IT-Security

PKI Komplexität 2025: Die 6 größten Herausforderungen für Ihr Zertifikatsmanagement

29. August 2025 von Marek Röhner

Die größten Herausforderungen für Zertifikatsmanagement
©Canva

5
(1)

Ob Webseiten, E-Mails, Software oder IoT-Geräte – digitale Zertifikate bilden das Rückgrat der sicheren Kommunikation im Internet. Doch mit der wachsenden Anzahl von Endpunkten, Regularien und Bedrohungen wird das Management dieser Zertifikate zur wachsenden Herausforderung. Public Key Infrastrukturen (PKI) waren einst überschaubar – heute ist das Gegenteil der Fall. Und die PKI Komplexität nimmt weiterhin rapide zu.

Für IT-Sicherheitsverantwortliche wird es entscheidend sein, diese Komplexität nicht nur zu verstehen, sondern aktiv zu managen. In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf die Gründe für diesen Wandel – und beleuchten die sechs größten Herausforderungen, die das Zertifikatsmanagement in Zukunft prägen werden.

Die Komplexität von PKI nimmt rapide zu

Immer mehr Unternehmen nutzen Zertifikate nicht nur für ihre Websites, sondern auch für interne Services, E-Mail-Verschlüsselung (S/MIME), Code Signing oder zur Geräteauthentifizierung. Das führt zu einer exponentiellen Zunahme an digitalen Identitäten innerhalb einer Organisation – und erhöht damit auch die Gefahr von Ausfällen, Fehlern oder Compliance-Verstößen.

Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist die zunehmende Automatisierung und Vernetzung – Stichwort „Machine Identity Management“. Immer mehr Maschinen, Prozesse und APIs benötigen Zertifikate, um sicher zu kommunizieren.

Hinzu kommen weitere Trends wie die stetige Verkürzung der Zertifikatslebensdauer, neuen Regulierungen wie NIS2 oder die EU Cyber Resilience Act oder Zukunftstechnologien wie KI und Quantencomputing.

Wir fassen die wichtigsten Herausforderungen für PKI Komplexität und das Zertifikatsmanagement der Zukunft zusammen.

Die 6 größten Herausforderungen im Zertifikatsmanagement

Wir fassen die wichtigsten Herausforderungen für PKI Komplexität und das Zertifikatsmanagement der Zukunft zusammen. In weiteren darauf aufbauenden Blogbeiträgen werden wir auf jede der einzelnen Herausforderungen noch ausführlicher eingehen und diese konkret beschreiben. Bleiben Sie gespannt und verschaffen Sie sich einen Überblick über die wichtigsten Herausforderungen für Zertifikatsmanagement

Ausfälle aufgrund abgelaufener Zertifikate

Ein Problem, das oft unterschätzt wird – bis es passiert: Zertifikate laufen ab, werden nicht rechtzeitig erneuert, und plötzlich sind geschäftskritische Systeme offline. Bekannte Beispiele wie Microsoft Teams oder auch Tesla zeigen: Selbst Tech-Giganten sind nicht vor diesen Ausfällen gefeit.

Setzen Sie auf automatisiertes Lifecycle-Management – zum Beispiel mit Managed PKI-Plattformen. Wir beraten Sie hierzu gerne individuell.

Die Lebensdauer von Zertifikaten verkürzt sich

Wo früher noch 3- oder 5-jährige Zertifikate üblich waren, sind heute 1-Jahres-Zertifikate der Standard – und bald könnten es nur noch 90 oder sogar 30 Tage sein. Das Ziel: schnellere Reaktion auf Bedrohungen. Doch für Unternehmen bedeutet das: mehr Aufwand, mehr Erneuerungen, mehr Risiken.

Einhaltung gesetzlicher Vorschriften

Die regulatorischen Anforderungen steigen. Ob NIS2, DORA, Cyber Resilience Act oder branchenspezifische Vorgaben wie PCI-DSS – sie alle fordern umfassende Kontrolle über die eingesetzten Zertifikate. Fehlende Übersicht oder veraltete Zertifikate können hier zu Bußgeldern oder Compliance-Verstößen führen.

Integrität der Software-Lieferkette

Code Signing-Zertifikate sind der Nachweis für die Unverfälschtheit von Software. Werden sie kompromittiert oder nicht korrekt verwendet, öffnet das Tür und Tor für Angriffe über die Supply Chain – wie etwa bei SolarWinds. Durch verkürzte Laufzeiten und steigende Angriffe auf Entwicklungsprozesse nimmt auch hier die Komplexität zu. Ein automatisiertes und revisionssicheres Management von Code-Signing-Zertifikaten inklusive zeitnaher Erneuerung und Protokollierung ist essenziell.

Vertrauen in KI und digitale Identitäten

Mit dem Aufstieg von künstlicher Intelligenz ergeben sich neue Herausforderungen. KI-generierte Inhalte können manipuliert, Deepfakes erstellt und Sicherheitsmaßnahmen unterlaufen werden. Durch digitale Signaturen, die Inhalte verifizieren und damit Authentizität garantieren. Auch hier ist PKI ein zentrales Instrument.

Fortschritte im Bereich Quantencomputing

Ein Thema mit Zukunft: Quantencomputer bedrohen klassische Verschlüsselungsverfahren wie RSA oder ECC. Die Lösung: Post-Quantum-Kryptografie (PQC). Bereits 2024 hat das NIST erste Standards verabschiedet. Der Umstieg ist komplex und erfordert eine vollständige Migration der bestehenden PKI-Struktur. Organisationen haben dafür oft nur wenige Jahre Zeit.

Fazit: PKI wird komplex – aber nicht unlösbar

Die Zeiten einfacher Zertifikatsverwaltung sind vorbei. Wer heute PKI richtig einsetzen will, muss sich auf stetige Erneuerung, hohe Automatisierung und neue Technologien einstellen.

Doch es gibt gute Nachrichten: Moderne PKI-Plattformen wie die von KeyTalk vereinfachen das Management durch Automatisierung, zentrale Verwaltung und Compliance-Tools.

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Average rating 5 / 5. Vote count: 1


0 Kommentar(e)

Schreibe einen Kommentar

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu