{"id":8474,"date":"2021-11-24T07:56:40","date_gmt":"2021-11-24T06:56:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/?p=8474"},"modified":"2026-01-08T12:36:27","modified_gmt":"2026-01-08T11:36:27","slug":"messenger-test-2021-wire-vs-ginlo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/messenger-test-2021-wire-vs-ginlo\/","title":{"rendered":"Messenger-Test 2021: Wire vs. Ginlo"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen unseres Messenger-Tests 2021 stehen sich heute Wire und ginlo gegen\u00fcber. <a href=\"https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/messengerrevival2016-chatsecure-wire\/3555\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wire testeten wir bereits 2016<\/a>: Uns zeigte sich ein funktionaler Messenger, der in den Bereichen Funktionalit\u00e4t und Bedienbarkeit einen guten, in der Sicherheit einen gemischten Eindruck hinterlie\u00df. Ginlo ist als Nachfolger von SIMSme erstmals Testkandidat bei uns. Seien Sie gespannt, welcher Messenger mit welchen Eigenschaften punktet! Bleiben Sie gespannt und verschaffen Sie sich einen detaillierten \u00dcberblick \u00fcber die beiden Messenger.<\/p>\n<h2>Wire im Test<\/h2>\n<p>Wie wir 2016 im Wire-Test bereits aufzeigten, ist Wire ein Produkt der Wire Swiss GmbH, also einem Schweizer Unternehmen. Entwickelt wurde die App hingegen in Berlin. Die Die Wire Holding hat ihren Hauptsitz in Berlin. Die Wire Swiss GmbH, die der Holding unterstellt ist und den Wire Messenger verwaltet, unterh\u00e4lt ihren Hauptsitz hingegen in der Schweiz.<\/p>\n<p>Nach wie vor ist Wire f\u00fcr Android und iOS kostenfrei; Versionen existieren au\u00dferdem f\u00fcr macOS, Windows und Linux. Eine Browser-Version erlaubt das Verwenden unabh\u00e4ngig vom Betriebssystem. Herunterladen l\u00e4sst sich der Messenger in den App-Stores sowie <a href=\"https:\/\/wire.com\/en\/download\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">von der Wire-Website<\/a>. Somit k\u00f6nnen auch Nutzende, die Wire losgel\u00f6st von Google betreiben m\u00f6chten, den Messenger als APK-Datei beziehen. Jedoch schafft es Wire nicht in den datenschutzfreundlichen F-Droid-Store: Keine der vorhandenen Versionen kommt leider ohne propriet\u00e4re Elemente wie Google-Bibliotheken aus.<\/p>\n<h3>Kontakte und Berechtigungen bei Wire<\/h3>\n<p>M\u00f6chten Sie Wire installieren, fordert der Messenger unter Android folgende Berechtigungen ein:<\/p>\n<ul>\n<li>Kontakte: Kontakte lesen<\/li>\n<li>Standort: Genauer Standort (GPS- und netzwerkbasiert)<\/li>\n<li>Telefon: Telefonstatus und Identit\u00e4t abrufen<\/li>\n<li>Fotos\/ Medien\/ Dateien: USB-Speicherinhalte lesen, \u00e4ndern oder l\u00f6schen<\/li>\n<li>Speicher: USB-Speicherinhalte lesen, \u00e4ndern oder l\u00f6schen<\/li>\n<li>Kamera: Bilder und Videos aufnehmen<\/li>\n<li>Mikrofon: Audio aufnehmen<\/li>\n<li>Ger\u00e4te-ID &amp; Anrufinformationen: Telefonstatus und Identit\u00e4t abrufen<\/li>\n<li>Sonstiges:\n<ul>\n<li>Daten aus dem Internet abrufen<\/li>\n<li>Netzwerkverbindungen abrufen<\/li>\n<li>Mit Bluetooth-Ger\u00e4ten koppeln<\/li>\n<li>Lichtanzeige steuern<\/li>\n<li>Zugriff auf alle Netzwerke<\/li>\n<li>Audio-Einstellungen \u00e4ndern<\/li>\n<li>Beim Start ausf\u00fchren<\/li>\n<li>Vibrationsalarm steuern<\/li>\n<li>Ruhezustand deaktivieren<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das sind erfreulich wenige Berechtigungen, die sich alle mit der Funktionalit\u00e4t eines Messengers erkl\u00e4ren lassen. \u00c4hnlich w\u00fcrden wir es uns auch von unseren bisherigen Testkandidaten w\u00fcnschen.<\/p>\n<p>Registrieren k\u00f6nnen wir uns bei Wire wahlweise \u00fcber eine E-Mail-Adresse oder Telefonnummer. Das ist erfreulich \u2013 einer der wenigen Messenger, bei dem die Registrierung nicht an die Telefonnummer gebunden ist.<\/p>\n<p>Kontakte lassen sich leicht hinzuf\u00fcgen: Manuell \u00fcber den jeweiligen Wire-Benutzernamen oder die \u2013Benutzererkennung. Alternativ l\u00e4sst sich das Adressbuch des Ger\u00e4ts auch mit den Wire-Servern abgleichen, sodass Kontakte automatisch gefunden werden. Dieser automatische Kontaktabgleich funktioniert datenschutzfreundlicher als bei WhatsApp: Bevor die Telefonnummern an die Wire-Server hochgeladen werden, werden sie gehasht (SHA256), nach dem Abgleich werden die Informationen vom Server gel\u00f6scht. Finden sich \u00dcbereinstimmungen, so werden die Kontakte in der Wire-Kontaktliste angezeigt. Um Kontakte zu verifizieren und damit sicherzugehen, dass Gespr\u00e4chspartner auch diejenigen sind, als die sie sich ausgeben, bietet Wire eine Fingerprint-Authentifizierung. Ein zu scannender QR-Code w\u00e4re sicher bequemer, aber auch so gelingt die sichere Verifikation.