Bedrohungslage

Cybercrime 2020: Digitale Kriminalität nimmt deutlich zu

15. Juni 2021 von Marek Röhner

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Cyberkriminalität hat in den letzten Jahren Aufwind erhalten – dies bekommen bereits einige Unternehmen, Behörden, aber auch Privatpersonen immer mehr zu spüren. Im kürzlich veröffentlichten Länderreport „Cybercrime 2020“ des BKA wird aufgezeigt, wie es um die Kriminalität im Internet steht. Im heutigen Beitrag geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Inhalte des Reports, zeigen Ihnen auf, wo die Entwicklung bei Cyberkriminalität hingeht und erklären Ihnen, wie Sie sich vor möglichen Angriffen schützen können.

Cybercrime: ein Überblick über das neue Kriminalitätsphänomen

Das Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlicht jedes Jahr das sogenannte Bundeslagebild Cybercrime, in dem es aufzeigt, wie sich die Kriminalität im Internet in Deutschland entwickelt hat. Das Ergebnis: Die Zahl der von der Polizei registrierten Straftaten ist im Vergleich zum Vorjahr um 7,9 Prozent auf 108.000 angestiegen – eine mehr als deutliche Zunahme. Entscheidend bedingt wurde diese Entwicklung durch die Corona-Pandemie, da im Zuge der Pandemie auf Homeoffice und Homeschooling umgestellt werden musste und so deutlich mehr Angriffsfelder für Kriminelle dazu gekommen sind.

Cybercrime oder auch Cyberkriminalität, ist bereits in den letzten Jahren ein stark aufkommendes Kriminalitätsphänomen gewesen, dass sich dynamisch und schnell verändert und bei dem sich die Täter an neue technische und gesellschaftliche Entwicklungen anpassen können und zudem global und vernetzt agieren. Diese Entwicklung hat aus Cyberkriminalität ein professionelles Geschäft werden lassen. Laut dem BKA versteht man unter Cybercrime im engeren Sinne „Straftaten, die sich gegen das Internet, Datennetze, informationstechnische Systeme oder deren Daten richten“. Cybercrime im weiteren Sinne dagegen sind, so gibt das BKA an „Straftaten, die mittels Informationstechnik begangen werden“. Von Schadsoftware (Malware), Spam und Phishing, Ransomware oder DDoS Angriffe: Cyberangriffe können verschiedene Formen annehmen, doch haben Sie für die Betroffenen in den meisten Fällen ein enormes Schadenspotenzial – Verschlüsselung der eigenen Daten, digitale Erpressung, Erbeutung persönlicher Daten und Lösegeldforderungen sind nur einige von vielen gravierenden Folgen.

Kriminalität im Internet: Quantität und Qualität der Angriffe steigen

Wie das BKA im Länderreport „Cybercrime 2020“ angibt, ist die Zahl der Angriffe in 2020 deutlich gestiegen. Ebenfalls sei aber nicht nur ein quantitativer Anstieg zu beobachten, sondern auch ein qualitativer. Als besondere Bedrohung wird im Länderreport Ransomware hervorgehoben, das als einer der primären Bedrohungen für öffentliche Einrichtungen und Wirtschaftsunternehmen benannt wird. Hierbei werden wichtige Daten der Betroffenen von den Kriminellen verschlüsselt, um anschließend Lösegeld zu fordern. Das Ausmaß der Angriffe ist enorm: Der entstandene Schaden durch Ransomware-Angriffe wird vom BKA bereits auf einen hohen siebenstelligen Euro-Bereich geschätzt – darin nicht enthalten: Reputationsschäden und Imageverlust der Betroffenen.

Cybercrime: Der langfristige Trend setzt sich fort

Dass es sich bei dem Anstieg von Cybercrime im Jahr 2020 nicht nur um einen kurzfristigen, durch die Corona-Pandemie bedingten Trend handelt, belegen die Zahlen eindrucksvoll: Seit 2015 hat sich die Anzahl der infolge von Cybercrime bekannt gewordenen Straftaten mehr als verdoppelt. Zudem haben die Angriffe über nahezu alle Angriffsvektoren, von Malware bis DDoS-Angriffe, zugenommen und die Lösegeldzahlungen sind identisch stark gestiegen. Sie sehen: Bei Cybercrime handelt es sich nicht mehr nur um einen kurzfristigen Trend, sondern um eine langfristige Bedrohung für Unternehmen, Behörden und Privatpersonen. Als langfristige Gründe für den kontinuierlichen Anstieg der Cyberkriminalität hebt das BKA in seinem Report vor allem drei Entwicklungen hervor: Erstens trägt die stark voranschreitende Digitalisierung dazu bei, dass mehr Tatgelegenheiten für Kriminelle entstehen. Ebenfalls ist eine zunehmende Professionalisierung der Täter zu erkennen z. B. in Form von einer globaleren Vernetzung der Täter untereinander. Außerdem werden die zunehmenden technischen Möglichkeiten als Treiber für den Trend Cybercrime genannt, die es den Tätern vereinfachen, mit kriminellen Machenschaften zu beginnen.

Aufklärungsquote bei Cybercrime ist sehr gering

Das sogenannte „Big Game Hunting“, also Angriffe auf kritische Infrastrukturen wie Krankenhäuser oder Energieversorger sowie große Unternehmen rücke bei den Angriffen vermehrt in den Vordergrund. Der Länderreport „Cybercrime 2020“ benennt es klar: „Es werden jene angegriffen, welche für die Gesellschaft einen hohen Stellenwert besitzen“ und führt in Bezug auf die Täter noch weiter aus: „Cyberkriminelle greifen dort an, wo es sich aus ihrer Sicht finanziell lohnt.“

Cybercrime ist mittlerweile zu einem hochkomplexen Wirtschaftszweig mit eigenen Wertschöpfungsketten geworden. Zwar verweist das BKA in seinem Bericht auf herausragende polizeiliche Maßnahmen wie zum Beispiel die Zerschlagung des Emotet-Botnetzes, wir berichteten, oder die Schließung von illegalen Marktplätzen auf Telegram und die Abschaltung des Darknet Marktplatzes „DarkMarket“. Doch was bleibt für viele Betroffene übrig bleibt ist, dass von bundesweit erfassten 108.000 Fällen weniger als jeder dritte aufgeklärt werden konnte. Erfasst werden zudem nur die der Polizei bekannten Fälle – eine hohe Dunkelziffer von unbekannten Fällen ist zu erwarten.

Selbstschutz ist die beste Lösung

Der Länderreport des BKA beweist deutlich, dass es sich bei Cybercrime um einen langfristigen Trend handelt, von dem vermutlich immer mehr Unternehmen, Behörden und Privatpersonen betroffen sein könnten. Zudem zeigt die geringe Aufklärungsquote der Fälle im Jahr 2020, dass Hilfe von außen nicht immer möglich ist. Aus diesem Grund ist vor allem eines entscheidend: Selbstschutz ist die beste Lösung, um nicht selbst von Cybercrime betroffen zu sein. Der Schlüssel zu effektivem Schutz ist neben den technischen Maßnahmen wie Antiviren-Software oder sichere Verschlüsselung mit SSL-Zertifikaten auch die Sensibilisierung der Mitarbeiter. In vielen Fällen ist der „Faktor Mensch“ ein beliebtes Einsatztor für Cyberkriminelle. Hier sollten Mitarbeiter regelmäßig auf die Gefahren und Möglichkeiten von Cybercrime aufmerksam gemacht werden. Denn: Durch eine verbesserte Wahrnehmung von Bedrohungen und regelmäßige Beobachtung kann die Gefahr von Cyberkriminalität schneller und genauer erkannt werden.

Wir, die PSW GROUP, bieten Ihnen umfangreiche und individuelle Lösungen zum Schutz vor Cybercrime an: Neben maßgeschneiderten Verschlüsselungslösungen wie SSL-Zertifikaten für Unternehmen und Privatpersonen bieten wir Ihnen individuelle Awareness-Schulungen an. Haben Sie Fragen zu den einzelnen Zertifikaten oder unseren Awareness-Schulungen? Unsere Experten freuen sich auf das Gespräch mit Ihnen – nehmen Sie einfach Kontakt auf.

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