daten oder das Verschlüsseln eigener Daten zum Erpressen von Lösegeldern. Die Maschen der Betrüger werden immer raffinierter. Dagegen helfen unsere Tipps, die sicheres Weihnachts-Shopping ermöglichen.

Gefahr Nummer 1: Sie shoppen, Kriminelle greifen Ihre Daten ab

Daten, Daten, Daten: nichts ist wertvoller im World Wide Web als Daten! Denn: wenn Kriminelle über Ihre Kreditkarten- oder Bankdaten verfügen, können sie selbst auf Ihre Kosten shoppen – das ist jedoch nur der harmloseste Fall. Schlimmstenfalls werden Ihre Zahlungsdaten bzw. Ihre Gelder dafür verwendet, kriminelle Aktivitäten zu sponsern, ungewollt versteht sich. Es ist auch gar nicht so schwer, Ihre Daten abzufangen:

Webshops, die auf effiziente Verschlüsselung verzichten, übertragen Ihre Zahlungsdaten im Klartext. Bei sogenannten „Man-in-the-Middle“-Attacken ist es ein Leichtes für Cyberkriminelle, sich zwischen Server und Client zu schalten. Offline wäre dieses Szenario damit vergleichbar: Sie möchten Ihre Waren per EC-Karte bezahlen. Normalerweise stecken Sie Ihre EC-Karte ins Kartenlesegerät, geben Ihre Geheimnummer an und bestätigen. Bei Man-in-the-Middle-Attacken stünde nun ein Krimineller zwischen Ihnen und dem Kartenlesegerät und würde unbemerkt von Ihnen Ihre Bankdaten abgreifen, um sich an Ihrem Konto zu bedienen.

Deshalb unser 1. Tipp: achten Sie auf eine starke Verschlüsselung in Webshops! Verschlüsselte Shops erkennen Sie am Vorhängeschloss in der Adressleiste sowie am HTTPS anstelle des unverschlüsselten HTTP. Ist die Adressleiste sogar grün, wurde der Online-Shop bzw. dessen Inhaber in seiner Identität sehr umfassend geprüft und bestätigt. Shops mit einer grünen Adressleiste verschlüsseln mit starken Parametern. Zeigt Ihr Browser Warnmeldungen an oder färbt sich die Adressleiste rot, ist die Verschlüsselung der Website unzureichend und Ihre Daten nicht ausreichend geschützt.

Gefahr Nummer 2: vermeintliche Angebote, die direkt zu Betrügern führen

Bekommen Sie in letzter Zeit verstärkt E-Mails mit Super-Sonderangeboten? Dann prüfen Sie bitte genau, von wem diese E-Mails stammen! Erhalten Sie Werbe-E-Mails oder vermeintliche Newsletter von Shops, die Ihnen vollkommen unbekannt vorkommen, löschen Sie die E-Mail idealerweise direkt, ohne etwas anzuklicken. Prüfen Sie unbedingt auch die E-Mails von Shops, die Ihnen bekannt vorkommen. Denn oftmals sind diese vermeintlichen Werbe-E-Mails gefaket und führen Sie auf sehr geschickt kopierte Seiten, die jedoch von Cyberkriminellen aufgesetzt wurden.

Die Links in den E-Mails führen häufig zu Seiten, auf denen Sie sich einloggen sollen – etwa um den heiß begehrten Weihnachtsgutschein zu erhalten oder um von bestimmten Angeboten profitieren zu können. Finger weg! Denn geben Sie nun Ihre Daten ein, präsentieren Sie den Kriminellen Ihre Login-Daten auf einem Silbertablett. Mit Ihren Login-Daten kommen die Betrüger in Ihren echten Shop-Account, können sich Ihre sensiblen Daten greifen oder aber in Ihrem Namen bestellen sowie in Ihrem Namen Angebote einstellen, etwa auf Auktionsseiten.

Bei dieser Betrugsmasche spricht man vom „Phishing“. Immer häufiger schauen gefälschte E-Mails und Online-Shops täuschend echt aus; die Kriminellen legen hier sehr viel Professionalität an den Tag. Zu Ihren Ungunsten! Vergleichen wir wieder mit einem Offline-Szenario: Sie möchten im örtlichen Tante-Emma-Laden einkaufen. Direkt neben dem Laden, in den Sie sonst immer gehen, sehen Sie plötzlich exakt denselben Laden. Eine winzige Kleinigkeit ist anders, das fällt Ihnen jedoch nicht oder erst zu spät auf. Sie tätigen Ihre Einkäufe, zahlen – und nach wenigen Tagen entdecken Sie, dass Ihr Konto geräumt ist.

