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Kostenlose E-Mail-Adresse von T-Online: Wie überzeugend ist der Anbieter?

30. September 2014
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„E-Mail für alle“ – mit diesem Slogan wirbt die Deutsche Telekom für ihr Freemail-Angebot. Auch T-Online gehört zur Initiative „E-Mail made in Germany„, über die wir im ersten Testbeitrag unserer Serie bereits ausführlich berichtet haben. Der Freemail-Anbieter betont – wie schon GMX und WEB.DE -, dass sein E-Mail-Angebot sicher sei: Viren- und Spamschutz sowie Hochsicherheitsrechenzentren in Deutschland werden gleich auf der Landingpage als wichtige Merkmale genannt. Wir schauen hinter die Kulisse und prüfen das E-Mail-Angebot von T-Online ausführlich:

T-Online: über das Unternehmen

1995, als Microsoft Windows 95 und den Internet Explorer 1.0 herausbrachte, das Internet also begann, massentauglich zu werden, gründete die Deutsche Telekom mit T-Online eine Marke, unter der auch das Freemail-Angebot offeriert wird. Im Jahre 2002 wurde T-Online international und startete in Großbritannien, Tschechien sowie Österreich. Heute zählt die Deutsche Telekom 143 Millionen Mobilfunkkunden, 31 Millionen Festnetz- und über 17 Millionen Breitbandanschlüsse (Quelle: Konzernprofil). Diese Zahlen machen den Konzern weltweit zu einem der führenden Telekommunikationsunternehmen.

Datenschutz & AGB bei T-Online

Als wir die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von T-Online öffnen möchten, begegnet uns eine bekannte Seite: Mit dem Slogan „Erleben, was verbindet“ findet die Ergebnisliste keine Ergebnisse, obwohl wir dem AGB-Link im Footer gefolgt sind. Das begegnete uns bereits in der Vergangenheit, als wir Wetter-Apps testeten (Wetter.info von der Deutschen Telekom). Erst über die Registrierung werden wir fündig. In den AGB von T-Online (PDF) lesen wir, dass Sie als T-Online-Freemail-Kunde verpflichtet sind, Ihre Zugangsdaten verschlüsselt auf Ihrem PC, USB-Stick oder CD zu speichern. Weiter werden Sie zur Datensicherung angehalten – „in anwendungsadäquaten Intervallen“ und „in geeigneter Form“. Hier ist T-Online weniger streng oder weniger genau im Detail als GMX: Der Konzern fordert tägliche Datensicherung. Weiter schreibt der Konzern, dass Änderungen in den AGB, Preisen oder Leistungsbeschreibungen vorkommen können, „wenn dies aus triftigem Grund erforderlich ist“. Diese Änderungen werden den T-Online-Kunden sechs Wochen vor Inkrafttreten schriftlich mitgeteilt. Mit Wirksamwerden der Änderungen erhalten Sie als Kunde ein Sonderkündigungsrecht.

Zur Haftung lesen wir den Standard: Die Deutsche Telekom haftet ausschließlich bei Vorsatz sowie grober Fahrlässigkeit; bei leichter Fahrlässigkeit nur unter bestimmten Umständen. Für Datenverlust gilt: Die Deutsche Telekom haftet, wenn man ihr leichte Fahrlässigkeit vorwerfen kann, wenn Sie Ihre Daten in „anwendungsadäquaten Intervallen in geeigneter Form gesichert“ haben, „damit diese mit vertretbarem Aufwand wiederhergestellt werden können.“ Ebenfalls dem Standard entspricht die Kündigung für unentgeltliche Leistungen seitens der Telekom: Nutzt ein Kunde die Leistungen länger als sechs Monate in Folge nicht, hat die Telekom das Recht, das E-Mail-Postfach zu sperren. Werden die Leistungen über zwei Jahre nicht genutzt, erlaubt sich die Deutsche Telekom, die Leistungen für den Kunden zu löschen – dann erfolgt also die tatsächliche Kündigung.

Neben den AGB existiert bei T-Online ein zusätzliches Dokument: „Leistungsbeschreibung und Preise Freemail und Mail & Cloud“ (PDF). Neben Infos zu Preisen und Leistungen erfahren wir an dieser Stelle, dass Sie auch bei der Telekom automatisch interne Werbung erhalten, die Sie nicht abbestellen können: Bis zu zweimal wöchentlich erhalten Kunden den Newsletter „E-Mail@tonline.de empfiehlt …“, der Werbung enthalten kann. Es folgen Tabellen, die die Leistungen und Preise der verschiedenen E-Mail- und Cloud-Angebote von T-Online übersichtlich und gut zusammenfassen.

