Verschlüsselung

Reizthema Datenschutz: Unternehmen haben dringenden Nachholbedarf

8. Mai 2013
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Smartphone, Tablet, Net- und Notebook, E-Commerce, M-Commerce und soziale Netzwerke: Überall im internetten Alltag begegnet uns das Reizthema Datenschutz. Es reizt deshalb so extrem, weil Unternehmen durchaus den Eindruck erwecken können, Datenschutz sei völlig überbewertet und eigentlich eher unnötig. So titelt gerade erst heute die Wiener Zeitung: „Deutsche Verbraucher wehren sich – Konzerne halten wenig von Datenschutz“. Konkret:

Apple, Google, Facebook & Co.

Der Konzern Apple wurde vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) aufgrund seiner Datenschutzbestimmungen verklagt. Apple wurde in einem noch nicht rechtskräftigen Urteil untersagt, Kundendaten wie Namen, Adressen, E-Mail-Adressen oder Telefonnummern ohne Einwilligung der Kunden zu verwenden. Weiter sorgte das Gericht dafür, die Nutzungsbedingungen für unwirksam zu erklären, nach denen Apple-Kunden dem Konzern die globale Datennutzung überlassen sollten. Kundendaten dürften laut Gericht auch nicht an andere Unternehmen weitergegeben werden. Daneben haben sich die Unternehmen Google, Xing, Facebook und Stayfriends gegen freiwillige Datenschutzvereinbarungen ausgesprochen. Die Folge: Man wolle nun EU-weite Vorgaben verpflichtend einführen.

TÜV Süd bemängelt Datenschutz bei Partnerschaften

Dass Unternehmen diverse Geschäftsbereiche auslagern, bemängelt der TÜV Süd in seiner aktuellen Pressemeldung keinesfalls. Wohl aber die Tatsache, dass 30 Prozent der Unternehmen Datenschutz bei externen Partnern als irrelevant erachten. Die Datenschutzstudie 2012 führte weiter zutage, dass 58 Prozent der vorrangig mittelständischen befragten Unternehmen ihre Dienstleister nicht in Bezug auf technische und organisatorische Maßnahmen zur Datensicherheit prüfen.

Die bittere Wahrheit: Unternehmen trauen sich selbst nicht

Heise berichtete im August 2012, dass erschreckende 90 Prozent der Unternehmen ihre eigenen Daten für nicht sicher halten, und stellt eine berechtigte Frage: „wenn schon die Experten in den Unternehmen der eigenen Datensicherung nicht trauen, warum sollten wir es dann tun?“ Die meisten Zwischenfälle in der Datensicherheit sind dabei auf menschliche Fehler zurückzuführen, nur ein geringer Teil auf „Naturkatastrophen“. Zwar würden viele Unternehmen in die Optimierung des Datenschutzes investieren, aber elf Prozent der befragten IT-Manager sehen die Unternehmensdaten als „extrem anfällig“.

Datensicherheit und Datenschutz bringen Kundenvertrauen

Angesichts aktueller und vergangener Berichterstattungen ist es wenig verwunderlich, dass die meisten Verbraucher nicht auf E-Commerce vertrauen, wir berichteten daürber in einer Pressemitteilung. Der Bekanntheitsgrad eines Onlinehändlers ist weit weniger wichtig für Verbraucher als nachvollziehbare Datensicherheit und transparenter Datenschutz. Erst muss das Vertrauen in den Online-Shop vorhanden sein, dann bestellen die meisten Verbraucher. Christian Heutger, Geschäftsführer der PSW GROUP, erklärte kürzlich in einem Interview mit shopanbieter.de: „Die größte Herausforderung besteht darin, Hackern und anderen Online-Kriminellen immer einen Schritt voraus zu bleiben.“ Und weiter: „Viele im E-Commerce angesiedelte Unternehmen können sich entscheidend dadurch verbessern, dass sie in regelmäßigen, kurzen Abständen prüfen, ob ihre Sicherheitsmaßnahmen, Siegel usw. noch auf dem aktuellen Stand sind. Darüber hinaus erfordert der durch den Durchbruch des Smartphones wachsende Mobile-Markt auch in dieser Hinsicht maßgeschneiderte Lösungen.“

PSW GROUP unterstützt digitale Bürgerrechtsbewegung

Neben unserer Aufklärungsarbeit in Interviews und unseren Produkten sind wir Sponsor der digitalen Bürgerrechtsbewegung EFF und HTTPS Everywhere geworden. Die EFF setzt sich für den Datenschutz im World Wide Web und für die sichere Kommunikation ein. Weitere Informationen darüber erhalten Sie auf der Website der Electronic Frontier Foundation (EFF). Ihre Fragen rund um den Datenschutz beantworten wir gerne in den Kommentaren – diskutieren Sie mit zum Thema.



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