IT-Security

SSL-Zertifikate Laufzeit: 200-Tage-Gültigkeitsdauer kommt im März 2026

4. Februar 2026 von Marek Röhner

SSL-Zertifikate Laufzeit 2026
©Waseem- Adobe Stock

5
(1)

Die nächste große Änderung bei SSL/TLS-Zertifikaten steht unmittelbar bevor. Ab März 2026 wird die SSL-Zertifikate Laufzeit deutlich verkürzt. Ein Einschnitt, der viele Unternehmen stärker treffen wird, als es auf den ersten Blick scheint. Während heute in zahlreichen IT-Umgebungen noch manuelle Prozesse zur Beantragung und Erneuerung von Zertifikaten genutzt werden, entwickeln sich genau diese Abläufe zunehmend zu einem Sicherheits- und Betriebsrisiko.
Je kürzer die Laufzeiten werden, desto weniger Spielraum bleibt für Verzögerungen, Fehler oder vergessene Erneuerungen. Ziel dieses Beitrags ist es daher, transparent aufzuzeigen, was sich konkret ändert, warum diese Entscheidung getroffen wurde und wie Sie sich rechtzeitig auf die neue Realität vorbereiten können.

SSL/TLS-Zertifikate: Laufzeiten im Wandel

Die Entwicklung der SSL-Zertifikate Laufzeit folgt seit Jahren einem klaren Muster: kürzere Laufzeiten sollen die Sicherheit im Web erhöhen. Aktuell liegt die maximale Gültigkeitsdauer von SSL/TLS-Zertifikaten noch bei 398 Tagen, also rund 13 Monaten. Dieses Modell läuft jedoch aus.

Ab dem 15. März 2026 dürfen neu ausgestellte SSL-Zertifikate nur noch eine maximale Laufzeit von 200 Tagen haben. Damit ist die Entwicklung allerdings noch nicht abgeschlossen. Bereits heute ist beschlossen, dass die Laufzeiten in den Folgejahren weiter reduziert werden, bis im Jahr 2029 nur noch 47 Tage erlaubt sind.

Diese Entscheidung ist keine Einzelmaßnahme, sondern eine branchenweite Regelung, die im CA/Browser Forum beschlossen wurde. In diesem Gremium legen Zertifizierungsstellen und Browserhersteller gemeinsam verbindliche Standards für digitale Zertifikate fest. Die Konsequenz ist eindeutig: Ein Zertifikatsmanagement ohne Automatisierung ist langfristig nicht mehr praktikabel.

Wichtige Meilensteine zur Verkürzung der SSL-Laufzeiten

• Aktuell:
Maximale Laufzeit: 398 Tage

• Ab 15. März 2026:
Verkürzung auf 200 Tage

• Ab 15. März 2027 (erwartet):
Weitere Reduzierung auf 100 Tage

• Ab 15. März 2029:
Finale Verkürzung auf 47 Tage

Wichtig ist außerdem, dass einzelne Zertifizierungsstellen diese Vorgaben bereits früher umsetzen. So hat DigiCert angekündigt, ab dem 24. Februar 2026 nur noch SSL-Zertifikate mit einer maximalen Gültigkeitsdauer von 199 Tagen auszustellen. Unternehmen sollten sich daher nicht ausschließlich an den offiziellen Fristen orientieren, sondern auch die Policies ihrer jeweiligen CAs im Blick behalten.

Gründe und Auswirkungen der Laufzeitverkürzung von SSL-Zertifikaten

Der wichtigste Treiber für die verkürzte SSL-Zertifikate Laufzeit ist die Erhöhung der Sicherheit. Kürzere Gültigkeitszeiträume begrenzen das Zeitfenster, in dem kompromittierte Zertifikate missbraucht werden können. Gleichzeitig lassen sich neue Sicherheitsstandards schneller durchsetzen, und Organisationen können deutlich zügiger auf Sicherheitsvorfälle reagieren.

Mit der drastischen Verkürzung der Laufzeiten wird jedoch auch klar: Zertifikate mit 200 oder künftig sogar nur 47 Tagen Gültigkeit lassen sich nicht mehr manuell verwalten. Manuelle Prozesse sind fehleranfällig, schlecht skalierbar und bergen ein hohes Risiko für Ausfälle. Automatisierung ist damit keine optionale Komfortfunktion mehr, sondern eine zwingende Voraussetzung. Lösungen wie das ACME-Protokoll oder professionelle Certificate Lifecycle Management Systeme (CLM) werden zum Standard.