Unser Tipp: prüfen Sie intensiv die Echtheit von E-Mails. Klicken Sie keine Links in E-Mails an, die Ihnen fragwürdig vorkommen. Verzichten Sie im Zweifel lieber auf eines der dargebotenen Angebote – sicher ist sicher! Anstatt einen Link anzuklicken, ist es oftmals hilfreich, ihn zu kopieren und so in den Browser einzugeben – dann können Sie sehen, wohin der Link führt. Achten Sie auf Details und wenn Sie einem Angebot wirklich nicht widerstehen können: geben Sie im Browser alles manuell ein. In den E-Mails sehen Sie die Produktbezeichnungen. Rufen Sie manuell den beworbenen Shop auf und nutzen Sie die jeweilige Suchfunktion, um nach der Produktbezeichnung zu suchen. Das mag etwas unbequemer erscheinen, ist jedoch deutlich sicherer als auf zweifelhaften Links herum zu klicken.

Gefahr Nummer 3: Insider-Shops mit Viren oder Spyware

Gerade zu Weihnachten ist es der Wunsch vieler, etwas ganz Besonderes zu schenken, etwas, das man nicht in jedem Shop erhält. Solche Raritäten gibt es oftmals in kleineren Nischenshops. Unter ihnen sind etliche seriöse Anbieter vertreten, aber eben auch Betrüger. Virtuelle Produkte zum Herunterladen oder downloadbare Produktdatenblätter sowie Anleitungen etc. sind es, auf die Betrüger abzielen, denn diesen packen sie gleich ein paar Viren oder Spyware bei, um Ihren Rechner zu infizieren.

Offline wäre diese Masche damit vergleichbar: Sie möchten ein exklusives Produkt verschenken, das es nur im Trendviertel in diesem kleinen Geheimtipp-Laden gibt. Sie shoppen Ihr exklusives Geschenk, der Kassierer jedoch packt Ihnen zusätzlich ein Spionagetool in die Einkaufstasche, das Sie ab jetzt auf Schritt und Tritt verfolgt. Was offline eher unrealistisch klingt, ist online leider Gang und Gäbe.

Daher unser Tipp Nr. 3: befassen Sie sich intensiv mit den Seiten, auf denen Sie shoppen möchten. Prüfen Sie den Shop vorher sehr intensiv und verzichten Sie im Zweifelsfall auf Downloads jedweder Art. Zusätzlich haben Sie natürlich eine starke Antiviren-Suite installiert – Ihr Schutzschild gegen die ungebrochen beliebten Viren und Spyware.

Gefahr Nummer 4: mobiler Geschenkekauf hat seine Tücken

Erinnern Sie sich noch? Shopping-Guides gab es früher mal in Papierform. Diese Einkaufsführer verrieten uns, in welchem Laden wir welche Produkte erwarten können. Diese Papierform ist längst vom Smartphone abgelöst worden. Ist ja auch praktisch: vom Sofa oder aus der S-Bahn heraus wird prompt der Geschenkeeinkauf erledigt, inklusive einem Preisvergleich, ob es das Produkt nicht woanders günstiger gibt. Diesen „Vertriebsweg“ haben längst auch Cyberkriminelle für sich entdeckt.

Unser vierter Tipp schließt deshalb direkt an den dritten an: installieren Sie auch auf Ihrem Smartphone und Tablet einen wirksamen Virenschutz! Wer darauf verzichtet, ist leichte Beute für Cyberkriminelle.

Gefahr Nummer 5: Angebote, die einfach nicht wahr sein können

Stellen Sie sich vor, Sie gehen in den Store des Providers Ihres Vertrauens, ein netter Verkäufer lächelt Sie an und drückt Ihnen das neueste iPhone mit den Worten in die Hand: „Gratis, nur heute! Sie bekommen von mir das neuste iPhone geschenkt.“. Käme Ihnen sicherlich spanisch vor. Zu recht. Anders scheint das für einige Verbraucher im World Wide Web zu sein. Fallen Sie nicht auf solche Maschen herein! Angebote, die Ihnen zu gut vorkommen als dass sie wahr sein könnten, sind mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit Fakes. Kein Händler der Welt schenkt Ihnen neueste Technik oder andere hochwertige Produkte – zumindest nicht, ohne dafür auch etwas zu wollen.

Online-Shopping zur Weihnachtszeit: so erkennen Sie seriöse Anbieter

An den folgenden Merkmalen erkennen Sie seriöse und konsumentenfreundliche Shops:

  • Nichts zu verschenken: online wie offline gilt: niemand hat irgendetwas zu verschenken. Begegnen Sie sensationell günstigen Preisen bitte immer mit einer gesunden Portion Skepsis!
  • Authentizität: es gehört zu den Pflichten eines Shop-Betreibers, sich eindeutig zu identifizieren. Prüfen Sie also, ob Sie den Firmennamen, den Inhabernamen, die Anschrift, Kontaktdaten und eine Kontaktperson auf der jeweiligen Website ausmachen können. Ein dem Telemediengesetz (TMG) entsprechendes Impressum enthält für gewöhnlich all diese Daten. Gütesiegel sowie Zertifikate können die Seriosität eines Anbieters untermauern.
  • Widerruf möglich: achten Sie darauf, dass der jeweilige Shop einen Kaufrücktritt anbietet, denn auch das ist Pflicht. Idealerweise erleichtert Ihnen ein Widerrufsformular den Rücktritt vom Kauf, in jedem Fall sollte Ihnen als Kunde der Widerruf so leicht wie möglich gemacht werden. Spezielle Klauseln existieren bei virtuellen Gütern: diese sind oft downloadbar, bevor Sie Ihre Einkaufsrechnung beglichen haben. Prüfen Sie, wie der Widerruf in einem solchen Falle funktioniert.
  • Produktbeschreibungen: achten Sie bitte darauf, dass die angebotenen Produkte realistisch beschrieben werden. Realistisch meint: Sie können den gesamten Leistungsumfang problemlos erkennen, etwaige Mängel, etwa bei Ersteigerungen von Auktionsplattformen, sind angegeben und das Preis-Leistungsverhältnis wirkt vergleichsweise ausgewogen.
  • Transparenz: versteckte Kosten sind beim Online-Shopping immer wieder ein Thema. Damit Sie ungewollte Mehrkosten vermeiden, prüfen Sie bitte, ob die Preisgestaltung des Shops nachvollziehbar ist. Können Sie neben dem Produktpreis auch Transport- oder Verpackungskosten einsehen? Entstehen bei bestimmten Zahlungsarten zusätzliche Kosten? Prüfen Sie bitte bevor Sie bestellen, um Kostenfallen zu meiden! Prüfen Sie auch die Transparenz des Shops bezüglich verschiedener Dienstleister. So sollte der Anbieter beispielsweise über Logistikdienstleister Auskunft geben, mit denen er zusammenarbeitet – schließlich bekommen diese Dienstleister auch Ihre Daten, damit die Waren Ihnen zugestellt werden können.
  • Sichere Zahlungsmethoden: seriöse Online-Shops offerieren ihren Kunden mehrere Zahlungsmöglichkeiten. Seien Sie vorsichtig bei Shops, die Ihnen bislang fremd waren und die auf Vorkasse bestehen. Haben Sie bereits gute Erfahrungen mit einem Shop oder zeigen Gütesiegel an, dass der Shop vertrauensvoll ist, können Sie der Vorkasse in aller Regel trauen.
  • Lieferzeiten: die Lieferzeiten sind im Shop realistisch angegeben. Viele Shops weisen besonders zur Weihnachtszeit darauf hin, dass die Lieferung länger als gewöhnlich dauern kann. Achten Sie bitte auf verbindliche Liefertermine.
  • Rechtstexte: neben der Widerrufsklausel sind auch AGB und Datenschutzerklärung relevant. Diese Rechtstexte sind idealerweise leicht verständlich, sie klären mehr Fragen als sie aufwerfen und sie sind vor allem leicht zugänglich.
  • Bewertungen anderer User: stöbern Sie gerne auf unterschiedlichen Bewertungsplattformen, wie der jeweilige Shop bei anderen Konsumenten ankam. Damit Ihr Eindruck umfassend ist, prüfen Sie idealerweise Bewertungsplattformen, die ausschließlich echte Bewertungen zulassen. Zu diesen gehören unter anderem eKomi und ausgezeichnet.org. Arbeitet ein Shop mit solchen Bewertungsplattformen zusammen, erhält der Kunde nach seiner Bestellung die Anfrage, ob er den Shop nach der Kaufabwicklung bewerten möchte. Vor einer Bewertung muss also eine Bestellung stattgefunden haben; so stellen diese Bewertungsplattformen sicher, Bewertungen ausschließlich von echten Kunden einstellen zu lassen.
  • Verschlüsselung: kaufen Sie nie in Shops, die auf Verschlüsselung verzichten. Versichern Sie sich durch die unter Punkt 1 genannten Parameter, ob der Shop, in dem Sie bestellen möchten, wirklich verschlüsselt überträgt.

Streit zwischen Händler und Verbraucher

Im Zweifel stehen Sie als Verbraucher übrigens nicht auf verlorenem Posten! Neben lokalen Verbraucherschutzverbänden, an die Sie sich wenden können, wenn Sie den Verdacht haben, auf Betrügereien hereingefallen zu sein, können Sie die Schlichtungsstelle einschalten. Gefördert von verschiedenen Ministerien und getragen vom Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e. V. ist es das Ziel dieser Schlichtungsstelle, neutral zwischen Ihnen als Verbraucher und Online-Händlern zu vermitteln.

Wir, die PSW GROUP, wünschen Ihnen sichere, günstige und einfach schöne Shopping-Erlebnisse in der Vorweihnachtszeit, die Sie und später auch die Beschenkten hoffentlich fern ab von Betrügereien glücklich machen.



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