<\/p>\n<h3>Usability von Wire<\/h3>\n<p>Neben Text- und Sprachnachrichten bietet Wire auch Audio- und Videokonferenzen, das Teilen von Dateien, Dokumenten, Links sowie Reaktionen, ein G\u00e4stezimmer-Feature erlaubt die Zusammenarbeit mit externen Partnern, Kunden oder Lieferanten ohne Registrierung bei Wire. In der freien Version k\u00f6nnen bis zu f\u00fcnf Teilnehmende, in der Enterprise-Version unbegrenzt Teilnehmende dabei sein. Sticker gibt es nicht, jedoch GIFs und g\u00e4ngige Emoticons. Add-ons k\u00f6nnen die Enterprise-Version erweitern. Im Folgenden halten wir uns an die \u201eWire for Free\u201c-Variante, da wir in unserem Messenger-Test vorrangig von privater Kommunikation ausgehen.<\/p>\n<p>In der Bedienung punktet der Messenger: Kinderleicht und intuitiv kommen unsere Testenden dorthin, wo sie hinm\u00f6chten. Wer WhatsApp gewohnt ist, kann von Wire durchaus einen un\u00fcbersichtlicheren Eindruck haben: Sprechblasen oder Trennlinien, die einzelne Nachrichten voneinander abheben, existieren nicht.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Wire in unserem Test verl\u00e4sslich l\u00e4uft, mehren sich in den App Stores kritische Stimmen: Bei mehr als 34.000 abgegebenen Bewertungen schafft es der Messenger in Googles Play Store nur auf 3,3 von 5 Sternen. Den Bewertungen zufolge gehen Nachrichten weder ein noch aus, der Support reagiert nicht oder schleppend, Benachrichtigungen bleiben aus, Men\u00fcs verschwinden pl\u00f6tzlich. Auch iOS-Nutzende sind nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig begeistert: Bei 581 Bewertungen schafft es Wire auf 3,6 von 5 Sternen. Auch hier werden seltsame Fehler kritisiert: Ein nach oben gezogenes Textfeld l\u00e4sst den restlichen Chat nicht mehr erkennbar sein, Sprachnachrichten funktionieren verz\u00f6gert oder gar nicht.<\/p>\n<h3>Die Sicherheit von Wire<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/github.com\/wireapp\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Wire ist Open Source<\/a>; sowohl der Client als auch serverseitig. Das ist mehr als erfreulich, denn unsere bisherigen Testkandidaten waren leider nicht so offen. F\u00fcr die Verschl\u00fcsselung setzt der Anbieter auf das <a href=\"https:\/\/github.com\/wireapp\/proteus\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Proteus-Protokoll<\/a>; einer eigenen Weiterentwicklung des Signal-Protokolls. Im M\u00e4rz 2018 wurden das Protokoll sowie die Clients f\u00fcr iOS und Android einem Sicherheitsaudit unterzogen. Die Ergebnisse waren positiv, jedoch ist das letzte Audit nun auch einige Jahre her, sodass keine Aussagen \u00fcber aktuelle Versionen getroffen wurden. Wire informiert auf seiner Website weiter dar\u00fcber, dass der Messenger ISO-, CCPA-, DSGVO- und SOX-konform ist.<\/p>\n<p>S\u00e4mtliche Kommunikationsinhalte \u2013 ob Einzel- oder Gruppensitzung \u2013 werden bei Wire standardm\u00e4\u00dfig Ende-zu-Ende-verschl\u00fcsselt; Nutzende m\u00fcssen keinen Finger daf\u00fcr r\u00fchren. Perfect Forward Secrecy (<a href=\"https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/knowledgebase-perfect-forward-secrecy-pfs\/1120\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">PFS<\/a>) wird durch das Proteus-Protokoll unterst\u00fctzt, sodass ein nachtr\u00e4gliches Entschl\u00fcsseln der Kommunikation nicht m\u00f6glich ist. Das f\u00fcr die Verschl\u00fcsselung notwendige Schl\u00fcsselmaterial befindet sich lokal auf den Ger\u00e4ten von Nutzenden. Der private Schl\u00fcssel verbleibt hier auch und wird nicht \u00fcbermittelt. Weitere Informationen zur Verschl\u00fcsselung von Wire halten die Entwickelnden im <a href=\"https:\/\/wire-docs.wire.com\/download\/Wire+Security+Whitepaper.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u201eWire Security Whitepaper\u201c<\/a> (PDF) bereit.<\/p>\n<p>Derzeit l\u00e4uft jegliche Kommunikation bei Wire \u00fcber Amazon-Server, die sich in der EU befinden. Die Wire-Macher planen einen Verbund der Wire-Server, jedoch in nicht n\u00e4her definierter Zukunft. Im Oktober 2019 <a href=\"https:\/\/github.com\/wireapp\/wire-server\/issues\/631#issuecomment-541728717\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u00e4u\u00dferte sich einer der Entwickler<\/a> dazu auf GitHub. Derzeit jedoch registrieren sich Teilnehmende an einem Server-Cluster, sodass die Kontrolle \u00fcber den Dienst bei Wire liegt.<\/p>\n<p>Wires Umgang mit Metadaten wird im <a href=\"https:\/\/wire-docs.wire.com\/download\/Wire+Privacy+Whitepaper.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Wire Privacy Whitepaper<\/a> (PDF) erkl\u00e4rt. Daraus geht hervor, dass sich Datenbank-Tabellen mit Metainformationen (also wann wer mit wem kommuniziert hat) im Klartext auf den Wire-Servern befinden. Das ist ein wesentlicher Unterschied zwischen dem originalen Signal-Protokoll, bei dem Metadaten konsequent vermieden werden, und dem Wire-eigenen Proteus-Protokoll. Eine Antwort darauf, warum das so ist, <a href=\"https:\/\/mobile.twitter.com\/tqbf\/status\/862394778331361281\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gab Wire im Jahre 2017 auf Twitter<\/a>: Eine bessere User Experience werde so geboten, wenn Nutzende mit mehreren Ger\u00e4ten arbeiten w\u00fcrden. So lie\u00dfen sich also beispielsweise Gespr\u00e4chsverl\u00e4ufe mit weiteren Endger\u00e4ten synchronisieren.<\/p>\n<p>Sind Nachrichten an Empfangende erfolgreich \u00fcbermittelt, werden sie von den Wire-Servern gel\u00f6scht. Gelingt der Zustellversuch nicht gleich, befinden sich Nachrichten maximal 30 Tage auf dem Server, bevor sie gel\u00f6scht werden.<\/p>\n<h3>AGB &amp; Datenschutzrichtlinie bei Wire<\/h3>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/wire.com\/en\/legal\/terms-of-use-personal\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Rechtsdokumente<\/a> von Wire sind schnell gefunden, leider liegen sie lediglich in englischer Sprache vor. Wir erfahren, dass minderj\u00e4hrige Nutzende mindestens 16 Jahre alt sein m\u00fcssen und die Zustimmung ihrer Eltern ben\u00f6tigen. Sind Konten inaktiv, beh\u00e4lt sich Wire das Recht vor, \u201einaktive Konten zu entfernen\u201c. Die weitere Erkl\u00e4rung l\u00e4sst zu w\u00fcnschen \u00fcbrig: Konten w\u00fcrden dann als inaktiv gelten, wenn sie \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum nicht genutzt w\u00fcrden \u2013 und was das bedeuten w\u00fcrde, l\u00e4ge im Ermessen von Wire. Eine konkrete Angabe, wie lange ein Account nicht mehr genutzt wird, sodass es den Status inaktiv erh\u00e4lt und deaktiviert wird, w\u00e4re hilfreicher. Jedoch: Bei einer freiwilligen K\u00fcndigung oder bei Nichtnutzung des Accounts und anschlie\u00dfender Deaktivierung l\u00e4sst sich das Konto reaktivieren. Im Weiteren dreht es sich um (Urheber-)Rechte, US- und Schweizer Gesetze und Haftungsausschl\u00fcsse \u2013 das \u00dcbliche in Nutzungsbedingungen.<\/p>\n<p>In der Datenschutzerkl\u00e4rung werden zun\u00e4chst Verantwortliche und Datenschutzbeauftragte benannt, bevor die eigentliche Erkl\u00e4rung startet. Unter 2. Gespr\u00e4chsinhalt lesen wir: \u201eWire enth\u00e4lt keine Entschl\u00fcsselungsschl\u00fcssel und unsere Software enth\u00e4lt keine Hintert\u00fcr\u201c. Aufgrund der Quelloffenheit l\u00e4sst sich dies gl\u00fccklicherweise nachpr\u00fcfen. Weiter hei\u00dft es: \u201eDar\u00fcber hinaus verwendet Wire auch die Transportverschl\u00fcsselung, um Metadaten zu verschl\u00fcsseln\u201c. Darauf, dass das nicht ganz gl\u00fcckt, sind wir weiter oben bereits eingegangen.<\/p>\n<p>Die Datenschutzerkl\u00e4rung gibt auch Aufschluss \u00fcber Speicherzeiten bei Logfiles: Maximal 72 Stunden lagern diese auf den Servern, \u201eund zwar nur, um die Fehlersuche zu erleichtern, den Service zu verbessern und Missbrauch zu verhindern\u201c. Die Datenschutzerkl\u00e4rung zeigt weiter auf, dass \u201eProfilinformationen nur f\u00fcr die Dauer Ihrer Kontonutzung\u201c gespeichert werden. \u201eWenn Sie Ihr Konto l\u00f6schen, werden wir Ihre Profilinformationen umgehend l\u00f6schen\u201c. Geben Nutzende zahlungsrelevante Daten an, l\u00f6scht Wire \u201ediese Daten innerhalb von 6 Monaten nach Beendigung unseres Vertrags mit Ihnen oder nach Ablauf einer etwaigen gesetzlichen Aufbewahrungsfrist.\u201c<\/p>\n<p>Wire unterscheidet stark zwischen privaten und gesch\u00e4ftlichen Accounts, was unter Punkt 12 \u201eDritte\/ Daten\u00fcbermittlung in Drittl\u00e4nder\u201c deutlich wird. So erfahren wir, dass zum Bereitstellen der Dienste neben Amazon Web Services auch die Zeta Project Germany GmbH unter den Dienstleistern ist. F\u00fcr private Nutzende verpflichtet sich Wire, \u201enur Drittanbieter f\u00fcr die Erbringung von Wire-Diensten in der EU und\/ oder der Schweiz auszuw\u00e4hlen\u201c. Anders sieht das bei Gesch\u00e4ftskunden aus, die Gesch\u00e4ftskonten nutzen: Die Liste der Drittanbietenden enth\u00e4lt mitunter SalesForce, Clearbit, DocuSign oder Zendesk \u2013 jeweils aus den USA.<\/p>\n<p>Wir lesen, dass Wire keine Daten an Beh\u00f6rden gibt \u2013 \u201ees sei denn, Wire ist dazu nach schweizerischem Recht verpflichtet\u201c. Angesichts der Tatsache, dass Wire heute ein US-Unternehmen ist, bleibt hier die Frage offen, wie mit US-Beh\u00f6rden-Anfragen umgegangen wird. Wichtig ist jedoch auch dieser Hinweis: \u201eWenn Sie \u00fcber die Wire-Anwendung Dienste von Drittanbietern wie YouTube, Spotify, Giphy usw. nutzen, unterliegen alle Daten, die Sie mit diesen Diensten teilen, deren Datenschutzrichtlinien.\u201c Das ist nicht au\u00dfergew\u00f6hnlich, jedoch sollte darauf im Dienst beim Versenden entsprechender Inhalte hingewiesen werden, um auch datenschutzrechtlich weniger versierte Nutzende abzuholen.<\/p>\n<p>Mit den Rechten der Nutzenden, der M\u00f6glichkeit, die Datenschutzerkl\u00e4rung jederzeit zu aktualisieren, und dem Hinweis auf die Nutzungsbedingungen endet die Datenschutzerkl\u00e4rung von Wire. Inhaltlich haben wir wenig zu kritisieren. Jedoch sollten die Whitepaper auf den neusten Stand gebracht werden, da diese in Teilen der Datenschutzerkl\u00e4rung widersprechen. Ansonsten bleibt unser gr\u00f6\u00dfter Kritikpunkt an den Rechtstexten, dass durch die englische Sprache Sprachbarrieren auftreten k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Fazit Wire<\/h3>\n<p>Wire hat viele gute Ans\u00e4tze: So umfasst das Proteus-Protokoll mit Ende-zu-Ende-Verschl\u00fcsselung, PFS und Authentifizierung alle Eigenschaften, um Gespr\u00e4che wirklich abh\u00f6rsicher zu gestalten. Dass sensible Metadaten im Klartext auf den Wire-Servern landen, steht dem jedoch direkt entgegen, auch wenn Wire dies mit der Funktionalit\u00e4t begr\u00fcndet. Dass die Telefonnummer oder die E-Mail-Adresse als Identifier in Frage kommen, ist nutzer- und privatsph\u00e4refreundlich gedacht. Client und Server sind quelloffen, sodass Sicherheitsl\u00fccken z\u00fcgig aufgesp\u00fcrt werden k\u00f6nnen. Durch die Hauptsitze der Wire Holding in Berlin und der Wire Swiss GmbH in der Schweiz unterliegt Wire zudem den Sicherheitsgesetzgebungen in Deutschland, der Schweiz und der EU.<\/p>\n<p>Bei den Einstiegsh\u00fcrden konnte sich Wire als bisheriger Gewinner durchsetzen: Der Messenger erh\u00e4lt mit 12 Punkten volle Punktzahl. Anders sieht es bei der Usability aus; Punktabzug gab es in der Bedienung und der Zuverl\u00e4ssigkeit. Im Testbereich Sicherheit schafft es Wire auf 10 von 15 m\u00f6glichen Punkten: Abzug gab es f\u00fcr die englische Sprache der Rechtstexte, den Umgang mit Metadaten und f\u00fcr Amazon als Server-Anbieter. Mit 2,4 Sternen reiht sich Wire damit vor Telegram und WhatsApp, aber hinter Threema und Signal ein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Ginlo im Test<\/h2>\n<p>Ginlo geh\u00f6rt zu den neuen Kandidaten in unserer diesj\u00e4hrigen Messenger-Testrunde. Der ginlo-Messenger existiert erst seit 2019, hat jedoch schon eine bewegte Geschichte hinter sich: Im Jahr 2017 startete der Messenger f\u00fcr private Nutzende <a href=\"https:\/\/www.startupvalley.news\/de\/brabbler-startet-betatest-von-ginlo\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">in die Betaphase<\/a>. Seinerzeit wurde ginlo von der Brabbler Secure Message and Data Exchange AG entwickelt \u2013 ihrerseits gegr\u00fcndet im Jahre 2015 von den GMX-Gr\u00fcndern Eric Dolatre, Karsten Schramm, Peter K\u00f6hnkow und J\u00f6rg Sellmann.<\/p>\n<p>Mitte M\u00e4rz 2019 \u00fcbernahm die Brabbler AG mit SIMSme die Konkurrenz der Deutschen Post AG. In unserem Messenger-Test 2016 <a href=\"https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/messengerrevival2016-signal-simsme\/3486\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">haben wir auch SIMSme getestet<\/a> und waren sehr begeistert. Im Jahre 2019 \u00fcberf\u00fchrte man die Marke SIMSme in ginlo, bevor die Brabbler AG im November desselben Jahres bekannt gab, den Dienst aufgrund von Insolvenz einzustellen. Im Februar 2020 \u00fcbernahm die M\u00fcnchener ginlo Gesellschaft f\u00fcr Datenkommunikationsdienste mbH den Dienst. Funfact: Der Messenger-Name ginlo ist ein Anagramm des Wortes \u201eLogin\u201c.<\/p>\n<p>Den Messenger gibt es in einer Business- und einer Privat-Version; im Folgenden gehen wir von der Version f\u00fcr die private Nutzung aus. Ginlo kann kostenfrei f\u00fcr iOS und Android heruntergeladen werden \u2013 wahlweise aus den jeweiligen App-Stores oder <a href=\"https:\/\/www.ginlo.net\/downloads\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">von der Ginlo-Website<\/a>. Nutzen l\u00e4sst sich ginlo auf bis zu drei Ger\u00e4ten. Webversionen, sodass ginlo unabh\u00e4ngig vom Betriebssystem genutzt werden kann, existieren leider nicht. Desktop-Versionen f\u00fcr Windows, macOS sowie Linux gibt es nur mit ginlo Business.<\/p>\n<h3>Kontakte und Berechtigungen bei Ginlo<\/h3>\n<p>Als wir SIMSme vor f\u00fcnf Jahren getestet haben, fielen uns sofort die wenigen Berechtigungen ins Auge, die der Messenger verlangte. Schauen wir uns das beim SIMSme-Nachfolger ginlo an:<\/p>\n<ul>\n<li>Kamera: Bilder und Videos aufnehmen<\/li>\n<li>Mikrofon: Audio aufnehmen<\/li>\n<li>Speicher: USB-Speicherinhalte lesen, \u00e4ndern oder l\u00f6schen<\/li>\n<li>WLAN-Verbindungsinformationen: WLAN-Verbindungen abrufen<\/li>\n<li>Kontakte: Kontakte lesen<\/li>\n<li>Kalender:\n<ul>\n<li>Kalendertermine sowie vertrauliche Informationen lesen<\/li>\n<li>Ohne Wissen der Inhaber Kalendertermine hinzuf\u00fcgen oder \u00e4ndern und E-Mails an G\u00e4ste senden<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Standort: Genauer Standort (GPS- und netzwerkbasiert)<\/li>\n<li>Fotos\/ Medien\/ Dateien: USB-Speicherinhalte lesen, \u00e4ndern oder l\u00f6schen<\/li>\n<li>Sonstiges:\n<ul>\n<li>Daten aus dem Internet abrufen<\/li>\n<li>Bildschirmsperre deaktivieren<\/li>\n<li>\u00dcber anderen Apps einblenden<\/li>\n<li>Google-Servicekonfiguration lesen<\/li>\n<li>Ruhezustand deaktivieren<\/li>\n<li>Audio-Einstellungen \u00e4ndern<\/li>\n<li>Netzwerkverbindungen abrufen<\/li>\n<li>Mit Bluetooth-Ger\u00e4ten koppeln<\/li>\n<li>Beim Start ausf\u00fchren<\/li>\n<li>Zugriff auf alle Netzwerke<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auch ginlo kann also sparsam: Die Berechtigungen, die der Messenger verlangt, lassen sich mit der Funktionalit\u00e4t erkl\u00e4ren. Ausgesprochen lobenswert ist die Tatsache, dass das Telefonbuch von ginlo-Nutzenden nicht automatisch abgeglichen wird. M\u00f6chten Sie diese Option nutzen, so k\u00f6nnen Sie im Kontaktbereich oben rechts auf die drei Punkte gehen und im erscheinenden Untermen\u00fc ausw\u00e4hlen, dass Ihre Kontakte synchronisiert werden.<\/p>\n<p>Beim Synchronisieren von Kontakten werden diese noch auf dem Ger\u00e4t des Nutzenden verschl\u00fcsselt und die daraus entstehenden Hash-Werte mit den verschl\u00fcsselten Werten anderer Nutzenden verglichen. Findet sich ein Treffer, wird dieser in der Kontaktliste angezeigt. Anders als bei WhatsApp werden bei ginlo also nur Kontakte von anderen ginlo-Nutzenden synchronisiert \u2013 ein hoher Mehrwert f\u00fcr die Privatsph\u00e4re! Zu guter Letzt k\u00f6nnen Nutzende Kontakte auch manuell hinzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Nutzt einer Ihrer Kontakte ginlo bereits, kann er Ihnen eine Einladung schicken. Dazu scannen Sie den QR-Code des Einladenden und laden die App herunter. Praktisch: In diesem Falle erfordert die Registrierung weder die Angabe einer E-Mail-Adresse noch einer Telefonnummer \u2013 komplett ohne pers\u00f6nliche Daten. M\u00f6chten Sie jedoch selbst anhand der eben beschriebenen Hash-Werte gefunden werden, m\u00fcssen Sie eine Telefonnummer angeben. Diese wird anschlie\u00dfend wieder als Hash-Wert auf dem ginlo-Server gespeichert.<\/p>\n<p>Die 8-stellige ginlo-ID, die beim Einrichten des Accounts vergeben wird, ist eine weitere Option, Kontakte zu finden \u2013 auch wenn diese ihre Telefonnummer nicht angegeben haben. F\u00fcr den Betrieb ist das Angeben einer Telefonnummer also nicht notwendig.<\/p>\n<h3>Usability von Ginlo<\/h3>\n<p>Ginlo bringt viele Funktionen mit: der Versand von Nachrichten, Dateien, Sprachnachrichten und Standorten in Einzel- und Gruppenchats ist genauso m\u00f6glich wie Audio- und Videochats. Selbstzerst\u00f6rende und zeitversetzte Nachrichten k\u00f6nnen die Sicherheit erh\u00f6hen. Statusmeldungen lassen sich in den Einstellungen vornehmen. Zudem k\u00f6nnen Sie Backups erstellen, um Ihre Nachrichten zu sichern. Unter Android werden Backups lokal gespeichert. Es lassen sich Channels in ginlo erstellen \u2013 also RSS-Feeds, sodass Sie die News ausgew\u00e4hlter Kan\u00e4le auch \u00fcber den Messenger abrufen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Bedienung von ginlo geht unseren Testenden leicht von der Hand. Die Men\u00fcf\u00fchrung ist intuitiv und der Messenger arbeitet in unserem Test sehr zuverl\u00e4ssig. Einziges Manko: Der Versand von Dateien ist bei gr\u00f6\u00dferen Dateien nicht m\u00f6glich. Das kritisiert auch ein Bewertender im Google Play Store, die ginlo-Entwickler antworten darauf im April 2021: \u201eDas Limit f\u00fcr Dateigr\u00f6\u00dfen liegt historisch gewachsen derzeit noch bei 20 Mbyte. Das ist tats\u00e4chlich etwas mager. Wir arbeiten aber bereits an einer Verbesserung\u201c. <a href=\"https:\/\/app-help.ginlo.net\/docs\/de\/android\/index.html#dateigroesse-a\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Im Handbuch lesen wir<\/a>, dass die Gr\u00f6\u00dfenbeschr\u00e4nkung derzeit bei 100 MB liegt.<\/p>\n<p>Insgesamt kommt ginlo im Google Play Store bei 463 Bewertungen auf 3,0 von 5,0 Sternen. Kritisiert werden diverse Kinderkrankheiten wie die schlechte Sichtbarkeit von Zeit und Haken oder das Fehlen von Browserversionen. Au\u00dferdem: Da so wenige Menschen ginlo nutzen, fehlt es Nutzenden an Kontakten. Immer wieder werden die ginlo-Entwickler zu mehr Eigenwerbung aufgefordert. In Apples iTunes schafft es die App auf 3,8 von 5 Sternen bei lediglich 122 Bewertungen. Hier zeichnet sich ein \u00e4hnliches Bild wie in Googles Play Store: Man erhofft sich funktionale Erweiterungen, hier und da gab es auch mal Probleme bei der Zuverl\u00e4ssigkeit des Messengers. Insgesamt sind die Stimmen jedoch sehr positiv und wohlwollend.<\/p>\n<h3>Die Sicherheit von Ginlo<\/h3>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/app-help.ginlo.net\/docs\/de\/android\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Handbuch von ginlo<\/a> gibt Auskunft nicht nur \u00fcber die Funktionen des Messengers, sondern auch \u00fcber die Sicherheit. Hier lesen wir, dass ginlo s\u00e4mtliche Nachrichten verschl\u00fcsselt \u2013 und zwar \u201eauf Ihren Ger\u00e4ten, w\u00e4hrend des Transportes und auf den Empf\u00e4ngerger\u00e4ten\u201c. Das bei Einrichtung des Accounts gesetzte \u201eGer\u00e4tepasswort\u201c stellt den privaten Schl\u00fcssel dar, der sich ausschlie\u00dflich auf dem Endger\u00e4t der Nutzenden befindet. Ginlo erkl\u00e4rt im Handbuch, dass \u201eweder die ginlo.net GmbH noch ein Dritter Zugriff darauf\u201c hat. \u00dcbrigens: Den Begriff \u201eGer\u00e4tepasswort\u201c finden wir etwas ung\u00fcnstig; schnelllesende Nutzende, die Erkl\u00e4rungen vielleicht \u00fcberlesen, k\u00f6nnten der Annahme erliegen, sie m\u00fcssten das Passwort ihres Endger\u00e4ts eingeben. Der allgemeinere Begriff \u201ePasswort\u201c tr\u00e4gt weniger Verwechslungspotenzial.<\/p>\n<p>Bei ginlo lassen sich die Kontakte per QR-Code verifizieren. Dementsprechende Markierungen finden sich an den Adressbucheintr\u00e4gen: Gr\u00fcn gekennzeichnete Kontakte wurden per QR-Code verifiziert, mit gelben\/ orangenen Kontakten wurde schon mehrfach kommuniziert und Kontakte, mit denen noch keine Unterhaltung stattfand, sind rot gekennzeichnet.<\/p>\n<p>Ginlo ist made in Germany und auch der Serverstandort befindet sich in Deutschland (ISO 27001-zertifiziert). Daten, die auf den ginlo-Servern landen, sind verschl\u00fcsselt. Der Messenger finanziert sich nicht mit Werbung, auch, dass Tracking unterbleibt, verspricht der Anbieter. Das gelingt der ginlo.net GmbH mittels Querfinanzierung mit dem Business-Produkt. Sowohl die Funktion \u201eOnline-Status\u201c als auch die Lesebest\u00e4tigung lassen sich in den Einstellungen deaktivieren. Ebenso k\u00f6nnen Sie sich entscheiden, ob der bei der Anmeldung angegebene Name beim Nachrichtenversand angezeigt werden soll oder nicht. Dies erh\u00f6ht die Privatsph\u00e4re und damit die Sicherheit &#8211; genauso wie die Tatsache, dass empfangene Medien nicht automatisch im Speicher landen, was sich in den Einstellungen jedoch \u00e4ndern l\u00e4sst. M\u00f6chten Sie Medien automatisch speichern, bedenken Sie bitte, dass Sie sich dadurch auch Malware herunterladen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Backups werden \u2013 sowohl unter Android als auch unter iOS in der iCloud \u2013 verschl\u00fcsselt gespeichert. Auch der private Schl\u00fcssel liegt in diesem verschl\u00fcsselten Backup. Nachrichten sind sowohl lokal auf dem Ger\u00e4t als auch auf dem ginlo-Server verschl\u00fcsselt. Wird die ginlo.net GmbH gesetzlich zur Herausgabe von Inhalten verpflichtet, so werden verschl\u00fcsselte Nachrichten herausgegeben, wie der Anbieter <a href=\"https:\/\/www.ginlo.net\/support\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">auf seiner Support-Site<\/a> unter \u201eSicherheit &amp; Datenschutz\u201c erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Ginlo ist Open Source \u2013 die Quellcodes der Clients sind auf GitHub einzusehen (<a href=\"https:\/\/github.com\/cdskev\/ginlo-android\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Android<\/a> \/ <a href=\"https:\/\/github.com\/cdskev\/ginlo-ios\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">iOS<\/a>). F\u00fcr die Nachrichtenverschl\u00fcsselung setzen die ginlo-Entwickler auf ein auf Libsodium basierendes Protokoll. Mit AES-256 werden die Dateien codiert und anschlie\u00dfend asymmetrisch verschl\u00fcsselt.