IT-Security

End-to-End-Verschlüsselung auch bei sozialen Messengern geboten

28. Januar 2013 von Patrycja Tulinska

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Soziale Messenger sind weiter auf dem Vormarsch. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Tools, die den Versand von Nachrichten in den eigenen sozialen Netzwerken ermöglichen. Das derzeit bekannteste und sicherlich beliebtestes ist der Facebook Chat. Aber auch Dienste speziell für den mobilen Versand sozialer Nachrichten wie WhatsApp sowie Tools, die ehemals eher mit der Begrifflichkeit Instant Messenger versehen waren, fallen heute in die Kategorie der Social Messenger. Zu Letzteren zählt beispielsweise der Windows Live Messenger.

Wer auf den Schutz seiner Privatsphäre und seiner Daten Wert legt, sollte nicht außer Acht lassen, dass viele dieser sozialen Messenger die über sie versandten Nachrichten unverschlüsselt im Klartext übertragen. Das bedeutet: Sie können abgefangen und mitgelesen werden. Daher sollten sicherheitsbewusste Nutzer dieser Dienste – wie beispielsweise auch bei der E-Mail-Kommunikation – konsequent auf eine End-to-End-Verschlüsselung setzen und Nachrichten grundsätzlich nur verschlüsselt mit Freunden, Bekannten und Kollegen austauschen.

Während Facebook mit dem Facebook Messenger – verfügbar für Blackberry, Android sowie iPhone, iPad und iPod touch – eine eigene Smartphone-und Tablet-App für den mobilen, verschlüsselten Versand von Facebook-Nachrichten bietet, ist der webbasierte Facebook Chat nicht von vornherein Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Hier muss der Nutzer selbst aktiv werden. Allerdings führen nur Umwege – und zwar über das Jabber-Protokoll – zum Ziel: Der Facebook Chat müsste nämlich zuvor in einen anderen Instant Messaging-Dienst – beispielsweise Pidgin, AIM oder den Windows Live Messenger – integriert werden. Über Schnittstellen ist dies mittlerweile ohne weiteres möglich. So offerieren die genannten Dienste ihren Nutzern von Hause aus die Kommunikation auch über den Facebook Chat.

Warum die Nutzung von Facebook Chat über diese Drittdienste? Ganz einfach: Sie unterstützen das sogenannte Off-the-Record Messaging (OTR). Es kombiniert das symmetrische Kryptoverfahren AES, den Diffie-Hellman-Schlüsselaustausch und die Hashfunktion SHA-1 miteinander und realisiert so eine zuverlässige End-to-End-Verschlüsselung, die damit auch für die Kommunikation über Facebook Chat greift. Für Pidgin und AIM müssen entsprechende OTR-Plugins installiert werden, die jedoch kostenfrei verfügbar sind.

Threema: Die wirklich sichere Alternative zu WhatsApp & Co.

Für Nutzer der mobilen Messaging-Dienste WhatsApp und Hike gibt es jedoch schlechte Nachrichten: Diese unterstützen derzeit keine End-to-End-Verschlüsselung. Stattdessen kommt nur eine End-to-Server-Verschlüsselung, die ein deutlich niedrigeres Sicherheitsniveau aufweist und über Sicherheitslücken in den Apps obendrein umgangen werden kann, zum Einsatz. Wer nach einer wirklichen sicheren Alternative zu WhatsApp & Co. sucht, kommt an der mobilen App Threema nicht vorbei. Sie bietet denselben gewohnten Funktionsumfang und Bedienungskomfort beim mobilen Messaging – schützt den Nachrichtenversand aber durch eine echte End-to-End-Verschlüsselung.

Hierzu greift die App auf das Elliptic Curve Crypthography (ECC)-Verfahren zurück – ein modernes asymmetrisches Verschlüsselungsverfahren, das selbst gegenüber dem etablierten RSA-Verfahren durch eine höhere Leistungsfähigkeit überzeugen kann. Die asymmetrischen ECC-Schlüssel, die Threema dabei verwendet, sind 255 Bits lang, was einer Stärke von RSA mit 2048 Bits entspricht. Zudem fügt die App sogar eine zufällige Menge an Füllbytes zu jeder Nachricht hinzu, um Versuche zu vereiteln, ihren Inhalt zu erraten.

Die Verschlüsselung und Entschlüsselung der mit Threema versandten Nachrichten zwischen Sender und Empfänger findet darüber hinaus direkt auf dem Gerät statt. Dies hat zwei wesentliche Vorteile: Zum einen behält der Anwender die volle Kontrolle über den Schlüsselaustausch. Zum anderen kann nicht einmal der Betreiber des Dienstes, über dessen Server die verschlüsselten Nachrichten übermittelt werden deren Inhalt entschlüsseln. Man-in-the-Middle-Attacken im mobilen Messaging gehören dank Threema endgültig der Vergangenheit an. Derzeit ist die App für das iPhone erhältlich. An einer Android-Version wird gegenwärtig gearbeitet.

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