Darüber hinaus spielt die Vorbereitung auf Post-Quantum-Kryptografie eine wichtige Rolle. Kürzere Laufzeiten erleichtern es, Zertifikate schnell auszutauschen, sobald neue, quantensichere Algorithmen erforderlich werden. Die verkürzte SSL-Zertifikate Laufzeit unterstützt somit auch die langfristige Zukunftssicherheit der IT-Infrastruktur.

Was sind die konkreten Auswirkungen für Unternehmen?

Für Unternehmen bedeutet die neue SSL-Zertifikate Laufzeit vor allem eines: deutlich häufigere Erneuerungen. Statt einmal im Jahr müssen Zertifikate künftig alle 200 Tage und perspektivisch sogar alle 47 Tage erneuert werden. Ohne Automatisierung ist dieser Aufwand kaum noch beherrschbar.

Gleichzeitig steigt das Risiko von Zertifikatsausfällen. Abgelaufene Zertifikate führen schnell zu nicht erreichbaren Webseiten, Browser-Warnmeldungen und einem spürbaren Vertrauensverlust bei Kunden und Geschäftspartnern. Hinzu kommt ein erhöhtes Risiko menschlicher Fehler, etwa durch verpasste Renewal-Termine, Fehlkonfigurationen oder Compliance-Lücken.

Nicht zuletzt wächst auch der organisatorische Druck auf IT-Teams. Der Verwaltungsaufwand steigt, zusätzliche Tools und Schulungen werden notwendig und wertvolle Ressourcen werden gebunden, die an anderer Stelle fehlen.

So bereiten Sie sich auf die kürzere SSL-Laufzeit vor

Wie Unternehmen sich am besten auf die verkürzte SSL-Zertifikate Laufzeit vorbereiten, hängt von mehreren Faktoren ab. Entscheidend sind unter anderem die Anzahl der eingesetzten Zertifikate, die Komplexität der Infrastruktur sowie Größe und Reifegrad des IT-Teams.
Für einfache Web-Infrastrukturen und Domain-Validierungszertifikate bietet ACME einen guten Einstieg in die Automatisierung. ACME ist kostenfrei, schnell implementiert und ideal für standardisierte Szenarien, stößt jedoch bei komplexeren Umgebungen an Grenzen.

Größere Unternehmen mit hybriden oder komplexen Infrastrukturen profitieren hingegen von Certificate Lifecycle Management Lösungen. CLM-Systeme bieten eine zentrale Übersicht über alle Zertifikate, automatisierte Erneuerungen, Monitoring, Warnmeldungen und unterstützen die Einhaltung von Compliance-Anforderungen über die gesamte Zertifikatslandschaft hinweg.

Die Zukunft der SSL-Zertifikate Laufzeit: Jetzt handeln statt später reagieren

Die Einführung der 200-Tage-Gültigkeitsdauer ist nur der erste Schritt. Die Richtung ist klar: Die SSL-Zertifikate Laufzeit wird in den kommenden Jahren weiter sinken, Erneuerungen werden häufiger und Automatisierung wird unverzichtbar.
Unternehmen sollten jetzt handeln, um Ausfälle zu vermeiden, Sicherheitsrisiken zu reduzieren und ihre Web- und IT-Infrastruktur zukunftssicher aufzustellen. Die PSW GROUP unterstützt Sie dabei mit passenden Lösungen – von ACME-Zertifikaten für den Einstieg bis hin zu leistungsfähigen CLM-Lösungen, die wir gemeinsam mit unseren Partnern anbieten. Wer frühzeitig auf Automatisierung setzt, ist für die kommenden Jahre bestens gerüstet.

Sie sehen: Durch immer kürzere Zertifikatslaufzeiten wird vor allen Dingen Automatisierung immer wichtiger. Wir unterstützen Sie gerne mit unserer langjährigen Expertise, passenden Tools und individuellen Lösungen für Ihre sichere und zukunftsfähige Zertifikatsverwaltung.

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Average rating 5 / 5. Vote count: 1


0 Kommentar(e)

Schreibe einen Kommentar

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu