Antivirus ist tot

Frühjahrsputz Runde 2: Apple macOS Sierra

8. März 2017
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© Elnur - Fotolia.com

Als Nachfolger von OS X El Capitan hat Apple sein Betriebssystem umbenannt und die aktuelle Version ist bekannt als macOS Sierra. Das Umbenennen macht Sinn: nach iOS, watchOS sowie tvOS erscheint macOS nur logisch. Dank Siri können Mac-User nun mit dem OS plaudern, iOS und watchOS sollen besser integriert sein und die iCloud bekommt eine größere Rolle. Wir sorgen nun dafür, dass Ihr Mac fleißig arbeitet: im Frühjahrsputz räumen wir macOS Sierra auf, optimieren das System und sichern es ab.

Apple macOS Sierra aufräumen

Apple spendierte seinem Betriebssystem mit der „optimierten Speichererweiterung“ eine integrierte Aufräumfunktion. Um Platz zu schaffen, können Sie zusätzlich die Installationspakete löschen, Apps finden und löschen und darüber nachdenken, Dateien und Ordner zu komprimieren, um weiteren Speicherplatz zu schaffen.

Optimierte Speicherverwaltung in macOS Sierra

Mit der „optimierten Speicherverwaltung“ möchte Apple dafür sorgen, mithilfe einer automatisierten Aufräumfunktion genügend Speicherplatz zu schaffen. Nicht benötigte Daten werden automatisiert gelöscht oder aber in die iCloud ausgelagert.

Klicken Sie in der Menüzeile aufs Apfel-Symbol , können Sie sich zu „Über diesen Mac“ und dort zum Tab „Festplatten“ navigieren. Es erscheint die bekannte farbige Speicher-Statusleiste und daneben sehen Sie den Button „Verwalten …“. Ein Klick darauf öffnet eine Ansicht, die Ihnen bislang unbekannt sein dürfte. Alternativ rufen Sie den „Speicherverwaltung“-Dialog in der „Systeminformationen“-App mit der Tastenkombination [cmd] + [u] auf.

In zwei Spalten sehen Sie nun die Einzelbereiche des Betriebssystems, beispielsweise iTunes, iBooks oder Programme. Möchten Sie nicht jeden einzelnen Punkt durchgehen, schauen Sie sich unter „Empfehlungen“ Apples Ein-Klick-Lösungen zur Schnell-Optimierung an.

Im Reiter „Empfehlungen“ tauchen vier Lösungsvorschläge auf. Die Option „iCloud“ zielt eher auf Fotos und Videos ab. „Speicher allgemein“ sorgt dafür, dass Sie die iTunes-Dateien nach dem Verwenden löschen. Die automatische Papierkorbleerung ist selbsterklärend und bei „Chaos reduzieren“ erhalten Sie eine nach Größe sortierte Dateiliste, die Sie manuell abarbeiten können.

Serien & TV fliegen vom Mac

Den Punkt „Speicher optimieren“ in eben beschriebener Ansicht nutzen Sie, um macOS Sierra anzuweisen, alte Fernsehfolgen sowie Filme vom Mac zu entfernen. Bei Bedarf können Sie die gelöschten Dateien erneut aus der iCloud abrufen.

Die automatische Papierkorbleerung sorgt alle 30 Tage dafür, dass gelöschte Dateien verschwinden. All diese Funktionen und Features zeigen, wo Apple hin möchte: in die Cloud. Macwelt spricht sogar vom „iCloud-Betriebssystem“.

Anwendungen löschen leicht gemacht

Behalten Sie das Fenster geöffnet und navigieren Sie sich zu „Applications“ bzw. „Programme“, um sämtliche installierten Anwendungen zu sehen. Fahren Sie mit der Maus über die Programme, sehen Sie ein „x“, mit dem Sie die Anwendung löschen können.

Klingt einfach – und ist es auch. Allerdings bleiben diverse Rückstände immer auf dem Mac. Ihre Library-Ordner dürften bei der Spurensuche helfen. Davon sind insbesondere Dritthersteller-Anwendungen betroffen. Eine restlose Deinstallation aller nicht benötigten Apps funktioniert unter macOS nicht.