<\/p>\n<h3>AGB &amp; Datenschutzrichtlinie bei Ginlo<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend die AGB f\u00fcr ginlo Business mit einem Klick zu finden sind, suchen wir die Nutzungsbedingungen f\u00fcr ginlo Privat zun\u00e4chst etwas, <a href=\"https:\/\/www.ginlo.net\/nutzungsbedingungen-ginlo-privat\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">werden dann aber f\u00fcndig<\/a>. Dass sowohl die Nutzungsbedingungen als auch die Datenschutzerkl\u00e4rung in deutscher und englischer Sprache verf\u00fcgbar sind, vermeidet Sprachbarrieren. Nach allgemeinen Informationen finden wir den Hinweis, dass jede Nachricht auf dem ginlo Server \u201esofort nach dem Download durch den jeweiligen Empf\u00e4nger, sonst nach 30 Tagen gel\u00f6scht\u201c wird.<\/p>\n<p>Ginlo transferiert keine Daten ins Ausland und speichert auf den hauseigenen Servern keine Passw\u00f6rter. \u201eDie Authentifizierung findet ausschlie\u00dflich auf dem freigegebenen Endger\u00e4t des Nutzers statt\u201c. Weiter unten erfahren wir, dass \u201edas Passwort [\u2026] nicht durch die ginlo.net GmbH rekonstruierbar\u201c ist, sodass Nutzende ihr Passwort sch\u00fctzen sollen.<\/p>\n<p>Anonymisierte Absturzberichte werden von ginlo zur Qualit\u00e4tssicherung und zur Weiterentwicklung des Messengers verwendet. Im Handbuch ist zu lesen, dass Absturzberichte \u2013 ebenso wie Logfiles, die der Fehlersuche dienen \u2013 keinerlei personenbezogene Daten enthalten. Die Funktion l\u00e4sst sich jedoch deaktivieren.<\/p>\n<p>M\u00f6chten Nutzende ihren Account l\u00f6schen, wird \u201edas Nutzerkonto auf dem ginlo Server geschlossen und alle dort gespeicherten Daten werden gel\u00f6scht. Nach Vertragsende ist weder ein Zugriff auf die Daten noch eine Verl\u00e4ngerung des Vertrags m\u00f6glich.\u201c<\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.ginlo.net\/datenschutz\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Datenschutzhinweise von ginlo<\/a> sind leicht aufzufinden. Wir erfahren, dass die ginlo.net GmbH in ihren Produkten \u201elediglich funktionell notwendige Daten in verschl\u00fcsselter Form\u201c verarbeitet. Nachdem die Verschl\u00fcsselung ausf\u00fchrlicher erkl\u00e4rt wird, befasst sich die Datenschutzerkl\u00e4rung mit Empfangenden von Daten. Hier lesen wir: \u201eDie ginlo.net GmbH gibt Ihre personenbezogenen Daten nicht an Dritte weiter und wird dies auch in Zukunft nicht tun, es sei denn, dies ist gesetzlich vorgeschrieben, f\u00fcr den Vertragszweck erforderlich oder Sie haben ausdr\u00fccklich eingewilligt.\u201c Ginlo f\u00fchrt aus, dass das Unternehmen Auftragsverarbeiter einsetzt. Dies k\u00f6nnen \u201ez. B. Betreiber von Rechenzentren und Internetdiensten sowie Leistungsanbieter oder Zahlungsdienstleister mit Sitz in Deutschland\u201c sein.<\/p>\n<p>Daten werden bei ginlo grunds\u00e4tzlich nicht au\u00dferhalb des EWR verarbeitet. Entf\u00e4llt der Zweck einer Datenspeicherung, werden personenbezogene Daten gel\u00f6scht oder gesperrt; gesetzliche Aufbewahrungsfristen bleiben davon unber\u00fchrt. Im Absatz \u201eginlo App\u201c lesen wir erneut, dass Nachrichten Ende-zu-Ende-verschl\u00fcsselt auf den ginlo-Servern gespeichert werden. Nun widerspricht jedoch die Datenschutzerkl\u00e4rung den Nutzungsbedingungen: \u201eAuf dem Server wird jede Nachricht 90 Tage nach dem Versand gel\u00f6scht.\u201c In den Nutzungsbedingungen hie\u00df es, dass jede Nachricht auf dem ginlo Server \u201esofort nach dem Download durch den jeweiligen Empf\u00e4nger, sonst nach 30 Tagen gel\u00f6scht\u201c wird.<\/p>\n<p>Inaktive Accounts l\u00f6scht ginlo \u201eam Ende des auf die letzte Nutzung folgenden Kalenderjahres automatisch [\u2026]. W\u00e4hrend dieser Zeit ist eine Reaktivierung des Accounts durch den Nutzer m\u00f6glich. Sp\u00e4testens ab dem Zeitpunkt der L\u00f6schung bleibt die Suchfunktion anderer Nutzer ergebnislos.\u201c Zum Umgang mit Metadaten schweigt sich die ginlo.net GmbH leider sowohl im Handbuch als auch in der Datenschutzerkl\u00e4rung aus.<\/p>\n<h3>Fazit Ginlo<\/h3>\n<p>Die ginlo.net GmbH hat sich in einem zweiten Versuch mit dem Messenger ginlo Privatsph\u00e4re auf die Fahne geschrieben. Der f\u00fcr Privatnutzende kostenfreie Messenger l\u00e4uft ausschlie\u00dflich unter iOS und Android \u2013 eine Webversion vermissen wir genauso wie Desktop-Versionen. Schmale Berechtigungen und ein gutes Kontaktemanagement bringen ginlo bei den Einstiegsh\u00fcrden 10 von 12 m\u00f6glichen Punkten.<\/p>\n<p>Die Feature-Liste begeistert, die Bedienung \u00fcberzeugte im Test, wo der Messenger auch zuverl\u00e4ssig lief. Jedoch berichten Nutzende in den App-Stores gelegentlich \u00fcber Probleme; der Entwickler bietet hier Support an. Im Bereich Usability \u00fcberzeugt ginlo mit 8 von 9 m\u00f6glichen Punkten.<\/p>\n<p>Der Quellcode ist ausschlie\u00dflich Client-seitig \u00fcberpr\u00fcfbar. Die Server sind ISO 27001-zertifiziert und befinden sich in Deutschland. Die Schutzmechanismen an Bord des Messengers \u00fcberzeugen; nervige und Privatsph\u00e4re-raubende Funktionen wie die Lesebest\u00e4tigung lassen sich deaktivieren. Zur Datenspeicherung fanden wir leider verschiedene Informationen in den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzerkl\u00e4rung, au\u00dferdem fehlten uns Informationen zum Umgang mit Metadaten. Ginlo schafft es in unserem Testbereich \u201eSicherheit\u201c auf 12 von 15 Punkten.<\/p>\n<p>Alles in allem hinterl\u00e4sst ginlo jedoch einen guten Eindruck: Zusammen mit Signal liegt der Messenger in unserem Test mit 2,5 von 3 Sternen auf Platz 2 \u2013 direkt hinter Threema.<\/p>\n<div class=\"shariff\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.psw-group.de%2Fblog%2Fmessenger-test-2021-wire-vs-ginlo%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fwww.psw-group.de%2Fblog%2Fmessenger-test-2021-wire-vs-ginlo%2F&text=Messenger-Test%202021%3A%20Wire%20vs.%20Ginlo\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#000; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 24 24\"><path fill=\"#000\" d=\"M14.258 10.152L23.176 0h-2.113l-7.747 8.813L7.133 0H0l9.352 13.328L0 23.973h2.113l8.176-9.309 6.531 9.309h7.133zm-2.895 3.293l-.949-1.328L2.875 1.56h3.246l6.086 8.523.945 1.328 7.91 11.078h-3.246zm0 0\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button xing shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#29888a\"><a href=\"https:\/\/www.xing.com\/spi\/shares\/new?url=https%3A%2F%2Fwww.psw-group.de%2Fblog%2Fmessenger-test-2021-wire-vs-ginlo%2F\" title=\"Bei XING teilen\" aria-label=\"Bei XING teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#126567; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 25 32\"><path fill=\"#126567\" d=\"M10.7 11.9q-0.2 0.3-4.6 8.2-0.5 0.8-1.2 0.8h-4.3q-0.4 0-0.5-0.3t0-0.6l4.5-8q0 0 0 0l-2.9-5q-0.2-0.4 0-0.7 0.2-0.3 0.5-0.3h4.3q0.7 0 1.2 0.8zM25.1 0.4q0.2 0.3 0 0.7l-9.4 16.7 6 11q0.2 0.4 0 0.6-0.2 0.3-0.6 0.3h-4.3q-0.7 0-1.2-0.8l-6-11.1q0.3-0.6 9.5-16.8 0.4-0.8 1.2-0.8h4.3q0.4 0 0.5 0.3z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button linkedin shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#1488bf\"><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/sharing\/share-offsite\/?url=https%3A%2F%2Fwww.psw-group.de%2Fblog%2Fmessenger-test-2021-wire-vs-ginlo%2F\" title=\"Bei LinkedIn teilen\" aria-label=\"Bei LinkedIn teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#0077b5; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 27 32\"><path fill=\"#0077b5\" d=\"M6.2 11.2v17.7h-5.9v-17.7h5.9zM6.6 5.7q0 1.3-0.9 2.2t-2.4 0.9h0q-1.5 0-2.4-0.9t-0.9-2.2 0.9-2.2 2.4-0.9 2.4 0.9 0.9 2.2zM27.4 18.7v10.1h-5.9v-9.5q0-1.9-0.7-2.9t-2.3-1.1q-1.1 0-1.9 0.6t-1.2 1.5q-0.2 0.5-0.2 1.4v9.9h-5.9q0-7.1 0-11.6t0-5.3l0-0.9h5.9v2.6h0q0.4-0.6 0.7-1t1-0.9 1.6-0.8 2-0.3q3 0 4.9 2t1.9 6z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen unseres Messenger-Tests 2021 stehen sich heute Wire und ginlo gegen\u00fcber. Wire testeten wir bereits 2016: Uns zeigte sich ein funktionaler Messenger, der in den Bereichen Funktionalit\u00e4t und Bedienbarkeit einen guten, in der Sicherheit einen gemischten Eindruck hinterlie\u00df. Ginlo ist als Nachfolger von SIMSme erstmals Testkandidat bei uns. Seien Sie gespannt, welcher Messenger mit welchen Eigenschaften punktet! 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