Zügig finden wir die Datenschutzerklärung: Besuchen Sie die Webseiten der Deutschen Telekom, werden vorübergehend der Domain-Name oder die IP-Adresse, außerdem der angefragte Dateiname sowie die URL, der HTTP-Antwort-Code und die Webseite erfasst, von der aus Sie auf die Telekom-Seite zugegriffen haben. Nach Ihrer Sitzung löscht der Server diese Daten wieder. An mehreren Stellen setzt die Telekom auf Cookies. Meistens werden Session-Cookies verwendet, die nach Ihrer Sitzung gelöscht werden, aber auch Langzeit-Cookies werden genutzt. Neben der Speicherung Ihrer Daten für die Leistungserbringung der Telekom werden Daten auch für gesetzliche Zwecke gespeichert: „Für die Aufdeckung von Missbrauch und für die Erkennung und Beseitigung von Störungen speichern wir Ihre IP-Adresse für sieben Tage„, erklärt T-Online. Dies ist fragwürdig, da es schwammig formuliert ist: „Ihre Daten werden grundsätzlich in Deutschland verarbeitet. Nur in Einzelfällen und im gesetzlich zulässigen Rahmen findet die Datenverarbeitung auch im Ausland statt.“ – Weder Einzelfälle noch der gesetzlich zulässige Rahmen werden näher definiert.

Zur Datenweitergabe äußert sich die Telekom wie folgt: Zur Auftragsabwicklung können Ihre Daten an externe Dienstleister weitergegeben werden. T-Online äußert klar, dass der Konzern „auch in diesem Fall für den Schutz Ihrer Daten verantwortlich“ ist. Sichergestellt wird der Schutz Ihrer Daten bei externen Dienstleistern durch „strenge vertragliche Regelungen, durch technische und organisatorische Maßnahmen und durch ergänzende Kontrollen“. Weiter kann die Telekom Daten aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen weitergeben: § 101 Urheberrechtsgesetz verpflichtet die Telekom etwa, auf einen Gerichtsbeschluss hin „Inhabern von Urheber- und Leistungsschutzrechten Auskunft über Kunden zu geben, die urheberrechtlich geschützte Werke in Internet-Tauschbörsen angeboten haben sollen.“ Der Auskunftsuchende erhält dann „die Benutzerkennung einer zum angefragten Zeitpunkt zugeteilten IP-Adresse sowie, wenn bekannt, Namen und Anschrift des Kunden.“ Datenweitergaben darüber hinaus sind nur nach ausdrücklicher Einwilligung Ihrerseits oder nach gesetzlichen Vorschriften möglich.

Am Ende Ihrer Sitzung speichert T-Online Ihre IP-Adresse für sieben Tage. Nutzungsprofile werden unter einem Pseudonym angelegt und können dafür verwendet werden, Werbung und Marktforschung auszuwerten. Ein Rückschluss auf Ihre Person sei dabei nicht möglich, erklärt der Konzern. Für diese statistischen Auswertungen setzt die Deutsche Telekom auf die Webtrekk GmbH; möchten Sie nicht Teil der Forschungsauswertung sein, können Sie dem über diesen Opt-Out-Link widersprechen. Bedenken Sie, diesen Link erneut zu klicken, wenn Sie Ihre Cookies gelöscht haben. Dasselbe gilt, wenn Sie der nutzungsbasierten Online-Werbung widersprechen möchten: Die Telekom arbeitet mit drei Firmen zusammen, die die Datenerhebung zum Ausliefern nutzungsbasierter Online-Werbung erledigen. Über die folgenden Links können Sie dem widersprechen: Yieldr, Adform und Xplosion. Möchten Sie allen gemeinsam widersprechen, funktioniert das über diesen Link. Zur Reichweitenmessung nutzt T-Online das SZM von INFOnline. Auch hier werden anonyme Messwerte erhoben und Cookies eingesetzt, um Ihre IP-Adresse anonymisiert zu verarbeiten. Bei sämtlichen Messparametern wird Ihre Identität jederzeit geschützt; widersprechen können Sie der Datenverarbeitung unter diesem Link. Zu guter Letzt erfahren wir, dass Sie sich jederzeit unentgeltlich über die Daten, die die Telekom von Ihnen gespeichert hat, informieren können und für Fragen wahlweise den Postweg, das Telefon (0228 / 181-0), E-Mail (info@telekom.de) oder das Online-Kontaktformular nutzen können.

Der Registrierungsprozess bei T-Online

Bei der Telekom wird unterschieden zwischen Kunden mit und ohne hauseigenen Zugangstarif: Ohne Telekom-Kunde zu sein, registrieren Sie sich unter diesem Formular, sind Sie Kunde, geben Sie nur noch Ihre Zugangsnummer und Ihr persönliches Kennwort ein. Wir wählen den ersten Weg und geben folgende Registrierungsdaten an:

  • Anrede
  • Vor- und Zuname
  • Geburtstag

Damit fordert der Registrierungsprozess weit weniger Daten als der bei GMX oder WEB.DE. Beim Passwort versuchen wir zunächst dasselbe wie in den vorigen Tests: „12345678“ lässt T-Online gar nicht erst gelten, da mindestens zwei Bedingungen (Klein-, Großbuchstaben, Ziffern, Sonderzeichen) beachtet werden müssen. Damit fällt auch „Passwort“ durch, während „Passwort123“ gelbes Licht auf der Sicherheitsampel erhält. Auch für „PassWort!123?“ gibt es nur gelbes Licht. Tatsächlich ist T-Online der erste der bisher getesteten Anbieter, der erst exotische Passwörter wie „ViT-O.sad1.T?“ mit grünem Licht auszeichnet – sehr löblich! Am Ende der Registrierung sind keine schon als Standard gesetzten Häkchen, sondern wir nehmen bewusst den Hinweis auf die AGB und Datenschutzvereinbarungen wahr. Betont wird auch der Werbenewsletter, der bereits in den AGB angekündigt wurde, und Sie erklären sich damit einverstanden, Ihre ein- und ausgehenden E-Mails auf Spam und Schadcodes filtern zu lassen. Begeistert sind wir nach unseren bisherigen Registrierungserlebnissen davon, dass die Telekom uns nicht mit Werbung zu eigenen Produkten behelligt. Ein Willkommens-Popup weist lediglich auf Neuheiten im E-Mail Center hin und verweist auf ein Handbuch. Oben und rechts in unserer Ansicht ist Werbung angenehm unauffällig platziert – erstmals in unserer Testreihe steht tatsächlich das Mailen im Fokus.

T-Online Freemail: Produktdetails

T-Online bietet in seinem Freemail-Angebot folgende Inklusiv-Leistungen:

  • Speicherplatz für E-Mails: 1 GB
  • max. Anhanggröße: 32 MB
  • Speicherdauer für E-Mails: unbegrenzt
  • IMAP-/POP3-Abruf: ja
  • Link-Mails zum Versenden größerer Anhänge: Ja, bis 100 MB
  • Ordner: max. 30
  • E-Mail-Adressen mit @t-online: max. 10
  • Sammeldienst für weitere E-Mail-Accounts: max. 5
  • Versenden mit alternativer E-Mail-Adresse möglich: ja
  • Spam-/Virenschutz: ja, für ein- und ausgehende E-Mails
  • Adressbuch & Kalender: ja
  • TelekomCloud Mediencenter: 25 GB
  • Mail-Apps: ja, nur für iOS
  • Fax-Funktion: ja, für Kunden mit Festnetztarif
  • SMS/ MMS: ja, für Kunden mit Festnetztarif

Abo-Fallen auch bei T-Online?

Gute Nachrichten unter diesem Punkt: Auf unseren Recherchen sind uns keine Aussagen bezüglich etwaiger Abo-Fallen oder sonstiger Abzocke von T-Online begegnet. Zwar äußern sich einige User verärgert über die Verkaufsmethoden kostenpflichtiger Services wie DSL-Anschlüsse, das allerdings ist getrennt vom Freemail-Angebot zu betrachten und wird deshalb an dieser Stelle nicht durch uns beleuchtet.

Usability bei T-Online: Aufgeräumt und intuitiv

In den für T-Online üblichen Farben begrüßt uns das E-Mail Center angenehm aufgeräumt, mit dezenten Werbeplatzierungen und übersichtlicher Anordnung. Im Menü links finden wir unsere E-Mail-Ordner: Posteingang, Entwürfe, Gesendet, Spam und Papierkorb als Standard, darunter die Option, selbst Ordner anzulegen. Für jeden Ordner können Sie mit einem Klick auf das Rädchen (Mouse-over) die Speicherdauer einstellen und anstatt eine neue Seite zu öffnen, arbeitet T-Online mit angenehmen Popups, sodass wir in unserer Hauptansicht bleiben. Wahlweise im oberen Rand unter „Menü“ oder ganz oben unter „Mehr“ (hier öffnet sich ein optisch sehr ansprechendes Menü) können Sie weitere Punkte ansteuern:

Die Seiten Telekom.de und T-Online.de, Ihre Favoriten (hier können Sie diverse Themenfelder wie Sport oder Politik speichern, außerdem erhalten Sie den Wetterbericht), Ihr E-Mail Center, Ihr Mediencenter (der Cloudspeicher der Telekom mit 25 GB), das Kundencenter (Rechnungs-/ Anschlussverwaltung, zubuchbare Optionen, FAQ, Entstörhilfe, Verfügbarkeitscheck, Downloads, Ratgeber, Anbieterwechsel, Hilfe-Videos und Kontakt), Ihr Adressbuch und Ihren Kalender, ein Programm-Manager als TV-Zeitschrift, Spotify fürs Musikstreaming, Freizeichentöne sowie Hilfe & Services. Im Drop-Down-Menü finden Sie weiter Sync-Plus, die Synchronisierungsfunktion für Geräte, mit deren Sie auf Ihre Telekom-Cloud zugreifen können (inkl. iOS-, Android- und Windows Phone-App), eine große Auswahl an Grußkarten, Ihren Weg zur De-Mail, eine Info-Tour, Hilfe und Sie können Feedback geben. Daneben finden Sie in diesem Menü auch Ihre Einstellungen:

Neben den üblichen Einstellungen finden Sie unter „Weitere Dienste/ Funktionen“ beispielsweise die Möglichkeit, Ihren Account mit Wunderlist und Dropbox zu verknüpfen. So fügen Sie E-Mails zu Ihrem Wunderlist-Account hinzu oder schieben Dateien zwischen Ihrem Mediencenter und Ihrem Dropbox-Account hin und her. Schön ist, dass Sie unter „Spamschutz“ und „Virenschutz“ selbst mitbestimmen können: Spam-E-Mails können direkt abgewiesen und gelöscht (= Default), in den Ordner „Spam“ verschoben oder im Posteingang angezeigt werden. Im Virenschutz schalten Sie selbigen ein oder aus und wählen zwischen „infizierte E-Mails bereinigen“ oder „infizierte E-Mails löschen“. Ansichten personalisieren können Sie nicht, aber die Einstellungen sind sinnvoll ausgelegt und eindeutig beziehungsweise verständlich formuliert.

In der Zwischenzeit haben zwei E-Mails den Weg in unser neues Postfach gefunden: Wir werden im Mediencenter willkommen geheißen und erfahren die wesentlichen Funktionen. Die zweite E-Mail bestätigt unsere Freemail-Buchung und erklärt die gängigen Features. Im Footer dieser E-Mail prangt einmal mehr ein Link zu den AGB und wir testen erneut – von hier aus kommen wir ans Ziel und nicht mehr auf die leere Ergebnisliste von unserem ersten Versuch, die AGB aufzurufen. Wir senden nun Test-E-Mails an verschiedene Accounts, deren Provider nicht Teilnehmer der Initiative „E-Mail made in Germany“ sind, und eine Testmail an einen GMX-Account. Wie schon bei unseren vorigen Tests sind definitiv verschlüsselte E-Mails an einem weißen Häkchen auf grünem Untergrund erkennbar; Nachrichten an Provider-Adressen außerhalb dieser Initiative werden auch nicht als verschlüsselt gekennzeichnet. Unsere Test-E-Mails sind eingegangen – und wir entdecken etwas, was bei GMX und WEB.DE nicht auftauchte: Werbung im E-Mail-Footer. „Mit einer kostenlosen E-Mail-Adresse @t-online.de werden Ihre Daten verschlüsselt übertragen und in Deutschland gespeichert. www.t-online.de/email-kostenlos“, heißt es darin; T-Online wirbt also mit den medienwirksamen Eigenschaften der Initiative „E-Mail made in Germany“. Auch diese Art der Werbung empfinden wir als angenehm unaufdringlich, zudem ist es ja auch rechtens, dass Freemail-Anbieter in eigener Sache werben.