Installationspakete löschen

Mit macOS Sierra legt Apple einen Schwerpunkt auf den Speicherplatz. Und so kommt es dazu, dass Sie nach Installationen nun gefragt werden, ob das Installationspaket gleich gelöscht werden soll. Bei Installationspaketen handelt es sich um PKG-Dateien. Klicken Sie doppelt, werden Sie durch die Installation geführt. Haben Sie die Installationspakete nach Installation in den Papierkorb gepackt, sorgt die automatische Papierkorbleerung spätestens in 30 Tagen für das automatische Löschen.

Dateien und Ordner komprimieren & dekomprimieren

Komprimieren Sie Ihre Dateien und Ordner, erhalten Sie mehr Festplattenspeicher. Sinnvoll ist ein Komprimieren beispielsweise für Ihr Backup oder für Dateien, die Sie versenden möchten. Um Ordner oder einzelne Dateien zu komprimieren, klicken Sie bei gedrückter „ctrl“-Taste auf Datei oder Ordner und wählen im Kontextmenü „Komprimieren“ aus.

Komprimieren Sie ein Einzelobjekt, so erhält dieses den Suffix „zip“. Komprimieren Sie mehrere Objekte gleichzeitig, wird die Datei „Archiv.zip“ genannt. Möchten Sie die Objekte wieder dekomprimieren, doppelklicken Sie die .zip-Datei einfach.

Weitere Aufräumtipps für macOS Sierra

Es gibt noch diverse Orte, an denen Sie Speicherplatz freiräumen können:

  • Download-Ordner: Öffnen Sie den Finder und navigieren Sie sich zum Download-Ordner. Sie können mit „Ausrichten nach Art“ gezielt nach dmg- oder zip-Dateien suchen, um diese dann zu löschen.
  • E-Mail-Anhänge: Öffnen Sie Anhänge in E-Mails per Doppelklick direkt, so legt sich die Datei automatisch in der User-Library ab. Somit wächst dieser versteckte Ordner mit der Zeit deftig. Sie können via Spotlight nach „Mail Downloads“ suchen, womit der Ordner „Mail Download Data“ sichtbar werden sollte. Alternativ öffnen Sie den Finder und wählen im Menü „Gehe zum Ordner …“ aus.

    Geben Sie „~/Library/Containers/com.apple.mail/Data/Library/Mail Downloads“ ein, wird dieser Ordner geöffnet und Sie können manuell aufräumen. Unter Sierra können Sie in der Speicherverwaltung zudem die Option „Speicher optimieren“ aktivieren. Diese sorgt dafür, dass ausschließlich die neuesten Anhänge auf dem Mac verbleiben und alte automatisiert gelöscht werden.

Aufräum-Tools oder Bordmittel?

Es gibt diverse Tools zum Aufräumen des Apple-Betriebssystems. So soll beispielsweise „Cocktail“ Caches aufräumen und weitere Wartungsarbeiten durchführen. Der „App Cleaner“ soll Anwendungsdateien außerhalb der Installationspakete aufstöbern und fürs restlose Löschen sorgen. Was bringen solche Tools? Vor allem angesichts des neuen Apple-Fokus „aufräumen“: nützen Tools mehr als Bordmittel?

Die Macwelt hat sich das Ende letzten Jahres genauer angeschaut und hat die Bordmittel von macOS Sierra den Tools „Clean My Mac“ und „Dr. Cleaner“ gegenübergestellt. Beide Tools können eingeschränkt kostenfrei verwendet werden bzw. kann man Einzellizenzen kaufen.

Das Fazit der Mac-Experten: während Dr. Cleaner „kaum Mehrwert“ bietet, ist Clean My Mac „Gut, aber eher für erfahrene Anwender sinnvoll“. Denn gerade die Deinstallationsfunktion für Programme arbeitet „hervorragend“: Programme werden vollständig entfernt.

Jedoch genügen Apples Bordmittel voll und ganz. Die Tester resümieren: „Nur bei der Deinstallation von Programmen sehen wir Verbesserungsbedarf“. Ansonsten können auch Einsteiger bestens mit den Bordmitteln für aufgeräumte Festplatten sorgen.

Apple macOS Sierra optimieren

Noch existieren wenige Benchmark-Ergebnisse; Sierra hat erst wenige Monate hinter sich. Bei Reddit und MacRumors gibt es bereits Eindrücke: insgesamt zeige sich Sierra performanter als El Capitan – und das hatte sich bereits einen guten Ruf erarbeitet. Weitere Benchmark-Ergebnisse können Sie sich bei Mac Life durchlesen.

Leistung sinkt nach Update

Einige User haben nach dem Update auf macOS Sierra das Problem, dass die Leistung sinkt und der Mac immer langsamer wird. Klar: erst mal muss ein Neustart erfolgen. Hilft dies nichts, finden Sie idealerweise heraus, was Ihre Leistung bremst.

Dafür geben Sie in die Spotlight-Suche „Aktivitätsanzeige“ ein. Ein Klick auf den „CPU“-Tab, anschließend auf „% CPU“ zum Sortieren der Liste zeigt Ihnen Leistungsbremsen an. Erkennen Sie Apps, die viel CPU-Leistung beanspruchen, können Sie diese schließen, indem Sie auf den Eintrag klicken und anschließend ganz links aufs „x“ gehen.

Auch das Löschen des Caches kann helfen. Dadurch löschen Sie nicht mehr benötigte Dateien, die aus Installationen oder Updates stammen können. Der Cache dient als Zwischenpuffer: Dateien im Cache benötigen weniger Zeit zum Öffnen, jedoch verlangsamt ein voller Cache den ganzen Rechner. Im Finder können Sie „Ordner öffnen“ anwählen und „/Library/Caches“ eingeben. Löschen Sie die Elemente in dem Ordner.

„TinkerTool“ für macOS Sierra

Marcel Bresink ist vielen als Entwickler des populären Mac-Tools „TinkerTool“ ein Begriff. Das Werkzeug ist bereits fit für Apples neuste OS-Version Sierra. Sie können zum Beispiel durch das Ausschalten von Animationen performanter am Mac arbeiten oder sich ausgeblendete Dateien und Ordner anzeigen lassen. Eine Liste an Funktionen hält Bresink an dieser Stelle bereit.

Das kostenlos angebotene TinkerTool bietet Einstellungen an Stellen, an denen Apple keine Optionen vorsieht. Das Nutzen geschieht immer auf eigene Gefahr. Mit knapp über 4 MB erlaubt das Tool dem fortgeschrittenen User, tief ins System einzugreifen. Im Mac App Store hätte TinkerTool keinerlei Chance, zugelassen zu werden – wenn Sie das Tool nutzen, handeln Sie bitte mit Bedacht.

Dieser Hinweis gilt jedoch für alle Tools, die Sie zusätzlich zu Bordmitteln nutzen möchten. Konfigurieren Sie nur da, wo Sie sich auskennen und lassen Sie sich außerhalb dessen von Experten beraten, bevor Sie selbst Hand anlegen.

Apple macOS Sierra sichern

Als wir unseren Frühjahrsputz 2015 erstmals durchführten, fanden wir eine andere Bedrohungslage vor: Macs waren zwar bereits gefährdet, aber Ransomware und Co. war kaum jemandem ein Begriff. Man fand sich langsam aber sicher damit ab, dass auch ein Mac anfällig für Malware sein kann.

Heute gibt es wie selbstverständlich Ransomware und andere Malware auch für den Mac. Das unabhängige IT-Security Institut AV-Test hat Ende letzten Jahres 12 Schutzpakete für Apple macOS Sierra getestet. Diese 12 Programme schalten Apples Bordmittel nicht ab, sondern sollen die Schutzfunktionen ergänzen. Weil das nach unperformanten Rechnern klingt, hat AV-Test auch die Performance getestet.

Die zusätzliche Systemlast hielt sich sehr in Grenzen – sie lag teils nur bei einem Prozent. AV-Test konnte zudem vier Programme mit Top-Schutzleistung herausfiltern. Für eine sinnvolle Antiviren-Lösung lohnt sich also das Lesen des Tests, den Sie auf der AV-Test-Website finden.

Zugriffsschutz und Datenverschlüsselung

Im Großen und Ganzen bietet das macOS recht hohe Sicherheitsstandards. Jedoch müssen Sie einige Features erst aktivieren, denn per Default sind nicht alle sichernden Helferlein aktiv. Lokale Maßnahmen existieren genauso wie Schutz vor Zugriff von außen.

Eine der lokalen Maßnahmen ist die Anmeldung samt Passworteingabe. Das ist vor allem bei mehreren Usern eines Macs sinnvoll, um beispielsweise vor versehentlichen Änderungen zu schützen. Im geschäftlichen Bereich macht der Datenschutz ein Erfordernis aus dieser Passworteingabe.

MacOS Sierra bietet in den Sicherheitseinstellungen im Menüpunkt „Privatsphäre“ verschiedene Optionen, um den App-Zugriff auf eigene Daten zu regeln. Wenngleich Anwendungen beim erstmaligen Start um Erlaubnis fragen, lohnt sich ein kontrollierender Blick in diese Einstellungen.

Passwortbasierte Verschlüsselung

Sowohl das Anmelden bei macOS Sierra oder iCloud als auch das Verschlüsseln von Daten basiert auf Passwörtern. Deshalb achten Sie bitte darauf, dass das von Ihnen genutzte Passwort ausreichend lang ist, weder leicht zu erraten noch im Duden nachschlagbar und dass es aus Groß-, Kleinbuchstaben, Zahlen sowie Sonderzeichen besteht. Denken Sie bitte daran, dass mit der Sicherheit Ihres Passworts die Sicherheit Ihrer Anmeldung und Ihrer Verschlüsselung steht und fällt.

Um die automatische Anmeldung gegen Namen und Passwort zu tauschen, öffnen Sie bitte die Anmeldeoptionen in „Benutzer & Gruppen“. Verzichten Sie auch auf die „Liste der Benutzer“, wechseln Sie direkt zu „Name und Passwort“. Seien Sie auch vorsichtig bei der Merkhilfe für Passwörter: diese Merkhilfe hilft auch Unbefugten.

Wechseln Sie in „Sicherheit“ und dort in den Reiter „FileVault“, können Sie die gleichnamige Datenverschlüsselung aktivieren. Wenngleich es bequemer ist, bei Passwortverlust den iCloud-Account zu verwenden, so ist es auch unsicherer. Idealerweise nutzen Sie einen Wiederherstellungsschlüssel, den Sie nicht auf Ihrem Mac speichern, sondern separat ablegen.

Zum Thema Passwörter können Sie sich auch in der Mac-Hilfe unterstützen lassen. So finden Sie hier Erklärungen darüber, welche Passwörter überhaupt welchen Zweck auf Ihrem System haben.

Rotes Tuch: der Flash-Player

Adobes Flash-Player glänzt seit Monaten nur mit einem: Negativ-Schlagzeilen über schwerwiegende Sicherheitslücken. Da gemeinhin zu HTML5 gewechselt wird, ist der Flash-Player nun auch kein Muss mehr. Um das Einfallstor für Cyberkriminelle und Schädlinge also zu schließen, entfernen Sie den Flash-Player. Das funktioniert einfach in drei Schritten, die Adobe Ihnen im Hilfebereich erklärt.

Privat surfen am Mac

Apples hauseigener Browser Safari hält diverse Tools zum Privatsphäre-Schutz bereit. Das private Surfen sorgt etwa dafür, dass von Ihnen geladene Objekte nicht aufgezeichnet werden. Das Speichern von Cookies können Sie ablehnen und Popups blockieren.

Eventuell kommt auch ein anderer Browser infrage. Google hat jüngst Optimierungen an Chrome für den Mac vorgenommen, wie u. a. ZDNet berichtet: Entwickler der Browser-Erweiterungen können bestimmte Einstellungen vornehmen, ohne dass User Einbußen in der Kontrolle eigener Einstellungen haben.

Erweiterungen aus dem Chrome Web Store sind die einzigen, die die Einstellungen von Chrome bearbeiten dürfen. Möchten Erweiterungen diese Regel umgehen, sorgt Googles Safe Browsing fürs Blockieren dieser Erweiterungen. Safe Browsing ist eine Erweiterung, die seit 2005 vor Phishing-Angriffen schützt. Dieselbe Technologie verwenden auch Mozillas Firefox und Apples Safari.

Gatekeeper-Einstellungen verhindern App-Installation aus Fremdquellen

Um die Sicherheit von macOS Sierra zu steigern, hat sich der Entwickler Apple entschlossen, eine Funktion aus Gatekeeper zu streichen. Diese Option erlaubte bisher die Installation von Apps aus allen erdenklichen Quellen. Jetzt können Sie lediglich Apps installieren, die aus dem Mac App Store oder aber von zugelassenen Entwicklern stammen.

Es ist möglich, diese Neuerung zu umgehen und Gatekeeper auch für Fremdquellen wieder zu öffnen. Auf eine Anleitung dafür verzichten wir allerdings, denn das würde Ihre Sicherheit negativ beeinflussen.

Plaudertasche Siri deaktivieren

Mit der aktuellen OS-Version kam erstmals auch Apples Sprachsteuerung Siri auf den Mac. Nun findet jedoch nicht jeder Gefallen an der Vorstellung, dass alles, was Sie sagen, an Apples Server weitergeleitet wird. Deaktivieren können Sie Siri, indem Sie „Siri“ in den „Systemeinstellungen“ öffnen. In dem neuen Dialog entfernen Sie einfach das Häkchen bei „Siri aktivieren“.

Bei der Gelegenheit: entfernen Sie auch das Häkchen bei „Siri in der Menüleiste anzeigen“. So entfernen Sie auch das Siri-Symbol aus der Menüleiste und Ihr System ist „Siri-frei“. Rechnen Sie jedoch damit, dass sich Siri wieder aufdrängt: zwischendurch möchte die Plaudertasche wissen, ob Sie die Sprachsteuerung nicht doch wieder aktivieren möchten.

Die Sache mit der Cloud

Als wir eingangs Ihr System aufgeräumt haben, haben wir die Synchronisierungsfunktion mit iCloud noch geschätzt: Zügig wird dank der iCloud Speicherplatz auf dem Mac frei. Die Kehrseite dieser Medaille ist die Tatsache, dass Apple als US-Unternehmen andere Datenschutzstandards beim Cloud-Computing an den Tag legt. Standards, die mit Ihrem Privatsphäre-Bedürfnis eher kollidieren.

Möchten Sie zugunsten Ihrer Sicherheit die Cloud-Synchronisation deaktivieren, rufen Sie in den Systemeinstellungen „iCloud“ auf. Bei „iCloud Drive“ klicken Sie auf „Optionen“. Besonders lohnenswert ist das Deaktivieren der Funktion „Schreibtisch“ & „Dokumente“, denn Sie tun aufgrund Ihrer Privatsphäre gut daran, eben diese nicht in die US-Cloud von Apple auszulagern.

Weitere Sicherheitstipps für macOS Sierra

Es existieren noch weitere Security-Features auf dem Mac:

  • Im Reiter „Sicherheit“/ „Privatsphäre“ in den Systemeinstellungen werden Sie eine Auswahl verschiedener Apps sowie Systemdienste vorfinden, die auf den Ortungsdienst angewiesen sind. Ein Klick auf „Details“ bei „Systemdienste“ weist Ihnen den Weg zu weiterführenden Informationen. Sie haben jedoch auch die Option, die Ortungsdienste schlicht und ergreifend zu deaktivieren: „Apple“ – „Systemeinstellungen“ – „Sicherheit“ – „Privatsphäre“ – „Ortungsdienste“. Dort klicken Sie auf das Schlosssymbol und geben Usernamen sowie Passwort eines Admins ein. Die Option „Ortungsdienste aktivieren“ können Sie nun deaktivieren. In der Folge wird Ihr genauer Standort nicht an Apple gesendet. Aber: Apple möchte die Relevanz von Suchvorschlägen erhöhen. Deshalb kann Apple Ihre IP-Adresse nutzen, um die geografische Region nach Ihrem ungefähren Standort zu durchleuchten. Wie Sie den App-Zugriff auf Kontakte sowie auf Kalender und Erinnerungen verwalten, verrät Apple selbst auf den Hilfeseiten.
  • Für die Kamera Ihres Macs gibt es derzeit nur einen effizienten Schutz: Tape aufs Objektiv. Anders sieht es mit dem Mikrofon aus. Das nutzen Sie vielleicht für Siri, vielleicht fürs Telefonieren. Das Gefährliche ist jedoch, dass Sie nicht mitbekommen, wenn jemand auf Ihr Mikro zugreift oder Ihre Gesprächsfetzen aufzeichnet. In den Systemeinstellungen im Menüpunkt „Ton“, dort beim Reiter „Eingabe“ können Sie die Lautstärke des Mikros einfach auf null drehen. Dies ist ein erster kleiner Schritt. Für besonders paranoide Mac-User lohnt auch das Deaktivieren der Treiber. Achtung: nur für Fortgeschrittene User! Machen Sie bitte vorher ein Backup, da Sie tief ins System eingreifen. Geben Sie die folgenden Terminalbefehle ein:
    sudo srm -rf /System/Library/Extensions/AppleUSBAudio.kext
    sudo srm -rf /System/Library/Extensions/IOAudioFamily.kext
    sudo touch /System/Library/Extensions
  • Firewall: Wo und wie nutzen Sie Ihren Mac? Im heimischen Umfeld sowie im Büro sorgt eine Firewall im Router für gewöhnlich dafür, dass falsche Daten draußen und richtige Daten drinnen bleiben. Was ist aber in öffentlichen Drahtlos-Netzwerken? Hier wird das Aktivieren der Firewall von macOS Sierra unbedingt notwendig! Das geht kinderleicht: Gehen Sie in der Systemeinstellung zu „Sicherheit“, dort zu „Firewall“ und klicken Sie „Firewall aktivieren“. Klicken Sie nun auf „Firewall Optionen“, setzen Sie das Häkchen bei „Alle eingehenden Verbindungen blockieren“. Das führt dazu, dass nun sämtliche Zugriffsversuche via WLAN geblockt, das Surfen oder Mailen jedoch nicht beeinflusst werden.
  • „Meinen Mac suchen“: Der wohl größte Horror jeden Users ist es, den eigenen Mac zu verlieren, vergessen oder verlegen. Die Funktion „Meinen Mac suchen“ erlaubt bei aktivierten Ortungsdiensten, den Mac mittels Standortermittlung wiederzufinden. Wurde er gestohlen und ist der Mac mit dem Internet verbunden, lässt sich ein Signalton abspielen, der Mac kann gesperrt oder gar vollständig gelöscht werden. Dazu müssen Sie jedoch erst die Funktion aktivieren. Wie das geht, verraten die Hilfeseiten.

Apple macOS Sierra sauber, schnell & sicher

Wie Sie sehen, kommen wir bei Apple hervorragend mit den Bordmitteln zurecht. Manchmal müssen Sie sich zwischen Komfort und Sicherheit entscheiden. So ist es sicher komfortabel, Siri einige Aufgaben zu stellen. Dass sie jedoch munter an Apple Bericht erstattet, trübt den Komfort – zumindest bei Privatsphäre-orientierten Usern.

Bei der Malware-Abwehr benötigt auch ein Mac mittlerweile Hilfe von außen. Die AV-Tests helfen bei der Auswahl enorm weiter. Per Default sollten Sie nicht mit macOS Sierra arbeiten; dabei bleiben zu viele Sicherheitslücken ungeschlossen.

Nehmen Sie jedoch einige Einstellungen vor und Apples Aufräum-Hilfen an, haben Sie ein hervorragendes System vor sich, mit dem Sie sicher, privat und komfortabel arbeiten können. Bedenken Sie jedoch: absolute Sicherheit gibt es nirgends, also bleiben Sie wach bei der Arbeit mit macOS Sierra.



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