T-Online: Verschlüsselung unter der Lupe

Wie schon bei unseren ersten beiden Testkandidaten beginnt unsere Prüfung der Verschlüsselung auf der Startseite, wo Sie sich einloggen. Der häufigste Weg zum Login ist wohl der über die Startseite t-online.de. Geben Sie dies so in Ihre Adressleiste ein, landen Sie auf der unverschlüsselt übertragenden HTTP-Seite. Während Sie bei WEB.DE und GMX mit einem vorangestellten HTTPS auf eine verschlüsselte Seite zugreifen können, beharrt T-Online auf den unverschlüsselten Zugang. Daran ändert sich auch nach Ihrem Login nichts. Erst wenn Sie auf „E-Mail Center öffnen“ klicken, landen Sie auf einer HTTPS-Seite. Anders ist das, wenn Sie diesen Weg direkt ansteuern: Speichern Sie sich email.t-online.de unter Ihren Favoriten, werden Sie sofort auf eine teilweise verschlüsselte Seite geleitet, auf der Sie sich einloggen können. Übrigens hat es die Telekom verpasst, neben der Seite email.t-online.de auch die Seite www.email.t-online.de abzusichern. Hier erhalten wir den Hinweis, dass der Verbindung nicht vertraut wird, da ein ungültiges Sicherheitszertifikat verwendet wird, das ausschließlich für email.t-online.de gilt.

Im Backend lesen wir leider, was wir bereits aus unseren vorigen Tests kennen: „Teile der Seite, die Sie ansehen, wurden nicht verschlüsselt, bevor sie über das Internet übertragen wurden.“ Denselben Hinweis erhalten wir, wenn wir eine E-Mail schreiben möchten. Die Seite ist mit einer 128 Bit-Verschlüsselung gesichert (AES_128_CBC), nutzt das veraltete SHA-1 für die Nachrichtenauthentifizierung und verwendet für den Schlüsselaustausch ECDHE_RSA, ist also PFS-fähig. Die bisherigen Testkandidaten WEB.DE und GMX setzten auf 256 Bit-Verschlüsselung. Diese verwendet T-Online für den Nachrichtenversand (TLSv1:DHE-RSA-AES256-SHA:256).

Alle Daten, die Sie bei T-Online eingeben – seien es E-Mails, Adressbucheinträge oder Daten im Kalender – sind transportverschlüsselt. Während es WEB.DE und GMX so handhaben, dass Daten innerhalb der Konzernfamilie weitergereicht werden dürfen, wartet die Deutsche Telekom mit einer Unternehmensstruktur auf, die solche Formulierungen unnötig macht. T-Online ist fester Bestandteil der Deutschen Telekom. Ihre Daten lagern auf Servern in Deutschland. Nun wurde allerdings in der Datenschutzerklärung die Aussage getroffen, dass Daten in Einzelfällen oder im gesetzlich zulässigen Rahmen auch im Ausland verarbeitet werden dürfen. Wir wünschen uns an dieser Stelle eine genaue Definition, wie diese Einzelfälle bestimmt werden und was der gesetzlich zulässige Rahmen hergibt. Solange die Formulierung in der Datenschutzerklärung so schwammig ist, können wir T-Online keinen Sicherheitsstempel aufdrücken.

T-Online: Fazit & Zusammenfassung

Wir waren schwer angetan von der intuitiven Bedienung des Freemail-Angebots von T-Online. Sehr löblich ist die Tatsache, dass es unnötig ist, mehr persönliche Daten anzugeben als Vor- und Zuname sowie Geburtsdatum. In den AGB und der Datenschutzerklärung haben wir nichts vom Klarnamenzwang gelesen, der uns bei den bisherigen Tests begegnete. Mit einer Speicherkapazität von 1 GB für E-Mails und 25 GB im Mediencenter lässt sich für einen kostenfreien Service sehr gut arbeiten. Schön ist auch die Anhanggröße und die recht großzügige Selbstbestimmung in den Einstellungen.

Für Kopfzerbrechen sorgen allerdings diverse Formulierungen in der Datenschutzvereinbarung und die mangelnde Verschlüsselung. Teils schwammige Formulierungen hinterlassen ein unsicheres Gefühl: Könnten auch wir zu den Einzelfällen zählen, deren Daten im Ausland verarbeitet werden? Welche Parts der Website werden unverschlüsselt übertragen? – Dass auch T-Online nicht auf einen Werbenewsletter verzichten kann, ist außerdem schade. Wir wünschen uns hier die Möglichkeit, den Newsletter abbestellen zu können – für Werbung sorgt bereits der kleine E-Mail-Footer, den Sie automatisch mit jeder E-Mail mitsenden. Apropos Werbung: Die ist bei T-Online insgesamt sehr unauffällig platziert; im Fokus steht tatsächlich Ihr E-Mail Center.

  • Sitz des Unternehmens: Darmstadt
  • AGB & Datenschutz: Datenschutzvereinbarung gut auffindbar, AGB erst über Umwege, AGB eindeutig und klar formuliert, Datenschutzerklärung teilweise schwammig und nicht nachvollziehbar.
  • Werbeversand: ja, per E-Mail, nicht abbestellbar
  • Registrierung: einfach und nur wenige persönliche Daten notwendig
  • Registrierungsdaten: Anrede, Vor- und Zuname, Geburtstag
  • Passwortsicherheitskontrollen: sehr gut
  • E-Mail-Speicher: 1 GB
  • max. Größe für Dateianhänge: 32 MB (durch Link-Mails bis zu 100 MB)
  • Cloud-Speicher: 25 GB
  • sonstige Features: Spam-/ Virenschutz für ein-/ ausgehende E-Mails, Kalender, Adressbuch, zehn zusätzliche E-Mail-Adressen, unbegrenzte Aufbewahrungszeit, E-Mail-Weiterleitung & Abwesenheitsschaltung, E-Mail-Suche und -Filter, Verteilerliste, bis zu 30 persönliche Ordner, mobile Version und App für iOS, Synch-Funktion geräteübergreifend (mobile & stationäre Geräte unter Windows, Mac, iOS, Android & Windows Phone), Versand mit alternativer E-Mail-Adresse, größerer Funktionsumfang für Kunden mit Festnetztarif d. Telekom (z. B. Fax-Funktion, SMS, MMS)
  • Support/ Hilfe: kostenfreie Hilfeseiten, Hilfe-Videos, Fragen-Community & persönlicher Kontakt per E-Mail & Telefon
  • Abofallen bekannt: nein
  • Handling/ Usability: intuitiv, aufgeräumt, sparsam mit Werbung
  • Webseitenverschlüsselung: stark
  • Backend-Verschlüsselung: unzureichend
  • E-Mail-Verschlüsselung: kritikwürdig
  • PFS: ja
  • Serverstandort: Deutschland



4 Kommentar(e)

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Auf dieses Thema gibt es 4 Reaktionen

  1. Seppo | 8. März 2015

    Zu erwähnen ist auch, dass beim Telekom Kalender alle Termine älter zwei Jahre gelöscht werden, daher unbrauchbar, hier sind die Ami’s immer noch besser, Gmail Kalender, iCloud Kalender oder Outlook.com machen solchen Mist nicht! Und was bringt mir Datenschutz wenn meine Termine Weg sind ???

    8. März 2015 @ 23:20 Antworten
    • Bianca Wellbrock | 28. Mai 2015

      Oha, danke für den wertvollen Hinweis, Seppo – das ist für einige, die gerne ihre Termine rückverfolgen, sehr relevant!

      28. Mai 2015 @ 11:59 Antworten
  2. Matthias | 2. Oktober 2016

    „Im Drop-Down-Menü finden Sie weiter Sync-Plus, die Synchronisierungsfunktion für Geräte, mit deren Sie auf Ihre Telekom-Cloud zugreifen können“

    Aber doch nur, wenn man einen Vertrag bei der Telekom abgeschlossen hat. Für Freemail Account Benutzer steht die Synchronisierungsfunktion laut Telekom nicht zur Verfügung.

    2. Oktober 2016 @ 21:22 Antworten
    • Bianca Wellbrock | 4. Oktober 2016

      Hallo Matthias,

      danke für deinen Kommentar! Da unser Test bereits aus 2014 ist, haben wir heutige Konditionen leider nicht bewerten können. Seinerzeit war es, wie beschrieben, da existierte die Synchronisierung auch für Freemail-User. Schade, dass die Telekom das Feature offenbar rausgenommen hat.

      Viele Grüße vom
      PSW GROUP-Redaktionsteam

      4. Oktober 2016 @ 12:10 Antworten